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Jahreshauptversammlung

Rüttgers ruft Mitglieder des MSV Duisburg zur Einheit auf

26.06.2012 | 22:53 Uhr
Rüttgers ruft Mitglieder des MSV Duisburg zur Einheit auf
Zum ersten Mal trafen sich die Mitglieder des MSV Duisburg in der Arena zur Jahreshauptversammlung.Foto: Christoph Reichwein/WAZ FotoPool

Duisburg.  Andreas Rüttgers hatte kaum einen Zweifel. „Hätten wir uns wie geplant im Dezember zur Mitgliederversammlung getroffen, hätte der große Knall den Verein zur Geschichte gemacht“, sagte der Vorstands-Vorsitzende des MSV Duisburg am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung im Business-Bereich der Schauinsland-Reisen-Arena.

Mit sechsmonatiger Verspätung tagten die MSV-Mitglieder gestern dann doch – und allen voran Vereinschef Andreas Rüttgers bemühte sich, ein dunkles Kapitel der Vereinsgeschichte hinter sich zu lassen.

MSV Duisburg
MSV-Chef Rüttgers wehrt sich „gegen das Graue-Maus-Image“

Seit Januar ist Andreas Rüttgers als Vorstandsvorsitzender des MSV im Amt. „In diesen fünf Monaten ist schon irrsinnig viel passiert“, sagt der Vereinschef. Vor der Jahreshauptversammlung am Dienstag spricht Rüttgers im Interview über Probleme und Visionen.

Rückblende: Der Herbst des letzten Jahres war geprägt von den Auseinandersetzungen zwischen dem Vorstand mit Dieter Steffen an der Spitze und dem Aufsichtsrat mit Hans-Werner Tomalak als Vorsitzenden. Rüttgers, der erst seit Januar im Amt ist, gestern aber das Geschäftsjahr 2010/11, in dem Walter Hellmich und Dieter Steffen das Sagen hatten, bilanzieren musste, verknüpfte seinen Vortrag mit dem Appell an die 544 anwesenden Mitglieder, künftig gemeinsam für das Wohl des Vereins zu arbeiten. Rüttgers: „So etwas wie im letzten Jahr darf nie wieder passieren. Es war für den Verein so etwas wie ein Infarkt.“

Während Vorstandsmitglied Robert Philipps in seinem Kassenbericht für den Verein einen Gewinn von knapp 133.000 Euro bekannt geben durfte, goss Geschäftsführer Roland Kentsch ein wenig Essig in den Wein. Kentsch erläuterte die bereits seit Oktober bekannten Zahlen der KGaA und gab einen düsteren Ausblick für das in dieser Woche endende Geschäftsjahr 2011/12. „Der Umsatz wird deutlich unter 20 Millionen Euro liegen und wir werden rote Zahlen schreiben.“

Perspektive mit Hoffnung

Kentsch mahnte an, dass der MSV seine Sponsoreneinnahmen und seinen Zuschauerschnitt erhöhen müsse. Allerdings sieht der Geschäftsführer am Horizont einen Silberstreif. Durch Auflösung des Hellmich-Marketing-Vertrages, ein zum Jahresende auslaufendes Darlehen der Stadionbetriebsgesellschaft, der Reduzierung der Stadionmiete und des neuen Fernsehvertrages könne der MSV künftig mit zusätzlichen 3,5 Millionen Euro  pro Jahr rechnen. Kentsch forderte zudem Kontinuität an der Spitze des Vereins: „Ich bin erst seit zwei Jahren beim MSV, und in allen drei Gremien wechselte schon der Vorsitzende zweimal. Das ist zu viel.“

Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann



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