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Existenz des MSV als Profiverein ist gefährdet

19.10.2012 | 21:48 Uhr
Was nun? MSV-Trainer Kosta Runjaic war nach der Niederlage gegen Ingolstadt enttäuscht.Foto: imago

Duisburg.   Nach einer enttäuschenden zweiten Halbzeit verlor der MSV Duisburg mit 0:2 gegen den FC Ingolstadt und bleibt in der 2. Bundesliga Tabellenletzter. Insgesamt erspielten sich die Zebras ganze zwei Torchancen. Der Ex-Duisburger Caiuby sorgte für die Entscheidung.

Es war eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Mannschaft des MSV Duisburg nach dem Schlusspfiff gesammelt hatte. Ex-Meister Antonio da Silva war sogar schon in der Kabine, musste dann doch noch einmal in die Arena zurück. Kollektive Demut war angesagt. Trainer Kosta Runjaic versammelte seine Mannschaft nach der 0:2 (0:0)-Niederlage gegen den FC Ingolstadt zum Kreis. Die verbliebenen Fans auf den Tribünen tobten, schimpften, pfiffen. Die Wucht des Zorns der Anhänger mag am Ende überraschend gewesen sein – doch die Ernüchterung dürfte in den nächsten Tagen und Wochen mit der realistischen Sicht der Dinge einhergehen: Die Existenz des MSV Duisburg als Profiverein ist hochgradig gefährdet.

MSV Duisburg
MSV klebt nach Heimniederlage am Tabellenende fest

Der MSV Duisburg enttäuschte am Freitag gegen FC Ingolstadt und bleibt nach der 0:2 (0:0)-Heimniederlage weiter Schlusslicht in der 2. Bundesliga....

Es gehört zu den Kuriositäten des Geschäfts, dass der englische Premier-League-Klub Aston Villa nun schon zum zweiten MSV-Heimspiel hintereinander seinen Scout geschickt hatte. Michael Henke, früher als „Hitzfelds Kettenhund“ verschrien, schaute für den Klub aus Birmingham zu. Ob nun Hoffmann oder Wiedwald auf der Watchlist der Engländer stehen mögen – für höhere Aufgaben empfahl sich am Freitagabend niemand. Hoffmann fand nach der siebten Saisonniederlage zumindest die richtigen Worte: „Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen. Wir werden zwei Tage benötigen, um zu verstehen, was in der zweiten Halbzeit passiert.“

Trainer Kosta Runjaic formulierte es drastischer: „Das war unter aller Sau. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zu wenig bewegt, wir haben komplett versagt.“

Kein Feuer nach der Pause

11 577 Zuschauer sahen das prognostizierte schwierige Spiel der Duisburger. Die triste Erkenntnis: Der MSV ist nicht in der Lage, gegen eine durchschnittliche Zweitliga-Fußball-Mannschaft das Spiel in die Hand zu nehmen und zu bestimmen. Gegen Hertha BSC konnte der MSV seine Fans noch begeistern. Die Zebras kamen damals nach einem Rückstand zurück, begeisterten die Fans mit einer starken Leistung. Gegen Ingolstadt schaffte die Mannschaft das nicht mehr.

Nach der Pause wollte Kosta Runjaic in den ersten 15 Minuten ein Feuer entfachen. Am Ende wurde es die schwächste MSV-Halbzeit, seit Runjaic bei den Zebras im Amt ist. Der MSV erspielte sich am Freitag gerade einmal zwei Torchancen. In der 33. Minute traf Benjamin Kern – kurios, dass der Rechtsverteidiger plötzlich im Sturmzentrum der Meidericher auftauchte – auf Zuspiel von Domovchiyski aus zehn Metern die Latte. Eine Minute später scheiterte Ranisav Jovanovic aus ähnlicher Distanz an FCI-Keeper Ramazan Özcan. In der Anfangsphase des Spiels vergaben die Gäste innerhalb von 60 Sekunden zwei Torchancen. Eigler scheiterte zunächst an Wiedwald (8.) und setzte den Ball kurz darauf an die Latte.

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MSV-Trainer Runjaic fand zweite Halbzeit „unter aller Sau“

„Wir haben als Mannschaft kollektiv versagt“, resümierte MSV-Trainer Kosta Runjaic nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Ingolstadt. Duisburgs Goran...

Nach der Pause blieb der Duisburger Sturmlauf aus, stattdessen setzten die Schanzer ihre Nadelstiche. In der 64. Minute spielte Pascal Groß Benjamin Kern und Adli Lachheb aus und bediente Stefan Leitl, der den Ball an Felix Wiedwald vorbei ins Tor schoss.

Ex-Duisburger macht dem MSV den Garaus

Kosta Runjaic reagierte, brachte Maurice Exslager für den blassen Sören Brandy, Zvonko Pamic für Ranisav Jovanovic und zehn Minuten vor Schluss auch noch Kevin Wolze für Srdjan Baljak. Es bewirkte nichts. Der MSV spielte ideenlos und ohne Leidenschaft. Zwei Minuten vor dem Ende sorgte ausgerechnet der Ex-Duisburger Caiuby den Schlusspunkt. Der Brasilianer düpierte Benjamin Kern und traf zum 0:2.

Vizekapitän Goran Sukalo trauerte den beiden Torchancen aus der ersten Halbzeit nach: „Wir hatten Schwierigkeiten, nach vorne Akzente zu setzen. Es wäre wichtig gewesen, eine der Chancen zu nutzen.“ Kosta Runjaic stellt sich nach der Niederlage erst recht auf einen langen Abstiegskampf ein: „Das war ein kleiner Rückschlag. Solche Rückschläge haben wir aber eingeplant. Aber allen dürfte jetzt klar sein, dass es ein sehr harter und langer Weg für uns sein wird.“ Goran Sukalo will diesen Weg am nächsten Samstag (13 Uhr, live im DerWesten-Ticker) schon beschreiten: „Dann müssen wir jetzt in Sandhausen gewinnen.“

MSV enttäuscht

Dirk Retzlaff und Sven Kowalski

Kommentare
22.10.2012
22:52
Existenz des MSV als Profiverein ist gefährdet
von finnisworld | #18

Das wird schon...also ich habe wieder eine deutliche Leistungssteigerung erkennen können...muhaha...ehrlich...der größte Fehler war Sasic in die Wüste...
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/msv/existenz-des-msv-als-profiverein-ist-gefaehrdet-id7211410.html
2012-10-19 21:48
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