Eine neue Baustelle beim MSV - Perthel schwer verletzt

Das war nichts: Valeri Domovchiyski vergab für den MSV eine Riesengelegenheit gegen Almelo. (Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool)
Das war nichts: Valeri Domovchiyski vergab für den MSV eine Riesengelegenheit gegen Almelo. (Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool)
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Was wir bereits wissen
Beim 2:0-Sieg des MSV Duisburg gegen Heracles Almelo verletzte sich Timo Perthel schwer. Er wird weite Teile der Hinrunde verpassen. MSV-Manager Ivica Grlic muss den Markt noch einmal sondieren. Das ist kein einfaches Vorhaben.

Duisburg.. Dass Ivica Grlic einen Teil seines Sonntags in der BG-Unfallklinik in Duisburg verbringen würde, war vor dem MSV-Testspiel gegen Heracles Almelo weder angedacht noch zu erwarten. Doch beim 2:0 (2:0) der Zebras gegen den niederländischen Ehrendivisionär verletzte sich Linksverteidiger Timo Perthel (23) so schwer, dass er noch am Samstagabend unter’s Messer kam.

„Von der Diagnose Mittelfußbruch war ich geschockt“, räumte Grlic ein und versuchte Perthel gestern am Krankenbett Mut zu machen. Keine leichte Aufgabe: Perthel fällt über weite Teile der Hinrunde aus. „Der Heilungsprozess ist bei jedem Spieler verschieden, da kann man keine exakte Prognose abgeben. Zwischen drei und vier Monaten wird uns Timo wohl fehlen“, sagt Grlic.

MSV Duisburg Ausgerechnet Perthel. Der von Hansa Rostock verpflichtete Allrounder hinterließ in der bisherigen Vorbereitung einen ausgezeichneten Eindruck. Nach dem Seitenwechsel blieb er im trockenen Rasen hängen. „Eigentlich war abgesprochen, dass wir zur Pause die Bewässerungsanlage starten, doch dann hat der MSV uns informiert, das Wasser auszulassen“, sagt Thomas Bungart, Präsident des gastgebenden VfB Homberg. Eine Minute vor dem geplanten Bewässern schaltete Bungart die Zeituhr aus. Direkt vor der Trainerbank passierte dann das Unglück zu Beginn der zweiten Halbzeit. „Das war bitter. Timo hat eine starke Vorbereitung gespielt. Wir haben uns gefreut, dass wir die linke Seite mit dieser Personalie zugemacht haben. Jetzt ist sie wieder offen“, so der Manager.

MSV sondiert noch einmal neu

Zwar kann der MSV intern noch Alternativen aufbieten und Kevin Wolze in seine Vorjahresrolle beordern oder Dzemal Berberovic von rechts nach links schieben, aber diese Varianten gelten nicht als 1-A-Lösung. Grlic: „Wir werden den Markt noch ein Mal sondieren.“

Angesichts des eng gestrickten Finanzrahmens bei den Duisburgern kein einfaches Vorhaben. Grlic muss nicht nur das defensive, sondern vor allem das offensive Feld beackern. Nach wie vor fehlt ein Zehner, der die Rolle des erkrankten Jürgen Gjasula ähnlich kreativ ausfüllt. Weitere Problemzone: Der Angriff. Der emsige Publikumsliebling Maurice Exslager wird die „Abteilung Attacke“ kaum alleine leiten können. Weder Sören Brandy (links) oder Daniel Brosinski (rechts) sind Leute, die zehn Tore garantieren. Valeri Domovchiyski ebenfalls nicht. Der Bulgare vergab gegen Almelo zwei Großchancen, bereitete immerhin ein Tor vor. Ranisav Jovanovic (31) passt vom Spielertyp ins Anforderungsprofil. „Er ist ein Schlitzohr“, sagt Grlic, „aber auch nicht der einzige Kandidat.“ Heute sollen die Gespräche mit dem ablösefreien Ex-Düsseldorfer fortgesetzt werden.