MSV Duisburg blamiert sich bei Pokalpleite gegen RWO

RWO jubelt – die Zebras schauen weg. Für den MSV Duisburg war es ein bitterer Abend.
RWO jubelt – die Zebras schauen weg. Für den MSV Duisburg war es ein bitterer Abend.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServi
Was wir bereits wissen
Die Zebras aus Duisburg verlieren beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen verdient mit 0:2 und müssen nun um die DFB-Pokal-Teilnahme bangen.

Oberhausen.. Vor einer Woche schimpfte Gino Lettieri über den Termin der Finalansetzung im FVN-Pokal wie ein Rohrspatz. Diese Sorge ist der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg seit Mittwochabend los. Der MSV blamierte sich im Halbfinale beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen vor 13.320 Zuschauern bis auf die Knochen. Die Zebras schieden mit einer 0:2 (0:2)-Pleite aus. Somit steht nun RWO am 14. Mai im Finale gegen Rot-Weiß Essen. Als Austragungsort ist übrigens die Duisburger Schauinslandreisen-Arena im Gespräch.

Damit hat der MSV die erste Chance verpasst, in der nächsten Saison im wirtschaftlich wichtigen DFB-Pokal-Wettbewerb dabei zu sein. Nun muss der MSV in der 3. Liga mindestens Vierter werden, um sich zu qualifizieren. Zwar sind die Zebras mit fünf Punkten Vorsprung vor dem fünften Platz Dritter – doch das gestrige Spiel zeigte, dass den Zebras nicht nur in positiver Hinsicht viel zuzutrauen ist.

Spielbericht Trainer Gino Lettieri ließ einige arrivierte Spieler außen vor. Zu hoch gepokert? Den Gegner unterschätzt? Oder gar Arroganz? Steffen Bohl und Branimir Bajic sowie der angeschlagene Martin Dausch waren gar nicht im Kader. Stammkeeper Michael Ratajczak sowie Kingsley Onuegbu, Nico Klotz, Zlatko Janjic und Thomas Meißner saßen beim Anpfiff nur auf der Bank. Als schon fast alles zu spät war, reagierte Lettieri mit einer Dreifach-Einwechslung. Klotz, Janjic und Onuegbu kamen in der 71. Minute. Die Oberhausener konnten ihre 2:0-Führung aber trotzdem erfolgreich verteidigen.

Sascha Dum entschuldigt sich

„Es war klar, dass wir in der englischen Woche rotieren würden. So können sich einige Spieler, die zuletzt außen vor waren, in den Vordergrund spielen“, sagte Manager Ivica Grlic vor der Partie.

Und nach der Partie?

Lizenz Gino Lettieri gab zu: „Es war nicht unsere beste Leistung“, um dann seinen zweiten Anzug abzubürsten: „Viele Spieler sind der Meinung, dass sie in die erste Elf gehören. Nach dieser Leistung sollten sie sich hinterfragen.“ 8000 MSV-Fans, die sich wochenlang auf das Derby gefreut hatten, fuhren frustriert und wütend nach Hause. Vorher beschimpften sie die Spieler. „Das war schon derbe. Aber ich kann die Leute verstehen“, sagte Verteidiger Matze Kühne. Sascha Dum: „Jedes Wort, das ich jetzt sage, ist zuviel. Wir müssen uns entschuldigen.“

Bei den Zebras gab es viele Totalausfälle. Die Abwehrreihe mit Kühne, M’Bengue, Schorch und Dum schien von allen guten Geistern verlassen. De Wit konnte im Mittelfeld keine Akzente setzen. Und Sturmspitze Kevin Scheidhauer schien an seine Aufgabe aus den letzten zehn Minuten im Spiel beim VfB Stuttgart II anknüpfen zu wollen. Da war er Torwart und darum bemüht, Tore zu verhindern. Auf dem Flügel warf Michael Gardawski die Frage auf, welche Argumente er bei den anstehenden Vertragsverhandlungen einbringen will.

Fabian Schnellhardt trifft die Latte

RWO ging bereits in der elften Minute in Führung. Alexander Scheelen profitierte von einem Stellungsfehler des Duisburger Innenverteidigers Babacar M’Bengue und traf zum 1:0. Neun Minuten später hätte es für den MSV noch in die gewünschte Richtung gehen können. Fabian Schnellhardt vergab die beste Chance im Spiel. Er traf die Unterkante der Latte. Besser zielte Robert Fleßers in der 41. Minute und traf mit einem Volleyschuss zum 2:0 in die Maschen.

Angeblich sollen sich die MSV-Spieler in der Kabine geschworen haben, das Spiel noch zu drehen. Doch das konnten sie nicht in die Tat umsetzen. Die Zebras waren zwar über weite Strecken überlegen, konnten sich aber kaum zwingende Chancen herausspielen. Erst der eingewechselte Zlatko Janjic konnte sich zweimal gefährlich in Szene setzen. Es war aber zu wenig, um den verdienten Oberhausener Sieg noch zu verhindern.

Der MSV Duisburg kann und muss sich nun auf den Aufstiegskampf konzentrieren. Am Samstag kommt der FC Energie Cottbus in die Duisburger Arena. Und Trainer Gino Lettieri wird eine andere Elf präsentieren. Matze Kühne wird dann wohl nicht dabei sein. Trotzdem dachte er nach der Pleite bei RWO an den Ligabetrieb: „Vielleicht war das ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt.“