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Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic

24.09.2012 | 22:29 Uhr
Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic
Irritationen ausgeräumt: Toni da Silva (li.) fiebert jetzt seinem Startelf-Comeback entgegen.Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Als Toni da Silva beim Spiel gegen den VfL Bochum merkte, dass nicht er, sondern Teamkollege Brandy eingewechselt werden sollte, machte der Ex-Dortmunder eine abfällige Handbewegung. Am Montag unterhielt sich MSV-Trainer Kosta Runjaic mit dem Brasilianer.

MSV-Cheftrainer Kosta Runjaic hatte die Geste nicht mitbekommen. Und Fitness-Coach Karim Rashwan auch nicht. Als die Zebras im Zweitliga-Heimspiel gegen den VfL Bochum (0:0) in der 74. Minute zum zweiten Mal einwechseln wollten, signalisierte Rashwan Richtung Sören Brandy, dass er von der Warmlaufzone hinter dem Tor zur Duisburger Bank kommen soll.

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Brandy trabte los, aber Toni da Silva hatte das Signal wohl auf sich bezogen und war eher da. Rashwan: „Ein Missverständnis. Ich hatte nicht gesehen, dass Toni schon auf dem Weg zu uns war.“ Als da Silva merkte, dass nicht er, sondern Teamkollege Brandy eingewechselt werden sollte, machte der Ex-Dortmunder eine abfällige Handbewegung und trottete sichtlich genervt zurück hinter das Tor.

Am Montag gab es ein Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und Runjaic. Die Wogen sind geglättet. „Wir haben uns alle wieder lieb“, begradigte der dreifache Deutsche Meister den Benimm-Fauxpas mit einem Scherz, „wir haben die Sache ausgeräumt.“ Der 34-Jährige räumt ein: „Es ist dumm gelaufen. Ich war motiviert, wollte unbedingt rein, musste dann aber noch warten. Deswegen die Reaktion. Disziplin muss natürlich sein. So etwas sollte nicht passieren. Ich habe auch mit Karim darüber gesprochen.“

Für Rashwan „ein Missverständnis“

Auch für Rashwan ist die Geschichte aus der Welt. „Es war ein Missverständnis. Als Toni vor Sören zur Bank kam, dachte ich erst, er wollte etwas holen. Ich werde es küntig so machen, dass ich das Trikot des Spielers, der eingewechselt werden soll, in seine Richtung hochhalte. Dann dürften solche Irritationen nicht mehr passieren.“

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Cheftrainer Kosta Runjaic weiß, dass es wichtigere Baustellen rund um den MSV gibt. „Wir können und wollen es uns nicht erlauben, irgendwelche Situationen herzustellen, nach denen sich der eine oder andere von außen bestätigt fühlt. Toni hat es falsch verstanden. Das war die Sache mit Sender und Empfänger. Wir arbeiten an jeder Kleinigkeit.“ Der ehemalige Darmstädter zeigt auch Verständnis für seinen Offensivmann: „Ein Spieler steht natürlich unter Strom. Toni ist mit seiner Situation nicht zufrieden. Das ist sein gutes Recht.“

Durchaus möglich, dass da Silva in den kommenden Wochen wieder zufriedener dreinschaut. „Toni in der Startelf: Warum nicht“, sagt Runjaic, „wir hatten uns jetzt nach unserem Amtsantritt für diese Anfangsformation entschieden. Deswegen waren die Entscheidungen auf den einzelnen Positionen auch nicht gegen jemanden, sondern für das Team. Wir brauchen jeden.“

Da Silva will dem MSV Duisburg jetzt helfen

Toni da Silva wechselte Anfang August ablösefrei zu den Zebras, hatte aber nach seinem Vertragsende in Dortmund keine Vorbereitung absolviert. „Als ich kam, war die Mannschaft schon weiter. Ich musste erst ein paar Kilo abspecken“, erklärt da Silva, der sich nun „bereit“ fühlt, dem MSV zu helfen. „Die richtige Fitness holt man sich über die Spiele. Dann werde ich noch fitter“, winkt der Mann aus Rio de Janeiro mit dem Zaunpfahl.

Kosta Runjaic registriert die Worte seines Freistoß-Spezialisten. „Toni hat Qualitäten, das hat er oft genug gezeigt. Vielleicht verändern wir in dieser englischen Woche etwas.“ Nach dem Mittwoch-Spiel in Braunschweig kommt am Montag Hertha an die Wedau. Da Silva, der eigentlich aus den letzten Jahren nur Jubelfeiern gewohnt ist, stellt sich: „Nur positiv ist auf Dauer langweilig. Mit Kraft und Verstand kommen wir da unten raus.“

Thomas Tartemann


Kommentare
26.09.2012
14:33
Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic
von Westmeiderich1902 | #4

# MSV63 bei dem Alter kann und muss man von einem Leistungsbedingten Vertag aus gehen,meine das auch irgendwo gelesen zu haben.Und sprechen ist immer besser als verwarnen.Kann ihn auch irgendwie verstehen,das er spielen will.Sicher eine Bereicherung wenn er 100% fit ist.Denn eigentlich hat er alles was man braucht um eine Mannschaft zu führen.Naja warten wir mal die weitere Entwicklung ab.Nur einst ist jetzt sicher langsam müssen Punkte her und am besten heute bei den Braunschweigern,sonst wird es richtig eng.Denn andere Vereine die unten stehen fangen auch an zu punkten und wenn die erst mal 6 Zähler weg sind,beginnt das Nachgerenne mit all seinen Symptomen........

1 Antwort
Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic
von boelli | #4-1

Der Trainer ist doch fair zu da Silva! Der kann sich nur blamieren, wenn er mit solchen Gurken aufläuft. Welche andere vernünftige Fußballer würde sich das antun wollen...

26.09.2012
13:53
Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic
von MSV63 | #3

Natürlich sind solche Gespräche fördernd.Bevor ich eine Abmahnung schreibe,suche ich erst immer eine arbeitsrelevante Aussprache.Diese Vorgehensweise gibt mir im Grossen und Ganzen Recht.Natürlich gibt es auch Ausnahmen.Wenn Menschen kritikressistent sind,hilft nix mehr.Die Trennung ist dann vorprogrammiert.Es ist anzunehmem, das Toni da Silva richtig Geld verdient,wenn er auch spielt.Aber,das ist reine Spekulation.Bei Coach Kosta weiss man mittlerweile,das er nur leistungsfähige Spieler einsetzt.Gewisse Erbhöfe sind passe.

1 Antwort
Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic
von boelli | #3-1

Ja, sie verunsichern schlechte Leute noch mehr! Wenn jemand keine Kritik annimmt, kann das alle möglichen Gründe haben!
Wenn aber Leistung nicht stimmt und fußballerisch zu erkennen ist, dass da nicht mehr drin ist - da helfen auch keine Einzelgspräche! Man muss erkennen wo die Grenzen sind. Ich denke, der MSV hat dafür alles getan! Der Trainer, die Spieler alles ist bestens auf die 3. Liga eingestellt! Die Aussortierung von gänzlichen Versagern und Möchtegern-Fußballern wird dann vor Beginn der Saison in Liga 3 durchgeführt..

26.09.2012
07:36
Was nutzen solche Gespräche?
von boelli | #2

Die haben es nicht drauf! Die könnte man auch eben so gut jeden Tag zu Chorprobe schicken. Das würde auch nichts verändern. Im übrigen was das keine abfällige Handbewegung. Das war nur ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Und was solls? Wenn man schon nicht spielerisch auffallen kann dann versucht man es eben mit bunten Karten...Vielleicht haben die auch ne Wette laufen...Wer nach dem Abstieg die meisten Karten vorweisen kann wird in Liga 3 Kapitän...

25.09.2012
09:10
Vier-Augen-Gespräch zwischen da Silva und MSV-Trainer Runjaic
von Pokalschreck65 | #1

Abfällige Handbewegungen gehen gaaaaaar nicht! Und schon gar nicht in der Öffentlichkeit! Da muß auch von Vereinsseite mal ne Strafe kommen. Wie heiß der Herr Deutscher Meister (der Bankdrücker) war, hat man dann ja auf dem Platz gesehen. Auch mit unserer permanenten Meckerei bei Schiedsrichter-Entscheidungen schaden wir uns nur selbst. Die Herren Sukalo und Berba sind jedes mal Kandidaten für gelb, wenn nicht mehr. Junge Spieler wie Andre lassen sich anscheinend hiervon schon anstecken. Die gelbe Karte wegen Ball-auf-den-Boden schleudern war jedenfalls VÖÖÖÖÖÖLLIG unnötig. Gelb im Zweikampf, jederzeit. Alles andere läßt sich auf finanzieller Art abgewöhnen! Siehe damals Abdelaziz Ahanfouf, der bei uns kaum noch ne Karte gesehen hat.

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