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Kreative Ideen für das Fanprojekt Duisburg

16.09.2009 | 16:38 Uhr
Kreative Ideen für das Fanprojekt Duisburg

Das Fanprojekt Duisburg steckt in Schwierigkeiten: 30.000 Euro fehlen im Etat, zwei fest angestellte Sozialpädagogen sollen deswegen künftig mit weniger Gehalt auskommen. Einige Fans wollen da nicht tatenlos zusehen. Sie trafen sich, um kreative Ideen für das Fanprojekt zu sammeln.

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Drittelfinanzierung

Fanprojekte leisten in den Städten wichtige Beiträge zur Jugendarbeit, da sie Treffpunkte und Freizeitaktivitäten anbieten und über das attraktive Medium Fußball auch Jugendliche einbinden, die von den Regeleinrichtungen nur schwer oder gar nicht erreicht werden können.

Möglich gemacht werden die Projekte durch eine so genannte "Drittelfinanzierung": Sowohl das Land als auch die Kommune sowie der DFB unterstützen die Fanprojekt jeweils zu gleichen Teilen.

Die Länder haben nicht nur sehr unterschiedliche Förderbestimmungen, sondern teils auch eigene Höchstgrenzen der Förderung. Nordrhein-Westfalen etwa bezuschusst nach Ligazugehörigkeit des jeweiligen Bezugsvereins.

Das Fanprojekt Duisburg steht vor einem Problem: Da die 1. Mannschaft des MSV Duisburg in der vergangenen Saison nicht wie erhofft in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, muss der Verein ab dem neuen Jahr mit einem Zweitliga-Etat auskommen. 30.000 Euro fehlen. Die beiden fest angestellten Sozialpädagogen Rebecca Ellmann und Kai Räker von Eicken sollen deswegen künftig mit weniger Gehalt auskommen. Einige Anhänger der "Zebras" wollen da nicht tatenlos zusehen: Rund 50 MSV-Fans kamen im Meidericher "Parkhaus" zusammen, um kreative Ideen für das Fanprojekt zu sammeln.

Zunächst jedoch stellten sich Uwe Bauer und Andreas Jörißen vom Vorstand des Fanprojekts den Fragen der Anwesenden und erklärten, warum ab 2010 mit einem Loch in der Kasse des Vereins zu rechnen ist: Schuld daran ist die so genannte Drittelfinanzierung (siehe Kasten) – und die Tatsache, dass Fanprojekte in NRW abhängig von der Ligazugehörigkeit unterstützt werden.

„Das ist natürlich Quatsch – warum soll ein Fanprojekt in der ersten Liga besser gestellt sein als in der Zweiten“, kritisiert Uwe Bauer, der selber vier Jahre lang für das Fanprojekt Duisburg tätig war. Doch dem Mitarbeiter des Jugendamts sind die Hände gebunden. „Wir wollen Rebecca und Kai halten, aber zwei Vollzeitstellen können wir nicht finanzieren.“ Man wolle den beiden daher ab Januar 30-Stunden-Verträge anbieten, sollten die fehlenden 30.000 Euro nicht anderweitig aufgetrieben werden.

Bericht im Zebra-Magazin

Doch wie eine solch hohe Summe zusammenbekommen? Zunächst müsste das Fanprojekt noch bekannter gemacht werden, befanden die MSV-Fans im „Parkhaus“. Sie wollen sich für einen Bericht im „Zebra-Magazin“ stark machen. Zudem sollen Rebecca Ellmann und Kai Räker von Eicken bei einem Spiel in der MSV-Arena vom Stadionsprecher interviewt werden, um ihre Aktionen im großen Rund vorstellen zu können.

Angedacht sind zudem ein Benefizspiel der ersten Mannschaft des MSV gegen ein anderes Profi-Team sowie ein Sponsorenlauf, dessen Erlös dem Fanprojekt direkt zugute kommen soll. Vom MSV hingegen möchte man keine Gelder erbitten: „Sonst verlieren wir unsere Unabhängigkeit“, erklärt Uwe Bauer. Vielmehr müssten die Anhänger der "Zebras" Stellung beziehen und deutlich machen, wie wichtig (ihnen) das Fanprojekt sei.

Tina Halberschmidt

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