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2. Bundesliga

MSV wurde von Fortuna Düsseldorf ausgeknockt

07.02.2010 | 20:56 Uhr

Düsseldorf/Duisburg. Boxweltmeister Wladimir Klitschko, der seinen Schwergewichts-Titel am 20. März in der Düsseldorfer Arena gegen den Amerikaner Eddie Chambers verteidigen will, war beim Zweitliga-Verfolgerduell zwischen Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg als Stargast vor Ort.

Offenbar fühlten sich nur die Fortuna-Spieler durch Klitschko inspiriert. Durch zwei frühe Treffer von Andreas Lambertz (17.) und Martin Harnik (24.) zwang der Aufsteiger den zuletzt auswärts überzeugenden MSV überraschend klar in die Knie. Erschreckend: Im ersten Durchgang kamen die Zebras nicht über die Rolle des Sparringspartners hinaus. Bis auf einen Direktschuss von Neuzugang Kevin Schindler (20.) brandete keine Gefahr vor dem Fortuna-Kasten auf.

Im Duisburger Strafraum brannte es dagegen mehrfach. Vor allem die rechte Defensivseite, auf der Kristoffer Andersen rechts und Björn Schlicke zentral ihren Dienst verrichteten, wurde etliche Male ausgehebelt. Vor dem 1:0 tanzte „Lumpi” Lambertz Andersen, Schlicke und auch noch Adam Bodzek aus. Dass sein Flachschuss dem im Saisonverlauf besten Duisburger Tom Starke durch die Hände und Beine rutschte, rundete das peinliche Abwehrverhalten ab.

Andersen und Schlicke völlig überfordert

Beim zweiten Fortuna-Tor leistete Lambertz die Vorarbeit. Martin Harnik lupfte den Ball über den versteinerten Schlicke und jagte die Kugel unhaltbar ins Netz. „Wir haben dem Gegner die Tore förlich aufgelegt”, ärgerte sich Duisburgs Mittelfeldspieler Christian Tiffert, „die Fortuna konnte man als starkes Heimteam so erwarten. Aber uns hatte ich ehrlich gesagt anders erwartet.”

Damit traf Tiffert den Nagel auf den Kopf. Während die Gastgeber Herz, Mut, Leidenschaft und Dynamik in die Waagschale warfen, jagte der MSV die Bälle planlos aus der Deckung nach vorne. Die Linie fehlte, Sicherheit war erst zu spüren, als Trainer Milan Sasic zur Pause reagierte und die überforderten Andersen sowie Schlicke ihrer Aufgaben entband. Mihai Tararache erledigte den Part als linker Verteidiger solide. Der gelb-verwarnte Adam Bodzek rückte ins Abwehrzentrum und holte sich kurz vor Schluss die Ampelkarte ab (78.). „Es war mein erstes Foul nach der Pause. Als ich nach der Situation am Boden lag, meinte Schiedsrichter Florian Meyer zu mir: Aufstehen, weiter geht's. Erst auf Anmerkung eines Düsseldorfers hat er mich dann runtergestellt”, säuerte Bodzek.

Doch auch mit kompletter Besetzung hätte der MSV gestern keine Wende geschafft. Nur Caiubys Direktversuch (81.) war zu wenig, um Fortuna in Gefahr zu bringen. „Wenn man gegen uns zurückliegt, dann ist es schwer, noch mal zurückzukommen”, meinte der gesperrte Düsseldorfer Christian Weber. Und Christian Tiffert stellte fest: „Wenn man nicht gewinnen kann, dann muss man zumindest versuchen, nicht zu verlieren.” Trainer Milan Sasic war frustriert: „Wir haben aus dem St. Pauli-Spiel nicht gelernt. Das war ohne Qualität, das war absolut zu wenig.”

Dirk Retzlaff Thomas Tartemann

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