Wieder verloren - Beim MSV schwinden die Hoffnungen

Die Spieler des MSV Duisburg bedankten sich wieder für die Unterstützung der Fans.
Die Spieler des MSV Duisburg bedankten sich wieder für die Unterstützung der Fans.
Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus
Was wir bereits wissen
  • Zum siebten Mal in Folge blieb der MSV Duisburg in der 2. Bundesliga ohne Sieg.
  • Die Zebras unterlagen St. Pauli mit 0:2.
  • Sie bleiben abgeschlagen Schlusslicht.

Duisburg.. Auch wenn die Leistung besser war, als die gegen den Karlsruher SC zwei Wochen zuvor – nach der 0:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli wird die Lage für den MSV Duisburg immer aussichtsloser.

Ein hochklassiges Spiel war es weiß Gott nicht, was die etwas mehr als 20.000 Zuschauer in der Schauinsland-Reisen-Arena zu sehen bekamen. Ilia Gruev hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:1 bei Greuther Fürth gleich auf drei Positionen verändert. Thomas Meißner, Giorgi Chanturia und Debütant Baris Özbek spielten anstatt Branimir Bajic, James Holland und Thomas Bröker. Den Zuschauern bot sich auf dem Spielfeld von Beginn an ein ungewohntes Bild: Denn der Tabellenvierte aus Hamburg agierte sehr defensiv und überließ den Zebras die Kugel. So erarbeiteten sich die Duisburger im ersten Abschnitt Feldvorteile, doch Torgefahr sprang dabei nicht ein einziges Mal heraus.

Ähnlich verlief auch die zweite Halbzeit. Beide Mannschaften taten sich schwer, wirklich Durchschlagskraft vor dem Tor zu entwickeln – doch den Kiezkickern gelang dabei schließlich doch der Treffer, der den Duisburgern einmal mehr vergönnt blieb. Nach einem der wenigen sehenswerten Spielzüge legte Jeremy Dudziak auf Marc Rzatkowski ab, der den Ball ins rechte untere Toreck beförderte. „Mit dem ersten guten Angriff macht Pauli das Tor“, merkte auch Duisburgs Cheftrainer Ilia Gruev an, der seiner Mannschaft für die generelle Leistung ein Lob aussprach: „Wir haben im Vergleich zum Karlsruhe-Spiel sehr diszipliniert gespielt. Die Mannschaft war motiviert und mutig und alle wollten unbedingt. Das war auch für mich persönlich sehr wichtig.“

Einzelkritik. Doch allein für großen Kampf gibt es eben keine Punkte, weshalb die Luft im Abstiegskampf noch dünner wird. Durch den Sieg von 1860 München gegen Fortuna Düsseldorf hat sich der Abstand auf den 16. Tabellenplatz zwar nicht vergrößert, die Tendenz der letzten Wochen zeigt bei den Löwen jedoch in eine bessere Richtung, als die beim MSV. In der Tat konnte niemand den Meiderichern auch nach dem Gegentor einen Vorwurf machen, dass die kämpferische Einstellung nicht passt. Die Hausherren rannten an, probierten es immer wieder mit Flanken und am Ende sogar mit vier Stürmern. Jedoch brachte selbst die pure Offensive der letzten Minuten keine hochkarätige Torchance. Die beste Möglichkeit vergab Tomané nach einer guten Stunde, als er nach einer Flanke von Özbek per Kopf zum Abschluss kam, Himmelmann jedoch parierte. Ansonsten hing auch der Portugiese weitestgehend in der Luft.

Obwohl St. Pauli mit einer absoluten Notbesetzung in der Innenverteidigung auflaufen musste, nachdem Trainer Ewald Lienen unter der Woche reihenweise die Alternativen wegbrachen, gelang es dem Duisburger Offensivspiel nicht, Marc Hornschuh, der normalerweise als Rechtsverteidiger aufläuft und Joel Keller, der sein Zweitligadebüt bestritt und ansonsten in der Regionalliga-Reserve spielt, vor nennenswerte Schwierigkeiten zu stellen. Lienen sprach auf der anschließenden Pressekonferenz sogar von einer „Extremsituation“.Es zeigt eindrucksvoll das größte Dilemma der Duisburger auf: Die Mannschaft schießt viel zu wenig Tore. Mit 17 Toren aus 23 Spielen ist die Liga logischerweise nicht zu halten, seit diesem Wochenende stellt der MSV schließlich die harmloseste Offensive der Liga. Dass fünf Spieler mit je zwei Treffern die interne Torjägerliste anführen, beweist eindrucksvoll, wo der Schuh vor allem drückt.

So spielten der MSV Duisburg und der FC St. Pauli

MSV Duisburg: Ratajczak - Feltscher, Meißner, Bohl, Poggenberg (84. Grote) - Özbek, Albutat (79. Obinna) - Chanturia, Janjic (61. Onuegbu), Wolze - Tomané. Trainer: Gruev

St. Pauli: Himmelmann - Dudziak, Hornschuh, Keller, Buballa - Alushi, Rzatkowski - Choi (72. Sobota), Buchtmann - Verhoek, Thy. Trainer: Lienen

Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)

Tor: 0:1 Rzatkowski (64.), 0:2 Verhoek (90.+4).

Der MSV-Live-Ticker zum Nachlesen:

MSV Duisburg - FC St. Pauli 0:2

Braunschweig - FSV Frankfurt 0:0

Heidenheim - Arminia Bielefeld 3:2