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Neururers Karriere
30.10.2009 | 10:42 Uhr 2009-10-30T10:42+0100Schwadroneur, Dampfplauderer oder ein unterschätzter Erfolgstrainer: Peter Neururer ist sehr umstritten.
Zunächst hielt sich Neururer jahrelang im Amateurfußball auf - als Spieler bei fünf Vereinen (SpVgg Marl, DJK Gütersloh, VfB Remscheid, STV Horst-Emscher und ASC Schöppingen) und als Trainer beim TuS Haltern (Saison 84/85) und bei Weitmar 09 (Saison 85/86). Als Aktiver war seine höchste Klasse die Oberliga. Er ist Schalke-Fan, Diplom-Sportlehrer, wohnt in Gelsenkirchen, machte Wahlwerbung für die CDU und spielt gern Golf.
1. Juli 1986 bis 17. November 1987: Rot-Weiss Essen
Saison 1986/87: 2. Bundesliga: Neururer arbeitete als Co-Trainer bei RWE.
Saison 1987/88: 2. Bundesliga: Für acht Spieltage übernahm Neururer ab dem 17. November 1987 seinen ersten Job im Profifußball - bei Rot-Weiss Essen. Nach 2 Siegen, 2 Unentschieden und 3 Niederlagen musste der aufstrebende junge Trainer - damals 32 Jahre alt - gehen.
11. Januar 1988 bis 9. April 1989: Alemannia Aachen
1988/89 - 2. Bundesliga: 6. Platz. Sein erstes Spiel war ein 0:0 bei Darmstadt 98 am 20. Februar 1988.
1989/90 - 2. Bundesliga: Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Darmstadt 98 (8. April) stand Alemannia auf Platz 7 - mit vier Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. Neururer zog es zu seinem Traumverein...
11. April 1989 bis 13. November 1990: FC Schalke 04
Saison 1988/89 - 2. Bundesliga: Mit einer 1:2-Niederlage bei Hertha BSC am 15. April 1989 vor 11.000 Zuschauern begann die Karriere des bekennenden Schalke-Fans in Gelsenkirchen. Am Saisonende retteten sich die Schalker mit zwei Punkten Vorsprung
Saison 1989/90 - 2. Bundesliga: 5. Platz mit 43-33 Punkten und 69:51 Toren - mit drei Punkten Rückstand auf den Aufstiegsplatz
Saison 1990/91 - 2. Bundesliga: Nach dem 1:1 bei Fortuna Köln musste Neururer gehen - obwohl er mit Schalke auf Platz 2 stand. Am Saisonende stieg S04 als Zweitliga-Meister auf. Der Coach war ein Opfer der Launen von Schalke-Präsident Günter Eichberg geworden.
13. März 1991 bis 27. Mai 1991: Hertha BSC Berlin
Saison 1990/91 - 1. Bundesliga: 18. Platz. Neururers zweimonatige Amtszeit bei Hertha begann mit einer 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern - und einem Gegentor nach zwei Minuten. Seine Bilanz: kein Sieg, zwei Unentschieden, neun Niederlagen bei 13:36 Toren. Nach einem 3:7 bei Bayern München wurde er wieder gefeuert. Übrigens: Olaf Thon traf in diesem Spiel dreimal für die Bayern. Hertha holte am Saisonende nur 14 Punkte.
1. Juli 1991 bis 30. Juni 1993: 1. FC Saarbrücken
Saison 1991/92 - 2. Bundesliga Süd: 1. Platz mit 42-22 Punkten und 52:30 Toren. Michael Preetz war Neururers bester Torschütze.
Saison 1992/93 - 1. Bundesliga: 18. Platz mit 23-45 Punkten und 37:71 Toren. Trotz Wolfram "Wutti" Wuttke, Stefan Beckenbauer, Eric Wynalda und Juri Sawitschew mit vier Punkten Rückstand ab. Der FC gewann nur fünf Spiele. Neururer ging und blieb über ein Jahr arbeitslos.
7. November 1994 bis 30. Mai 1995: Hannover 96
Saison 1994/95 - 2. Bundesliga. Neururer übernahm Hannover auf Platz 16 und flog nach einem 1:1 gegen Wolfsburg, als 96 auf Rang 12 stand - trotz einer ordentlichen Bilanz (7 Siege, 7 Unentschieden, 6 Niederlagen).
1. April 1996 bis 30. September 1997: 1. FC Köln
Saison 1995/96 - 1. Bundesliga: 12. Platz mit 40 Punkten und 33:35 Toren. Der FC war trotz Bodo Illgner, Sunday Oliseh und des Sturmduos Polster/Labbadia 17., als Neururer kam. Neururer rettete Köln am letzten Spieltag durch einen 1:0-Sieg bei Hansa Rostock.
Saison 1996/97 - 1. Bundesliga: 10. Platz mit 44 Punkten und 62:62 Toren. Toni Polster erzielte 21 Tore in dieser Saison, der FC hatte fünf Punkte Rückstand auf einen Uefa-Cup-Platz. Den verspielten die Kölner in der Rückrunde. Am 20. Spieltag standen sie noch mit 32 Punkten auf Rang fünf.
Saison 1997/98 - 1. Bundesliga. Nach einer 0:1-Niederlage bei Hertha BSC flog Neururer. Die Endphase der vorherigen Saison (12 Punkte aus 14 Spielen) passte nicht und dann startete der FC mit 7 Punkten aus 8 Spielen. Zu wenig. Es begann eine anderthalbjährige Arbeitslosigkeit.
20. April 1999 bis 30. Juni 1999: Fortuna Düsseldorf
Saison 1999/00 - 2. Bundesliga. Neururers Zeit im Rheinstadion dauerte nur zwei Monate. Als Neururer kam, stand die Fortuna auf Platz 18 - als Neururer ging auch. Die Bilanz aus acht Spielen: 2 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:19 Tore.
25. Oktober 1999 bis 6. August 2000: Kickers Offenbach
Saison 1999/00 - 2. Bundesliga: 17. Platz mit 35 Punkten und 35:56 Punkten. Neururers Bilanz war durchaus positiv (8 Siege, 8 Unentschieden, 9 Niederlagen - 32 Punkte, 30:41 Tore), doch als er zum Bieberer Berg kam, standen die Kickers sieglos auf dem letzten Platz (nach neun Spieltagen). Den Abstieg konnte Neururer nicht verhindern.
Siege 2000/01 - Regionalliga Süd. Nach nur zwei Spielen in der Regionalliga endete Neururers Amtszeit in Offenbach (1 Punkt, 2:3 Tore).
20. September 2000 bis 27. November 2001: LR Ahlen
Saison 2000/01 - 2. Bundesliga: 6. Platz mit 54 Punkten und 61:53 Toren. Diesmal war Neururer nicht lange arbeitslos. Er führte die sehr erfahrene Mannschaft (Spörl, Feinbier, Fengler, Hamann, Arnold - alle damals mindestens 30 Jahre alt) sogar fast in die Bundesliga, doch von den letzten vier Spielen verlor Ahlen zwei.
Saison 2001/02 - 2. Bundesliga: Ermin Melunovic traf am 14. Spieltag viermal für den FC Schweinfurt 05 zum 4:2 gegen Ahlen. LR fiel mit einer ausgeglichenen Bilanz (6 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen) auf Rang 10 zurück.
4. Dezember 2001 bis 30. Juni 2005: VfL Bochum
Saison 2001/2002 - 2. Bundesliga: 3. Platz mit 65 Punkten und 69:49 Toren. Neururer schaffte mit dem VfL eine fulminante Aufholjagd, die am letzten Spieltag auf Rang drei endete - nach einem 3:1-Erfolg bei Alemannia Aachen. Maximaler Erfolg, Teil 1.
Saison 2002/2003 - 1. Bundesliga: 9. Platz mit 45 Punkten und 55:56 Toren. Bochum begann als Tabellenführer, schaffte frühzeitig den Klassenerhalt, erreichte das Viertelfinale im DFB-Pokal und stellte mit Thomas Christiansen den Torschützenkönig. Maximaler Erfolg, Teil 2.
Saison 2003/2004 - 1. Bundesliga: 5. Platz mit 56 Punkten und 57:39 Toren. Der VfL kam erst zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in den Uefa-Cup und wurde "Ruhrgebietsmeister". Maximaler Erfolg, Teil 3. Die ersten zweieinhalb Jahre beim VfL waren Neururers erfolgreichste Zeit als Trainer.
Saison 2004/2005 - 1. Bundesliga: 16. Platz mit 35 Punkten und 47:68 Toren. Im Uefa-Cup scheiterte der VfL bereits in der ersten Runde an Standard Lüttich - und stürzte danach auch in der Liga ab. Zu Beginn der Rückrunde gab es erstmals Kritik an Neururer.
10. November 2005 bis 30. August 2006: Hannover 96
Saison 2005/06 - 1. Bundesliga: 12. Platz mit 38 Punkten und 43:47 Toren. Neururer löste Ewald Lienen ab und blieb in seinen ersten zehn Spielen ungeschlagen (4 Siege, 6 Unentschieden). Doch danach ging es bergab - die restliche Saisonbilanz: 2 Siege, 5 Unentschieden, 5 Niederlagen.
Saison 2006/07 - 1. Bundesliga. Neururer - ohnehin in der Kritik nach der mäßigen Endphase der vorherigen Saison - verlor mit 96 die ersten drei Spiele und wurde gefeuert.
16. November 2008 bis 29. Oktober 2009: MSV Duisburg
Saison 2008/09 - 2. Bundesliga: 6. Platz mit 55 Punkten und 56:36 Toren. Trotz einer fantastischen Rückrunde (33 Punkte, 3. Platz in der Rückrundentabelle) lag der MSV am Saisonende fünf Punkte hinter dem dritten Platz.
Saison 2009/10 - 2. Bundesliga: Mit großen Ambitionen startete Neururer in seine zweite Saison beim MSV. Doch was ist daraus geworden?
Die Gesamtbilanz
Peter Neururer schaffte zwei direkte Aufstiege (1. FC Saarbrücken, VfL Bochum) und bereitete einen vor (Schalke 04). Fünfmal stieg er ab (Hertha BSC, 1. FC Saarbrücken, Fortuna Düsseldorf, Kickers Offenbach, VfL Bochum). Er saß in 223 Bundesliga- und 291 Zweitligaspielen auf der Trainerbank (Stand: 30. September 2009).
(Quellen: Wikipedia, fussballdaten.de)