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MSV Duisburg trauert um Werner "Eia" Krämer

15.02.2010 | 05:00 Uhr
MSV Duisburg trauert um Werner "Eia" Krämer

Duisburg. Werner Krämer verstarb am Freitag nach schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren. Beim MSV Duisburg gehört der frühere Nationalspieler der Jahrhundertelf an.

Am Abend wird in der MSV-Arena vor dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern traditionell der Zebra-Twist erklingen. Ein munteres Lied. Doch die eine Zeile wird viele Fans diesmal besonders bewegen: „Krämer, Pass und Tor!” Werner „Eia” Krämer lebt nicht mehr. Der legendäre Spieler des MSV Duisburg starb am Freitagabend nach langer schwerer Krankheit, knapp drei Wochen nach seinem 70. Geburtstag.

Dass Song-Texter Walter Bovlet 1964 Krämer neben Helmut Rahn mit einer Zeile im Zebra-Twist bedachte, sagt bereits viel über den Stellenwert des gelernten Drehers beim MSV aus – zumal damals gerade erst die erste Hälfte der ersten Bundesliga-Saison gespielt war. Die Autoren der Chronik zum 100-jährigen Bestehen des Vereins nahmen Eia Krämer vor acht Jahren in die „Jahrhundert-Elf” des MSV auf – neben Spielern wie Manfred Manglitz, Bernard Dietz oder Rudi Seliger. Und Dieter „Pitter” Danzberg. Dieser hatte Krämer im Dezember noch im Krankenhaus in Hochfeld besucht, nachdem ihm die Ärzte beide Beine amputiert hatten. „Ich musste das Zimmer verlassen, ich bekam einen Weinkrampf”, gestand Danzberg, der mit Krämer von der Jugend an beim Meidericher SV gespielt hatte.

Krämer war ein Meidericher Junge und verkörperte einen Spielertyp, den es heute nicht mehr gibt: bodenständig, heimatverbunden, einer, dem der Verein am Herzen lag. Der technisch beschlagene Offensivmann machte womöglich den Fehler, genau dies aufzugeben, als er 1967 zum Hamburger SV wechselte. Richtig glücklich wurde Krämer erst wieder, als er 1969 ins Ruhrgebiet zurückkehrte und noch einmal bis 1973 für den VfL Bochum am Ball war.

Beim MSV schrieb Krämer Vereinsgeschichte. Ihn hatte der Hamborner Rolf Schafstall am 4. Mai 1963 gefoult. Er schoss daraufhin den Freistoß, der zum 2:1 durch „Pitter” Danzberg führte, das dem MSV den Weg zur neuen Bundesliga ebnete. Dort schoss „Eia” Krämer im August 1963 beim 4:1 in Karlsruhe das erste Bundesliga-Tor des MSV.

Für die Nationalmannschaft bestritt Krämer 13 Spiele, 1966 war er bei der WM in England beim 2:1-Sieg gegen Spanien am Ball. Mehr Einsätze gab es nicht. Die MSV-Chronik zitierte Krämer 2002 so: „Bei Helmut Schön durften nur die Spieler ran, die in der Bild-Zeitung oder im Kicker standen, und ich stand da halt nie drin.”

Nach der aktiven Laufbahn wurde es still um „Eia” Krämer. Er schulte zum Kaufmann um, betrieb in Meiderich ein Markisen- und ein Sportartikel-Geschäft. Den Kontakt zu seinen alten Kameraden ließ er jedoch nie abreißen. Trotz gesundheitlicher Probleme war er oft bei Spielen und öffentlichen Terminen des MSV präsent.

Krämer hinterlässt zwei Söhne: Michael und Christian. Christian Krämer trug ebenfalls das MSV-Trikot – in der Amateurmannschaft, später war er als Kapitän bei Hamborn 07 am Ball.

Die Beisetzung, zu der Größen wie Uwe Seeler erwartet werden, war gestern noch nicht terminiert. Der MSV wird heute Abend seinem großen Spieler gedenken: mit einer Schweigeminute und einem Trauerflor.

Dirk Retzlaff

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