Lettieri übersah die Derby-Bedeutung bei den MSV-Fans

Trainer Gino Lettieri verlor mit dem MSV Duisburg in Oberhausen mit 0:2.
Trainer Gino Lettieri verlor mit dem MSV Duisburg in Oberhausen mit 0:2.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Ankündigung des MSV-Trainers Lettieri, bei RWO "mit der stärksten Mannschaft zu spielen, die uns zur Verfügung steht", war fatal. Ein Kommentar.

Duisburg.. Die Roulette-Kugel rollt. Auf dem Tisch liegen genügend Chips, die Chancen stehen gut, dass die Rechnung am Ende aufgeht und ein Gewinn zu Buche steht. In diesem Fall ist das die finanziell wichtige Teilnahme am DFB-Pokal, die der MSV trotz der Niederlage im FVN-Pokal-Halbfinale noch erreichen kann, wenn er in der 3. Liga mindestens Vierter wird. Läuft die Kugel jedoch anders – dann hat Trainer Gino Lettieri in wenigen Wochen ein Problem. Dann hat er sich am Mittwochabend kräftig verzockt.

MSV Duisburg trifft am Samstag auf Energie Cottbus

Am Samstag spielt der MSV in seiner Arena gegen Energie Cottbus (14 Uhr, live in unserem Ticker). Ein wichtiges Drittliga-Spiel, in dem der MSV mit einer Niederlage größeren Schaden anrichten kann als mit dem Scheitern im FVN-Pokal. Es ist legitim, drei Tage vorher in einem Verbandspokalspiel Leistungsträger zu schonen. Und es ist auch von dem Personal, das am Mittwoch in Oberhausen versagte, zu erwarten, so ein Spiel zu gewinnen.

Gino Lettieri übersah bei der Aufstellung indes einen wichtigen Aspekt: die Bedeutung, die das Lokalderby bei den Duisburger Fans hat. Von daher war es fatal, zuvor anzukündigen, mit „der stärksten Mannschaft zu spielen, die uns zur Verfügung steht“. Das war am Mittwoch nun nicht der Fall – und so verpasste der MSV seinen 8000 Fans einen Schlag ins Gesicht. Dass Lettieri dabei den Schwarzen Peter allein den Spielern zuschiebt, ist zu einfach.

Dass einzelne Fans nach dem Match MSV-Spieler anspuckten oder mit Bier übergossen, ist nicht hinzunehmen. Die Unzufriedenheit der Anhänger muss der MSV hingegen sehr wohl ernst nehmen. In einem Derby gegen RWO oder RWE geht es eben emotional um viel mehr als gegen Großaspach oder Erfurt. Fans, die sich für dieses Spiel Urlaub nahmen und wochenlang auf den Tag freuten, sind zurecht sauer.

Nebenbei bemerkt: Trainer Karsten Baumann, der im Sommer gehen musste, feierte nun den zweiten persönlichen Sieg innerhalb von zehn Tagen. Erst der Punktgewinn mit Hansa Rostock – und nun ist der MSV aus dem Wettbewerb ausgeschieden, den Baumann mit den Zebras gewonnen hat. Das kann aber sehr bald nur noch eine Randnotiz sein. Wenn Gino Lettieri am letzten Drittliga-Spieltag nachlegt und damit seinen Vorgänger deutlich überflügelt.