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Starke diesmal der Schwache beim MSV

08.02.2010 | 13:45 Uhr
Starke diesmal der Schwache beim MSV

Düsseldorf.Peter Neururer zählte am Sonntag zu den Siegern. Zwar ging dem seit Ende Oktober beurlaubten Trainer, der beim Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg weiterhin auf der Gehaltsliste steht, eine Siegprämie durch die Lappen, doch dafür gewann Neururer eine Wette gegen Norbert Meier, dem Coach von Fortuna Düsseldorf. Damit konnte Meier gut leben, denn die Fortuna besiegte den MSV gestern in der mit 48 250 Zuschauern ausverkauften Arena mit 2:0 (2:0).

Vor dem Hinspiel hatte Neururer gegen Meier gewettet, dass der MSV mehr Auswärtsfans als die Düsseldorfer mobilisieren könne. 5000 Fortuna-Fans sahen die erste Partie im August, am Sonntag waren knapp 8000 Zebra-Fans in Düsseldorf zugegen. Meier muss seinen Kollegen außer Dienst nun zum Essen einladen. „Das zahle ich gerne”, so ein gut gelaunter Meier nach dem Spiel in der Düsseldorfer Arena.

Als Appetitmacher waren Sonntag nur die Düsseldorfer unterwegs. Begeisterung, Leidenschaft und vor allem Aufstiegswillen demonstrierten lediglich die Fortunen. „Ich habe mir die Mühe gemacht und auf die Uhr geschaut. Duisburg hat zum ersten Mal in der 81. Minute auf unser Tor geschossen”, stellte der Düsseldorfer Jens Langeneke mit Erstaunen fest.

Wie schon am Spieltag zuvor beim 0:2 gegen den FC St. Pauli verlor der MSV sein Spiel in der ersten Halbzeit. „Wir haben aus den Fehlern nicht gelernt”, ärgerte sich Duisburgs Coach Milan Sasic. Zudem kamen neue Fehler hinzu. Beim 1:0 von Andreas Lambertz (17.) ließ der zuletzt zuverlässige MSV-Keeper Tom Starke das Leder durch seine Handschuhe rutschen. Zuvor hatte Lambertz die Duisburger Abwehr vorgeführt. Sasic nahm seinen Torwart in Schutz: „Das kann passieren. Er bleibt der beste Keeper der Liga.”

Sieben Minuten später zeigte der Düsseldorfer Martin Harnik seine Klasse: Er tanzte die MSV-Abwehr aus und traf per Dropkick zum 2:0. Nun dürfte der Mann von Werder Bremen, der auf Leihbasis bei der Fortuna kickt, noch schwerer zu halten sein. „Ich rief vor lauter Verzweiflung schon Abseits”, scherzte Norbert Meier. Doch Harniks Marktwert steigt weiter.

Nach der Pause war der MSV zwar überlegen, konnte die Fortuna jedoch nicht mehr in Gefahr bringen. Die Duisburger Abwehrspieler Kristoffer Andersen und Björn Schlicke waren da schon nicht mehr dabei – Milan Sasic hatte sie nach indiskutablen Leistungen in der Kabine gelassen. Vor allem Schlicke hat in der Rückrunde beim nichts mehr zu lachen. Erst musste er in der Winterpause die Kapitänsbinde abgeben, danach folgten nur noch schwache Leistungen im Trikot der Duisburger Zebras.

Die Träume der Fortuna

Einziger Wermutstropfen für die Düsseldorfer war die Muskelverletzung von Stürmer Ranisav Jovanovic. Ansonsten war Düsseldorfs Sportdirektor Wolf Werner glücklich mit dem Spielverlauf und mit dem Ergebnis.

„Wir können weiter träumen”, so Werner, der damit den Aufstieg in die Bundesliga meinte. Nach zwei Niederlagen in Folge dürften die Duisburger Verantwortlichen dagegen bald Alpträume plagen. Immerhin klopfte MSV-Chef Walter Hellmich seinem Trainer am Sonntag solidarisch auf die Schultern: „Weitermachen!”

Dirk Retzlaff

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