MSV-Trainer Gino Lettieri weist B-Elf-Vorwürfe zurück

Pokaldämmerung: MSV-Trainer Gino Lettieri (links) und Co-Trainer Daniel Felgenhauer schauen in Oberhausen nachdenklich aufs Spielfeld.
Pokaldämmerung: MSV-Trainer Gino Lettieri (links) und Co-Trainer Daniel Felgenhauer schauen in Oberhausen nachdenklich aufs Spielfeld.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
"Das waren gestandene Drittliga-Spieler, die zwischenzeitlich in der Stammelf standen", sagte MSV-Coach Lettieri über die Elf, die 0:2 bei RWO verlor.

Duisburg.. Wer A sagt, muss auch B sagen. Mit dem B hatte Gino Lettieri, Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, am Donnerstag wenige Stunden nach der 0:2-Pleite im FVN-Pokal beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen seine Probleme. „Nein, das war keine B-Elf“, unterstrich der 48-Jährige mehrfach.

„Wenn man sich anschaut, wer auf dem Platz stand, muss jedem klar sein, dass das keine B-Elf war. Das waren gestandene Drittliga-Spieler, die zwischenzeitlich in der Stammelf standen und die zuletzt immer wieder Ansprüche gestellt haben, zu spielen“, verwies der Coach auf Spieler wie Michael Gardawski, Pierre De Wit, Dennis Grote und Kevin Scheidhauer. Lettieri: „Diese Qualität sollte reichen, um in Oberhausen zu gewinnen.“

Lettieri wollte auch nichts von Arroganz oder möglichem Unterschätzen des Gegners wissen. „Ich habe den Bayern-Pokal gewonnen, ich habe den Hessen-Pokal gewonnen. Ich wollte auch diesen Pokal gewinnen. Und ich habe diesen Gegner ernst genommen.“ Dass die Mannschaft – vor allem die Abwehrkette – zuvor noch nie in dieser Konstellation gespielt hatte, wollte Lettieri auch nicht gelten lassen: „Wir haben in dieser Formation oft im Training gespielt.“

Kommentar Auch wenn es keine B-Elf gewesen sein soll – eine A-Elf war es allerdings auch nicht. Am Dienstag hatte sich das bei der Pressekonferenz zum Spiel noch anders angehört. „Wir werden mit der stärksten Mannschaft spielen, die uns zur Verfügung steht. Wir gehen mit der frischesten starken Aufstellung in die Partie“, hatte Lettieri angekündigt. Eine Formulierung, die dehnbar ist. Dann waren die Onuegbus dieser Welt am Mittwoch offenbar nicht ausreichend frisch.

Späte Wechsel von MSV-Trainer Lettieri

Lettieri machte schon unmittelbar nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass das Liga-Geschäft im Fokus steht und wichtiger ist: „Soll ich hier volles Risiko gehen, damit dann drei Viertel der Saison den Bach runtergeht?“ Co-Trainer Daniel Felgenhauer ergänzte gestern: „Wenn wir in Oberhausen mit der sogenannten A-Elf gespielt und gewonnen hätten und dann am Samstag gegen Cottbus nach 70 Minuten eingebrochen wären, wäre das Geschrei groß gewesen.“

Lettieri verteidigte am Donnerstag auch seine Wechselpolitik. Er brachte in Oberhausen mit den Stammkräften Zlatko Janjic, Kingsley Onuegbu und Nico Klotz erst in der 71. Minute drei neue Spieler. Zu spät gewechselt? „Nein“, sagt Lettieri. „Wir hatten eine mögliche Verlängerung im Blick. Ursprünglich wollten wir noch zehn Minuten später wechseln. Wir hatten gehofft, dass nach der Pause der Anschlusstreffer fällt, hätten dann in der Schlussphase mit neuen Leuten noch einmal Gas gegeben. Als dann aber auf dem Feld gar nichts mehr passierte, haben wir früher gewechselt.“

Cottbus machte es besser als der MSV

Die schwache Leistung in Oberhausen war für Gino Lettieri gleichzeitig ein Beleg dafür, in den letzten Wochen richtig aufgestellt zu haben. „Ich muss mir immer wieder anhören, warum ich den ein oder anderen nicht aufstelle. In Oberhausen haben wir nun gesehen, warum das so ist“, so Lettieri.

Für die Pokalverlierer schwinden nun die Chancen, in den entscheidenden Ligapartien noch eine große Rolle zu spielen. Zuschlagen will Gino Lettieri die Tür aber nicht: „Jeder hat weiterhin die Chance, sich über Trainingsleistungen anzubieten.

Samstags-Gegner Energie Cottbus machte es im Verbandspokal übrigens besser. Das Team gewann das Halbfinale beim SV Babelsberg mit 2:0. Da war mehr A als B im Spiel. Zwar fehlte Torsten Mattuschka, dafür waren aber zum Beispiel Uwe Möhrle, Nikolas Ledgerwood und Ronny Garbuschewski dabei.