Runjaic erinnert Rüttgers an Sasic

Andreas Rüttgers fand das Spiel gegen Hertha BSC beeindruckend: „Das Stadion stand wie eine Eins hinter dem MSV.“
Andreas Rüttgers fand das Spiel gegen Hertha BSC beeindruckend: „Das Stadion stand wie eine Eins hinter dem MSV.“
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der Vorstandschef der Zebras, Andreas Rüttgers, ist beruhigt, dass die lange Talfahrt seines Teams erst einmal gestoppt ist. Am Donnerstag steht ein Testspiel beim Regionalligisten Wuppertaler SV Borussia an.

Duisburg.. Ohne Roland Müller, der für die philippinische Nationalmannschaft ein Länderspiel absolviert und erst am Montag in Duisburg zurückerwartet wird, sowie die Langzeitverletzten Timo Perthel (Reha nach Mittelfußbruch) und Jürgen Gjasula (Herzmuskelentzündung) wird Fußball-Zweitligist MSV Duisburg am Donnerstagabend (18.30, Stadion am Zoo) ein Freundschaftsspiel beim Regionalligisten Wuppertaler SV Borussia absolvieren. Auch für Julian Koch und Markus Bollmann, die nach langen Ausfallzeiten gerade erst auf den Trainingsplatz zurückgekehrt sind, kommt ein Wettkampf noch zu früh.

MSV Dass „Jule“ überhaupt wieder dabei ist, wird beim MSV als gutes Zeichen gewertet. „Julian ist vom Typ immer ein Spieler, der für die Mannschaft wichtig ist“, sagt Präsident Andreas Rüttgers, „aber wir dürfen nicht den Fehler machen, ihn sofort in der Position zu sehen, in der er sich vor seiner schweren Verletzung hier in Duisburg befunden hat.“ Rüttgers betont: „Koch hat durch seine Art immer mitgerissen. Jetzt ist es Aufgabe der Mannschaft, Jule Rückhalt zu geben. Das Team muss sich für ihn reinhängen.“

„Eine gewisse Demut entwickelt“

Dass die wochenlange Talfahrt mit teilweise erschreckenden Auftritten durch eine Leistungstrendwende gestoppt wurde, hat nicht nur die Duisburger Fans, sondern auch Rüttgers beruhigt. „In den letzten Wochen habe ich eine gewisse Demut entwickelt, was alles passieren kann. Letzte Saison hatten wir nach 13 Spielen neun Punkte. Jetzt bewegen wir uns in einer Situation, in der wir mit zwei Siegen mehrere Plätze klettern können, es aber umgekehrt genauso schnell wieder nach unten gehen kann. Wir müssen die Konzentration noch lange hochhalten.“

MSV Duisburg Mit Prognosen oder Zielvorgaben hält sich der Klubchef zurück. Dafür ist der Touristikexperte stolz auf das, was sich zuletzt gegen Hertha BSC abspielte: „Da lagen wir früh hinten, hatten ohnehin die Negativserie im Rücken. Und das ganze Stadion stand wie eine Eins hinter dem MSV. Das hat selbst bei Berliner Funktionären Eindruck hinterlassen. Wenn fremde Personen, die bei dir zu Gast sind, so etwas erwähnen, dann finde ich das besonders.“

Dass die Duisburger Spieler mittlerweile das Motto „Leben, Liebe, Leidenschaft“ mit kämpferisch hervorragenden Leistungen wie in Cottbus oder gegen Hertha entsprechend umsetzen, ist offensichtlich. Rüttgers differenziert allerdings: „Es ist nicht immer selbstverständlich und auch nicht immer möglich, alle Tugenden des Leitbildes zu erfüllen. Wenn das klappen würde, wären wir in zwölf Monaten in der Bundesliga. Aber in einer Passage heißt es auch: Nach Niederlagen stehen wir wieder auf. Und das ist das Wichtige.“

Was den Trainertyp Kosta Runjaic anbelangt, sieht Andreas Rüttgers gewisse Parallelen zu Milan Sasic. Zum Ex-Coach pflegte Rüttgers ein recht enges Verhältnis. „Sowohl Milan als auch Kosta sind ehrlich von ihrer Art, sie sprechen unsere Sprache, auch wenn sie nicht aus Duisburg kommen. Sie sind direkt, verlieren keine Zeit und haben Visionen, die sie vorleben. Ich mag das einfach.“