Neururer zuversichtlich
28.01.2009 | 19:02 Uhr 2009-01-28T19:02:00+0100
Peter Neururer ist mit dem Stand der Dinge beim MSV Duisburg und dem Zustand seiner Mannschaft wenige Tage vor dem Rückrundenstart bei Hansa Rostock zufrieden.
„Auf einer Skala von zehn Punkten würde ich neuneinhalb Punkte vergeben”, zieht der Zebra-Trainer eine erste Bilanz nach der Vorbereitung. Der 53-Jährige verbreitet – wie gewohnt – Optimismus. Von hohem Druck will er nichts wissen: „Den habe ich schon seit zehn Jahren nicht mehr. Nur noch während der Spiele, wenn ich selbst kaum noch eingreifen kann.”
Mittwoch ließ Neururer seinen wunschgemäß auf 22 Spieler reduzierten Kader 2x30 Minuten lang spielen. Wettkampfatmosphäre auf dem Trainingsgelände in Meiderich, unter winterlicher Sonne floss der Schweiß. Es war keines der üblichen Trainingsspielchen, denn bekanntlich gibt es für die Startelf noch einige Vakanzen. Etwa die unumgängliche T-Frage. Neururer will Freitag entscheiden, wer die Nummer eins sein wird, und er stellt den Kandidaten Tom Starke und Marcel Herzog „ein absolut Erstliga-taugliches Zeugnis” aus. „Beide sind stark, beide könnten in der ersten Liga spielen, beide haben eine gute Vorbereitung absolviert.” Aber es kann nur einen geben, dies stellt Neururer vorab klar: „Wir werden keine Wechselspielchen machen. Freitag entscheide ich, wer im Tor stehen wird, und dabei bleibt es dann.” Vorausgesetzt, die Nummer eins bleibt von Verletzungen verschont.
Luxusprobleme hat Neururer in seinem Kader gewiss nicht. Aber durch den verschärften Konkurrenzkampf immerhin Optionen. Beispielsweise Gorden Schildenfeld für die zentrale Abwehr. Sehr solide, ein trockener Defensivmann mit „enormen Stärken in der Luft.” Schildenfeld könnte jederzeit in der Viererkette spielen, Mittwoch beließ es Neururer bei der bekannten Formation Markus Brzenska und Björn Schlicke. Deutliche Hinweise gab es zudem mit Neuzugang Bernd Korzynietz auf der rechten und Olivier Veigneau auf der linken Abwehrseite.
Vakanzen, Möglichkeiten und Alternativen setzen sich im Mittelfeld fort. Neururer kann variieren, hat für den defensiven Part beispielsweise Kapitän Ivica Grlic, Mihai Tararache und Adam Bodzek zur Verfügung. Aber er will in Rostock auch mit einem offensiven Mann hinter drei Spitzen Akzente setzen. Maicon? Vielleicht ist er noch nicht ganz so weit, lässt sich Neururer nicht tiefer in die Karten blicken. Christian Tiffert? Er habe in Belek nur wegen seiner Erkrankung eine Woche aussetzen müssen, aber keine Verletzung auszukurieren gehabt. Deswegen: Vorteil Tiffert. Von Olcay Sahan hält Neururer ohnehin eine ganz Menge. Deswegen gilt auch in diesem Fall: Vorteil Sahan.
Wenn es in der Abteilung Attacke einen Gewinner gibt, dann ist das nach jetzigem Stand Marcel Heller. Neururer: „Er hat seine Zeit in der zweiten Mannschaft genützt.” Und Sportdirektor Bruno Hübner glaubt: „Marcel hat sich wirklich empfohlen und eine gute Vorbereitung hingelegt.” Gleiches gilt für Dorge Kouemaha und Cedrick Makiadi, auch Sandro Wagner und Nicky Adler drängen.
Womit insgesamt einige dringende Wünsche des Trainers greifen und die Kaderreduzierung Wirkung zeigt. „Deswegen”, so Neururer, „vergebe ich neuneinhalb Punkte. Einzig die zwischenzeitlichen Verletzungen von Ede und Maicon schwächten den guten Gesamteindruck.”
Na bitte, möchte man meinen, fast alles gut bis sehr gut. Ab Sonntag startet das Unternehmen Rückrunde und Aufholjagd. „Alles ist möglich”, sagt Neururer, „sogar, dass wir alle Heimspiele gewinnen und auswärts immer einen Punkt holen.” Das wären allein in der Rückrunde 35 Zähler, plus 22 aus der Hinserie, insgesamt also 57. „Das könnte aus meiner Sicht für den Aufstieg reichen”, bilanziert Neururer.
Seine Zuversicht könnte ansteckend wirken. Ein Virus. Erste Attacke in Rostock.

17:00
Die Ankündigung von Offensivfußball hört sich ja zunächst mal gut an...Hoffentlich wird es auch attraktiver Fußball!