Von Banner provoziert - Rechte MSV-Hooligans schlugen auf Ultras ein

Dieses Spruchband zu den Vorfällen in Braunschweig (siehe Artikel) nahmen die rechten Schläger zum Anlass, die Ultras anzugreifen.
Dieses Spruchband zu den Vorfällen in Braunschweig (siehe Artikel) nahmen die rechten Schläger zum Anlass, die Ultras anzugreifen.
Foto: WAZ FotoPool
Rechte Schläger haben nach dem Drittliga-Spiel des MSV-Duisburg gegen 1. FC Saarbrücken MSV-Ultras angegriffen. Laut Polizei griffen rechtsgerichtete Hooligans der Gruppe „Division Duisburg“ MSV-Ultras der Gruppe „Kohorte“ an. Die Polizei trennte mit starken Kräften die Fan-Gruppen.

Duisburg.. Nach dem Heimspiel des MSV Duisburg gegen Saarbrücken am Samstag ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei griffen rechtsgerichtete Hooligans der Gruppe „Division Duisburg“ MSV-Ultras der Gruppe „Kohorte“ an. Die Polizei trennte mit starken Kräften und unter erheblichem Pfefferspray-Einsatz die Fan-Gruppen. Die Krupp­straße blieb bis weit nach Spielende gesperrt.

Anlass der Auseinandersetzungen war offenbar ein Spruchband der „Kohorte“, mit dem in der Nordkurve gegen ein „Auftrittsverbot“ linker Ultras im Braunschweiger Stadion protestiert wurde. Solche Plakate wurden in den vergangenen Wochen in zahlreichen Stadien des Landes gezeigt, nachdem die Braunschweiger von rechten Hooligans angegriffen, dann vom eigenen Verein vor die Tür gesetzt wurden, was auch in den Medien zu Kritik an der Vereinsführung geführt hatte.

Aktion gegen Rassismus vor dem Spiel

Vor Spielbeginn hatte es am Samstag im Stadion noch eine Aktion gegen Diskriminierung und Rassismus gegeben, mit einem Fan-Video und Aufrufen der ehemaligen MSV-Spieler Michael Tönnies und Tobias Willi im Rahmen der FARE-Wochen (Football against Racism in Europe, Fußball gegen Rassismus in Europa). Die „Kohorte“ erklärt in einer Stellungnahme, dass sie bewusst auf eine Beteiligung an der Aktionswoche gegen Rassismus verzichtet hatte, nachdem sie in der Vergangenheit von rechten Gruppen bedroht wurde. Sie habe keine Gründe für einen Angriff liefern wollen.

Gleichwohl griffen nach Augenzeugenangaben rund 15 teils vermummte Hooligans kurz vor 16 Uhr die etwa 50-köpfige „Kohorte“-Gruppe auf dem Weg aus dem Stadion zum Parkplatz an. Folgen: Platzwunden, Prellungen und schließlich der massive Polizeieinsatz mit Reizgas und Schlagstöcken. Die Beamten lösten ihre Kette zwischen den Fangruppen erst gegen 17 Uhr wieder auf. Etliche Strafanzeigen wurden gestellt. Welchen Gruppen die Betroffenen angehören, konnte die Polizei am Sonntag noch nicht sagen. „Es wird weiter ermittelt“, hieß es gestern im Präsidium. Die Angreifer hätten aber wohl auch der Gruppierung „Division“ angehört.

"Kohorte"-Ultras appellieren an MSV-Fans

Die Ultra-Gruppen „Kohorte“ und „Jungspunde“ appellierten nach den Vorfällen nach Abpfiff des Spiels, das 3:3 ausging an den MSV, an das Fanprojekt und an alle anderen Fans, sich für eine „bunte Kurve“, also eine auch politisch vielfältige Fan-Szene, einzusetzen. Jeder Mensch müsse sich beim MSV wohlfühlen können.

Als Ultras bezeichnen sich Fan-Gruppen, die mehrheitlich friedlich (es gibt in der Szene Ausnahmen) ihren Verein durch konstante Anfeuerung und Choreographien unterstützen. Meist sind es junge Menschen.

Die rechten Hooligans sind gewaltsuchend und haben durchaus Erfahrung im Kampfsport.

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