Lenz will beim MSV Duisburg um die Nummer eins kämpfen

In Wiesbaden verschenkte Marcel Lenz sein Trikot nach dem Spiel an die Fans.
In Wiesbaden verschenkte Marcel Lenz sein Trikot nach dem Spiel an die Fans.
Foto: imago/Eibner NRZ
Der Ersatzkeeper gibt sich beim Zweitliga-Aufsteiger mit der Rolle des Schattenmannes nicht zufrieden. In der nächsten Saison will er angreifen.

Duisburg.. Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen Kingsley Onuegbu, Nico Klotz oder Kevin Wolze, deren Zukunft noch ungeklärt ist, hat Torwart Marcel Lenz Planungssicherheit. Sein Vertrag läuft beim frischgebackenen Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg noch bis zum 30. Juni 2017. Da sich Manager Ivica Grlic bereits deutlich positionierte („Wir gehen mit unverändertem Torwartteam in die Zweitligasaison“) kann Lenz den Aufstieg jetzt in der trainingsfreien Zeit so richtig genießen.

Der Duisburger Junge stand früher selbst im Fanblock, hat nach wie vor zahlreiche Kumpel, die das Team lautstark unterstützen. Beim letzten Meisterschaftsspiel beim SV Wehen Wiesbaden ließ sich Lenz nicht lange bitten und verschenkte sein Torwarttrikot an einen Zebraanhänger im Innenraum.

„Für uns war der Aufstieg die Krönung einer langen, intensiven Saison. Einen besseren Abschluss, als sich in die 2. Liga zu verabschieden, konnte es gar nicht geben“, strahlt Lenz. Der Blondschopf trägt das Zebra nicht nur auf der Brust, sondern im Herzen.

Enge Bindung zum MSV

Durch die enge Bindung mit dem MSV zögerte der 24-Jährige nicht, um als erster Spieler nach dem Zwangsabstieg seine Bereitschaft zum Bleiben zu erklären. „Für mich ist dieser Aufstieg auch eine Bestätigung“, gibt Marcel Lenz zu, „der Verein ist ganz tief in mir verwurzelt. Ich mache hier jeden Weg mit. Egal, wo er hinführt. Ich wäre selbst geblieben, wenn wir vor zwei Jahren keine Drittligalizenz bekommen hätten.“

Mehr Duisburg geht nicht. Man nimmt es Marcel Lenz durchaus ab, dass er die Rückkehr ins Fußball-Unterhaus auch zu einem großen Teil den Anhängern widmet: „Wir haben den MSV-Fans etwas zurückgegeben. Ohne sie hätte es diesen Verein schon längst nicht mehr gegeben. Was die Anhänger hier in schweren Zeiten auf die Beine gestellt und wie sie sich zum Klub bekannt haben, das war unglaublich. Deswegen gebührt ein Großteil unseres sportlichen Erfolgs den Duisburger Fans.“

"Ich bleibe jeden Tag dran"

Der große Traum von Marcel Lenz, der vor wenigen Tagen zum ersten Mal Vater geworden ist und deswegen zusammen mit seiner Frau keine Urlaubs-Flugreise gebucht hat, ist unschwer zu erraten. Irgendwann will er aus der Rolle des Schattenmanns hinter der „Nummer 1“ Michael Ratajczak herauswachsen.

„Ich habe kürzlich hier im Artikel der Sportredaktion gelesen, dass Ivica Grlic von mir mehr erwartet und dass ich mehr machen soll. Ich werde noch mehr Gas geben und eine Schippe draufpacken“, verspricht Lenz. Mit einem Lächeln schickt er einen Gruß an den Manager hinterher. „Ich hoffe, dass Ivo dann irgendwann sagen kann, dass er mit mir zufrieden war.“ Lenz ballt die Faust: „Ich bleibe jeden Tag dran. Bis ich bei meinem Verein regelmäßig im Tor stehen kann.“