MSV Duisburg bekommt keine Zweitliga-Lizenz von DFL

Schockiert: MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch. Die Zebras haben keine Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison erhalten.
Schockiert: MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch. Die Zebras haben keine Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison erhalten.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der MSV Duisburg hat den Kampf ums finanzielle Überleben vorerst verloren und keine Lizenz für die kommende Saison erhalten. Der Verein habe nicht den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erbracht, teilte die DFL mit. Statt Duisburg würde der Tabellen-17. SV Sandhausen in der 2. Liga verbleiben.

Duisburg.. Am Donnerstagnachmittag um 15.20 Uhr war der MSV Duisburg noch optimistisch. Da erhielt die Deutsche Fußball-Liga eine Mail aus Duisburg. Inhalt: die Unterlagen, die Fußball-Zweitligist MSV Duisburg noch beibringen musste, um die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten. Zehn Minuten vor dem Ende der von der DFL gesetzten Frist hatte der Verein endlich die Sicherheit, diesen Sendevorgang guten Gewissens einleiten zu können. Nach tagelangem Kampf, um die Finanzlücke von rund drei Millionen Euro schließen zu können, wähnten sich die Zebras gerettet.

Bis Mittwochabend. Da teilte die DFL mit, dass der MSV keine Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison erhält. Der Klub habe nicht den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die Saison 2013/14 erbracht. Diese Entscheidung ist verbandsintern endgültig.

Schock für die MSV-Verantwortlichen

„Das ist eine Katastrophe. Keine Ahnung, wie das passieren konnte “, sagte Ex-Klubchef Walter Hellmich: „Wir waren noch in der letzten Woche davon ausgegangen, dass wir die Lizenz bekommen.“

Auch MSV-Ikone Bernard Dietz, der Anfang Mai vom Aufsichtsrat in den Vorstand aufgerückt war, zeigte sich fassungslos: „Es ist ein Schockzustand. Ich kam gerade aus der Dusche, als ich diese Nachricht erhalten habe. Wir hatten fest damit gerechnet, dass die eingereichten Unterlagen die Bedingungen erfüllen. Das Geld war schließlich da.“ MSV Duisburg

MSV kann Schiedsgericht anrufen

Der Verein reagierte mit Überraschung auf das Urteil aus Frankfurt. „Uns liegt lediglich die Information vor, dass wir die Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht hätten“, so MSV-Sprecher Martin Haltermann. Der Klub erwarte „die Zusendung der schriftlichen Begründung durch die DFL zu Wochenbeginn“. Haltermann versichert: „In den nächsten Tagen werden viele Leute in Duisburg alles daran setzen, dass es hier weiterhin Profifußball gibt.“

MSV Duisburg Der MSV hat noch die Möglichkeit, innerhalb einer Woche nach Zustellung der schriftlichen Entscheidung das Ständige Schiedsgericht anzurufen. Sobald die Entscheidung rechtskräftig ist, würde der SV Sandhausen als Tabellen-17. der 2. Bundesliga nicht absteigen und in der Liga verbleiben. (mit sid/dpa)

Die DFL-Erklärung zum MSV Duisburg im Wortlaut

„Der Lizenzierungsausschuss des Ligaverbandes hat im Rahmen der Prüfung der Bedingungserfüllung einstimmig entschieden, dass der MSV Duisburg den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die Saison 2013/14 zum Stichtag 23. Mai 2013, 15.30 Uhr, nicht erbracht hat. Daher kann dem Club keine Lizenz für die 2. Bundesliga erteilt werden. Diese Entscheidung ist verbandsintern endgültig. Der MSV Duisburg hat nun noch die Möglichkeit, innerhalb einer Woche nach Zustellung der schriftlichen Entscheidung das ständige Schiedsgericht anzurufen. Sobald die Entscheidung rechtskräftig ist, würde der SV Sandhausen als 17. der 2. Bundesliga der Saison 2012/13 nicht absteigen und in der Liga verbleiben.

Alle anderen Bewerber, die sich sportlich für die Bundesliga und 2. Bundesliga qualifiziert haben, erhalten die Lizenz. Jene Clubs, die im ersten Teil des Lizenzierungsverfahrens mit Bedingungen belegt wurden, haben diese erfüllt. Der Erhalt einer Bedingung bedeutet: Der Club erhält die Spielberechtigung erst, wenn bestimmte Vorgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der Saison erfüllt worden sind. Im Gegensatz dazu wird bei Auflagen festgelegt, welche Vorgaben nach erhaltener Spielberechtigung während der Saison zu erfüllen sind.

Insgesamt 46 Vereine- und Kapitalgesellschaften aus der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga hatten sich um eine Spielberechtigung beworben und nahmen am Lizenzierungsverfahren teil. In diesem überprüft die DFL Deutsche Fußball Liga neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Vereine und Kapitalgesellschaften auch sportliche, infrastrukturelle, rechtliche, personell-administrative und medientechnische Kriterien, die in der Lizenzierungsordnung definiert sind. Im Herbst wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller Clubs erneut überprüft.

Bei der Generalversammlung des Ligaverbandes im August werden die Clubs darüber befinden, ob künftig Konzernabschlüsse im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens eingereicht werden müssen.“