MSV freut sich auf Schalke – kein freier Kartenverkauf

So nah war der MSV dem Pokal seitdem nie mehr: Branimir Bajic (links) blieb 2011 nur der Handschlag mit den DFB-Oberen, Bundespräsident Christian Wulff und Bundestrainer Jogi Löw.
So nah war der MSV dem Pokal seitdem nie mehr: Branimir Bajic (links) blieb 2011 nur der Handschlag mit den DFB-Oberen, Bundespräsident Christian Wulff und Bundestrainer Jogi Löw.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Tickets für den Kracher gegen Schalke gibt es ab dem 6. Juli nur für MSV-Dauerkartenbesitzer und Mitglieder. Eine Übertragung im Free-TV ist denkbar.

Duisburg.. Revanche? Davon redet beim MSV Duisburg noch niemand – die Offiziellen jedenfalls nicht. Aber als Tennis-Weltklassespielerin Andrea Petkovic am späten Mittwochabend unmittelbar nach den Zebras den FC Schalke 04 aus dem Pott zog und damit für ein hochemotionales Ruhr-Derby in der ersten Runde des DFB-Pokals 2015/16 sorgte, wurden natürlich die Erinnerungen wach an den 21. Mai 2011. Jenen gleichermaßen großen wie traurigen Tag, als der MSV das Pokalfinale in Berlin gegen die Gelsenkirchener mit 0:5 verlor. Die Duisburger wurden damit die Mannschaft mit den meisten Endspielniederlagen (nämlich deren vier), ohne selbst einmal zu triumphieren, schufen aber auch durch die anhaltenden Fangesänge in der Schlussphase ihre eigene Gänsehaut-Legende.

Von jenen MSV-Spielern, die vor vier Jahren auf dem Platz standen, ist kaum noch jemand übrig geblieben. Lediglich Branimir Bajic dient aus Duisburger Sicht als Klammer zwischen beiden Partien – und natürlich der damalige Kapitän Ivo Grlic, der heutige Manager. Bei ihm überwog die Freude über das Los: „Was soll ich da sagen . . . Cool! Volles Haus und Derby, das haben sich unsere Fans verdient!“ Dass Schalke trotz der jüngsten Dauerkrise und des noch immer vakanten Trainerpostens als Europa-League-Teilnehmer eine schwer zu lösende Aufgabe darstellen dürfte, ist aktuell eher nebensächlich. So sieht’s auch Trainer Gino Lettieri: „Das ist ein ganz starkes Los, ein großartiges Spiel! Ich freue mich schon auf die Atmosphäre.“

Die sollte durch eine prall gefüllte Schauinsland-Reisen-Arena gewährleistet sein, die nach dem entscheidenden Spiel um den Aufstieg gegen Holstein Kiel vermutlich erneut ausverkauft sein wird. Natürlich klopften am Donnerstagmorgen auch schon die ersten Fans im Stadion an, mussten aber abschlägig beschieden werden. Erstmals wird es nämlich so sein, dass ausnahmslos Dauerkartenbesitzer und MSV-Mitglieder ein Ticket erhalten werden.

Vier Karten für jedes MSV-Mitglied

Am Montag, 6. Juli, beginnt um 10 Uhr an der Arena der Verkauf, wobei jedes Mitglied vier Karten erwerben kann, jeder Saisonticketbesitzer drei. Einen freien Verkauf wird es darüber hinaus in Duisburg erstmals nicht geben. Ein Kontingent von zehn Prozent der Karten, also rund 3100, geht an die Gäste aus Schalke. Rechnerisch bleiben damit rund 28 000 Plätze für Duisburger, wobei davon auszugehen ist, dass aus Sicherheitsgründen wieder Pufferblöcke eingerichtet werden.

DFB-Pokal-Auslosung Gut denkbar, dass jene, die sich vergeblich um eine Karte bemühen, die Partie dann zumindest im frei empfangbaren TV verfolgen können. Noch ist zwar keine Entscheidung gefallen, aber angesichts der anderen Paarungen deutet viel daraufhin, dass der West-Knaller für die Live-Übertragung am Montag, 10. August, in der ARD ausgewählt wird. Andernfalls wäre eine Terminierung ab dem vorherigen Freitag, 7. August, möglich; Live-Bilder gibt es dann nur bei Sky. Einen finanziellen Vorteil aus der Free-TV-Übertragung hätte der MSV übrigens nicht: Die Extraprämien für die daran beteiligten Mannschaften sind seit der vergangenen Saison weggefallen. Wer dort in der ersten Runde ausschied, erhielt einen Festbetrag von 140 000 Euro; für das Erreichen der zweiten Runde wurden dann schon 408 000 Euro ausgeschüttet.

Heldt: „Haben uns über MSV-Aufstieg gefreut“

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Verantwortlichen des FC Schalke 04 im Moment größere Sorgen haben als die Auslosung im DFB-Pokal. Einen Kommentar von Sportvorstand Horst Heldt erhielt die Sportredaktion dann aber doch noch: „Wir haben uns schon über den Zweitliga-Aufstieg unseres Nachbarn MSV gefreut, nun freuen wir uns auf ein tolles Revierderby im Pokal. In diesem wollen wir natürlich eine Runde weiterkommen.“