Scheidhauer erhielt im Tor des MSV Vorzug vor Onuegbu

Jubelnde Zebras mit zwei Torhütern nach dem 2:1-Sieg beim VfB Stuttgart II: Michael Ratajczak (Dritter von links) und Kevin Scheidhauer (Fünfter von rechts).
Jubelnde Zebras mit zwei Torhütern nach dem 2:1-Sieg beim VfB Stuttgart II: Michael Ratajczak (Dritter von links) und Kevin Scheidhauer (Fünfter von rechts).
Foto: Daniel Matic
MSV-Trainer Gino Lettieri traf nach dem Ratajczak-Platzverweis eine Bauchentscheidung. Das Elfmetertor reduziert jedoch die Sperre.

Duisburg.. Als Michael Ratajczak am Sonntag den Stuttgarter Jerome Kiesewetter von den Beinen geholt hatte und den Pfiff des Schiedsrichters hörte, war dem Torwart des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg schon klar, dass es ihn im Spiel beim VfB Stuttgart II erwischt hatte. Elfmeter und Rote Karte. „Ich hatte eine 50-Prozent-Chance an den Ball zu kommen. Leider hat’s nicht geklappt“, so Ratajczak hinterher. Aber „Rata“ war froh, dass der MSV am Ende doch mit 2:1 als Sieger vom Platz war.

So spielte sich in den letzten zehn Minuten in der Aspacher Arena ein Kuriosum ab, das Ratajczak schon in der letzten Saison in ähnlicher Form in Darmstadt erlebt hatte. Damals flog er wegen einer Notbremse außerhalb des Strafraumes vom Platz, auch damals war das Duisburger Wechselkontingent bereits erschöpft. Damals ging Stürmer Gerrit Wegkamp für die letzten Minuten ins Tor, diesmal war es Angreifer Kevin Scheidhauer, der sich die Torwart-Handschuhe für rund zehn Minuten überzog.

Warum ausgerechnet Scheidhauer? „Es war eine Bauchentscheidung“, so Trainer Gino Lettieri, der nach eigenem Bekunden zwischen Scheidhauer und Kingsley Onuegbu abgewogen hatte. Auch Kapitän Steffen Bohl stand bereit: Immerhin hat der Allrounder beim MSV schon alle Mannschaftsteile durch – nur die Torwartposition fehlte ihm noch. „Aber ich reiße in so einer Phase nicht die Abwehrreihe auseinander“, war das für Lettieri kein Thema.

Mit der stärksten Truppe gegen RWO

Not-Torwart Kevin Scheidhauer stand zum ersten Mal in seiner Laufbahn zwischen den Pfosten. „Nicht einmal in der E-Jugend habe ich im Tor gespielt“, lachte der 23-Jährige. Beim Elfmetertor von Konstantin Rausch hatte sich Scheidhauer sogar die richtige Ecke ausgesucht und hätte mit etwas Glück den Ball noch erreichen können.

Am Ende dürfte es aber eine glückliche Fügung sein. Da die Stuttgarter den Elfmeter verwandelten, wird sich die Sperre von Michael Ratajczak um ein Spiel reduzieren. So geht der MSV Duisburg davon aus, dass „Rata“ nur für das Spiel gegen Energie Cottbus gesperrt ist. Für das Pokalspiel in Oberhausen am Mittwoch ist er spielberechtigt. Der Ex-Düsseldorefer rechnet damit, dass er gegen RWO im Tor stehen wird: „Ich gehe davon aus, dass wir mit der stärksten Truppe da auflaufen werden.“

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