MSV siegt in Halle mit Schmerzen und bangt um Steffen Bohl

Früher Torjubel: Thomas Meißner beglückwünscht Elfmeterschütze Zlatko Janjic (links). Martin Dausch und Rolf Feltscher (von rechts) konzentrieren sich schon wieder auf das Spiel.
Früher Torjubel: Thomas Meißner beglückwünscht Elfmeterschütze Zlatko Janjic (links). Martin Dausch und Rolf Feltscher (von rechts) konzentrieren sich schon wieder auf das Spiel.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Die frühe Elfmeter-Entscheidung kam dem MSV entgegen. Trainer Lettieri war nur mit dem Ergebnis zufrieden. Steffen Bohl verletzte sich früh.

Halle.. Pierre De Wit bemühte sich um Ernsthaftigkeit. Schwer genug. Denn als der Mittelfeldspieler nach dem 2:1 (1:0)-Sieg des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg beim Halleschen FC beim Web-TV-Interview vor der Kamera seinen ersten Einsatz resümierte, stand Stürmer Kingsley Onuegbu hinter ihm und machte Faxen.

Ohne ein Grinsen ging es dann bei De Wit doch nicht. Zum ersten Mal seit August war der Mittelfeldmann als Einwechselspieler in Halle wieder am Ball. „Ich hatte in meiner Laufbahn schon einige Comebacks“, so De Wit sachlich. Doch neben dem Ergebnis zählte die Rückkehr des früheren Bundesliga-Spielers zu den positiven Nachrichten beim MSV.

Trainer Gino Lettieri freute sich über den Auftaktsieg seiner Mannschaft, ärgerte sich aber dennoch. „Wir haben fast 90 Minuten in Überzahl gespielt, sind aber trotzdem nicht ins Spiel gekommen“, so Lettieri, der bei seinen Jungs die nötige Spritzigkeit vermisste. „Man hat deutlich gemerkt, dass wir in den letzten 14 Tagen kein Testspiel mehr hatten“, so Lettieri. Hinzu kam die witterungsbedingte fast zehnstündige Chaos-Anfahrt am Freitag. „Unfassbar. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, stöhnte Sportdirektor Ivica Grlic.

Janjic mit dem elften Saisontreffer

Halle erlebte am Samstag einen Horror-Start, der im gleichen Zug Duisburg einen Traumstart ermöglichte. HFC-Torwart Niklas Lomb, in der Winterpause auf Leihbasis von Bayer Leverkusen an die Saale gewechselt, holte in der vierten Minute MSV-Kapitän Steffen Bohl im Strafraum von den Beinen. Rote Karte und Elfmeter waren die Folge. Zlatko Janjic ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen: Er brachte den MSV mit seinem elften Saisontor in Führung.

Der HFC verlor früh seinen Torwart, der MSV etwas später seinen Kapitän. Steffen Bohl verletzte sich bei der Aktion an der Schulter, versuchte weiterzuspielen, musste aber in der 38. Minute das Handtuch werfen. „Es machte keinen Sinn mehr. Die komplette Seite tat weh“, hofft Bohl nun, dass die Untersuchung am Montag keine schlechten Nachrichten mitbringen wird. Das hofft auch Gino Lettieri, denn ihn plagen jetzt schon wieder mehr personelle Sorgen als ihm lieb sind. Kevin Scheidhauer konnte die Reise nach Sachsen-Anhalt gar nicht erst antreten. Der Stürmer liegt mit einer Infektion flach und Lettieri rechnet bei ihm mit einer zweiwöchigen Zwangspause. Gegen Chemnitz wird auch Kevin Wolze fehlen. Der Linksverteidiger handelte sich in Halle in der Schlussphase eine gelb-rote Karte ein.

Bajic-Handspiel nicht geahndet

Nach der frühen Führung agierte der MSV über weite Strecken zu passiv, suchte nicht die Vorentscheidung. Kurz vor der Pause hatten die Meidericher Glück, weil der Schiedsrichter ein Bajic-Handspiel im 16er nicht ahndete.

In der Nachspielzeit nutzte Kingsley Onuegbu einen von Rolf Feltscher eingeleiteten Konter zum 2:0. Im Gegenzug verkürzte Timo Furuholm für Halle. „Ich freue mich über den Sieg, dieses Gegentor ärgert mich trotzdem“, so MSV-Keeper Michael Ratajczak.