Ein Jahr zum Vergessen für MSV-Gegner Dynamo Dresden

Trainer auf Abruf: Peter Nemeth wird Dynamo Dresden nur noch bis Saisonende betreuen.
Trainer auf Abruf: Peter Nemeth wird Dynamo Dresden nur noch bis Saisonende betreuen.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Beim nächsten Gegner des MSV Duisburg in der 3. Liga ging in den vergangenen Monaten eine Menge schief. Der nächste Trainerwechsel ist schon geplant.

Duisburg/Dresden.. Die Atmosphäre in der Arena, die mal Rudolf-Harbig-Stadion, dann mal Glücksgas-Stadion hieß und heute einfach unter dem Namen „Stadion Dresden“ firmiert, kennt Gino Lettieri nur zu gut. Vor knapp einem Jahr, am 11. Mai 2014, gastierte der heutige Coach des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg als damaliger Assistenztrainer von Arminia Bielefeld in Sachsen und feierte einen 3:2-Sieg über Dynamo, der die Ostwestfalen vor dem direkten Abstieg aus der 2. Bundesliga bewahrte.

In Erinnerung geblieben ist vielen Beteiligten von jenem Tag noch ein Transparent, das unmittelbar nach dem Spielende am Dynamo-Fanblock festgemacht wurde. „Ihr habt eine Stunde Zeit, die Stadt zu verlassen“, stand dort mit unterschwelliger Drohgebärde zu lesen. Heute kann Gino Lettieri darüber lachen: „Man weiß ja noch immer nicht, wer mit diesem Satz eigentlich angesprochen werden sollte.“

Aufstiegsträume sind längst ausgeträumt

Die allgemeine Deutung besagt freilich schon, dass der Spruch auf die Spieler des Gastgebers gemünzt war, denen damit ihr vermeintliches Versagen im Abstiegskampf vor Augen geführt werden sollte. Belegt ist allerdings auch, dass nicht alle Dresdner Kicker der Aufforderung nachgekommen sind und im Sommer zum Beginn der Drittligasaison zurückkehrten: Torhüter Benjamin Kirsten beispielsweise, Kapitän Cristian Fiel oder Justin Eilers, der in der Hinrunde der laufenden Spielzeit sogar zum Publikumsliebling avancierte.

Hajri Die noch zum Jahreswechsel gehegten Aufstiegsträume sind allerdings längst verflogen. 2015 gab es in bislang zwölf Spielen zwei Siege und zehn Niederlagen – die meisten davon unter dem neuen Trainer Peter Nemeth, der Ex-MSV-Profi Stefan Böger ablöste und keine Wende zum Besseren herbeiführte. Seine glücklose Amtszeit wird dann auch im Sommer bereits wieder enden; dann übernimmt ein Mann, der im Ruhrgebiet gut bekannt ist: der langjährige Wattenscheider Profi und Dortmunder Co-Trainer Uwe Neuhaus.

Eine Personalentscheidung hat der neue Mann schon getroffen: Benjamin Kirsten, Sohn von Klubikone Ulf Kirsten, muss einem neuen Keeper Platz machen. Seinen Stammplatz hatte der 27-Jährige in den vergangenen Wochen schon an Patrick Wiegers verloren.