Es geht wieder los - Beim MSV Duisburg brennt das Feuer

Gute Leistungen, gute Laune: Der MSV, hier mit Kingsley Onuegbu und Zlatko Janjic, zeigte sich nicht nur beim Winter-Test gegen Werder Bremen guter Dinge.
Gute Leistungen, gute Laune: Der MSV, hier mit Kingsley Onuegbu und Zlatko Janjic, zeigte sich nicht nur beim Winter-Test gegen Werder Bremen guter Dinge.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Der Fußball-Drittligist startet am Samstag beim Halleschen FC in die Restrunde. Neuzugang Martin Dausch gilt als „Kracher“. Die Stimmung im Team ist top.

Duisburg.. Vor zweieinhalb Jahren wirbelten Martin Dausch (28) und Kevin Kampl (24) noch zusammen beim Fußball-Zweitligisten VfR Aalen. Dann trennten sich die Wege. Kampl wurde zum „Millionen-Mann“, wechselte zu Red Bull Salzburg und landete jetzt als neuer Rückrunden-Hoffnungsträger bei Borussia Dortmund. „Kevin hat alles richtig gemacht. Man konnte schon zu unserer gemeinsamen Aalener Zeit erkennen, dass er den Sprung nach ganz oben packen wird, auch wenn wir nur zwei Monate zusammengespielt haben“, sagt Dausch.

Bei ihm selbst lief die Karriereentwicklung etwas bescheidener ab. Der Mittelfeldspieler erarbeitete sich bei Union Berlin zwar den Status des Publikumslieblings, fand aber in dieser Saison kaum noch Berücksichtigung. Anfang Januar löste der Familienvater seinen Vertrag auf. Jetzt ist Dausch ebenfalls Hoffnungsträger – und zwar beim Drittligisten MSV Duisburg, wo er bis Sommer 2016 unterschrieben hat und in die Kategorie „Kracher“ eingruppiert wird.

Traurig, dass es bislang nicht für die ganz große Bühne gereicht hat, ist Dausch nicht. „Mein Weg ist sehr, sehr gut gelaufen, nachdem ich in meiner Anfangszeit beim VfB Stuttgart als junger Spieler oft verletzt war. Vielleicht hätte ich seinerzeit ohne die Rückschläge den Sprung in die Bundesliga gepackt.“ Dausch, mittlerweile im besten Fußball-Alter, weiß aus Erfahrung: „Rückschläge gehören zum Fußball dazu.“

Der MSV hat seine Zurückhaltung abgestreift

Beim MSV Duisburg, der seine anfängliche Zurückhaltung abgestreift und mittlerweile das Ziel Zweitliga-Aufstieg formuliert hat, soll es für Dausch möglichst wenige Dämpfer geben. Er denkt grundsätzlich positiv: „Unsere Rückrunde hängt nicht vom Samstag-Auftakt beim Halleschen FC ab.“ Im Vergleich zur Hinrunde, als Alternativen rar gesät waren und Korsettstangen wie Kapitän Steffen Bohl, Pierre De Wit, Branimir Bajic oder Michael Gardawski wegbrachen, ist der aktuelle Tabellensechste deutlich besser aufgestellt. Bis auf den Langzeitverletzten Erik Wille (Hüft-Operation) und Torwarttalent Maurice Schumacher (Meniskusoperation) hat Coach Gino Lettieri alle Mann an Bord. Im Training geht es kräftig zur Sache. „Wir haben eine extreme Qualität auf dem Trainingsplatz. Wir müssen das Feuer hochhalten und es in die Liga transportieren. Das ist die Kunst, die der FC Bayern jede Woche in der Bundesliga hinbekommt“, wählt Steffen Bohl ein ambitioniertes Beispiel.

Rückrunden-Ambitionen Duisburgs 3:1-Sieg bei der Generalprobe gegen Bundesligist Werder Bremen, der vom Außenseiter klassisch ausgekontert wurde, schraubte die ohnehin schon gute Teamstimmung noch weiter nach oben. Pierre De Wit hat festgestellt: „Eine gute Atmosphäre innerhalb der Mannschaft ist ein ganz großer Schlüssel, um gemeinsam Erfolg zu haben.“ De Wit weiß allerdings, dass sich Stimmungslagen auch ändern können: „Der eine oder andere wird ein Gesicht ziehen, wenn er nicht im Kader steht.“ Schon in Halle könnte es durchaus renommierte Spieler treffen. Gino Lettieri: „Ich muss auch an die U-23-Regelung denken. Wir müssen ja stets vier junge Spieler im 18er-Kader haben. Manchmal gibt es dann harte Entscheidungen, die nicht unbedingt sportlich begründet sind.“

Außenverteidiger Kevin Wolze muss sich relativ wenige Sorgen machen. Er gilt als gesetzt und hat viel vor: „Wir sind weiter als im Sommer, müssen aber noch ein Stück cleverer werden.“ Dazu soll auch Martin Dausch beitragen.