Duisburgs Pierre De Wit will raus aus dem Teufelskreis

Im Test gegen Werder Bremen stellte Pierre De Wit schon einmal seine Fitness unter Beweis. Jetzt will er auch in der Meisterschaft wieder auflaufen.
Im Test gegen Werder Bremen stellte Pierre De Wit schon einmal seine Fitness unter Beweis. Jetzt will er auch in der Meisterschaft wieder auflaufen.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Noch ist offen, ob der MSV-Offensivmann gegen den Halleschen FC zum Kader der Zebras gehört. Die U-23-Regel wirft mal wieder Probleme auf.

Duisburg.. Gino Lettieri ist immer zu kleinen Späßen aufgelegt. „Ach, Du bist der Pierre“, scherzte der Trainer des MSV Duisburg bei der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem Restrundenauftaktspiel am kommenden Samstag (14 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) beim Halleschen FC. „Ich dachte, das wäre ein Neuzugang“, so Lettieri zwinkernd. Der neben ihm sitzende Pierre De Wit weiß natürlich, dass sein Trainer ihn bestens kennt. Der Offensivwirbelwind des Fußball-Drittligisten steht nach langer Zwangspause endlich wieder vor dem Sprung in den 18er-Kader der Zebras.

Die unendliche Geschichte mit den mysteriösen Verletzungen und fehlgeschlagenen Therapien könnte also in Sachsen-Anhalt ein Happy End finden. Wobei da freilich der Trainer noch das letzte Wort hat – und wieder kalauert: „Kommt drauf an, wie er sich bis dahin benimmt . . .“

Ernsthaft betrachtet kommt es natürlich noch auf ganz andere Sachen an. In erster Linie darauf, wie Gino Lettieri die knifflige Situation mit der U-23-Regel meistert. Nochmal zur Erinnerung: Im Spieltagskader müssen mindestens vier Akteure stehen, die nach dem 1. Juli 1991 geboren wurden. Gesetzt sind dabei Tim Albutat und Kevin Scheidhauer (beide 22), doch danach wird’s knapp – vor allem, weil Nachwuchskeeper Maurice Schumacher nach seiner Meniskus-Operation noch bis Mitte Februar ausfällt. So hat der nach seinem Wechsel aus Köln noch immer nicht richtig durchgestartete Fabian Schnellhardt (21) seinen Bankplatz praktisch sicher. „Der Fabi hatte ja in Köln gerade mal einen Profieinsatz. Es war klar, dass er hier nicht sofort die Welt einreißt, aber er ist auf einem guten Weg“, setzt Lettieri auf den Mittelfeld-Youngster.

Profis stehen zur Disposition

Sollte der Trainer nicht überraschen und U-23-Keeper Fabian Maas statt Marcel Lenz berufen, müsste noch ein zusätzlicher Akteur aus der Oberliga-Mannschaft nachrücken, um die Regel zu erfüllen – wohl entweder Babacar M’Bengue oder der ins Trainingslager mitgereiste Marcel Stenzel. Das heißt im Umkehrschluss: Von den verbliebenen Profis müssten vier gestrichen werden. Erster Kandidat ist Sascha Dum, der in der Hinrunde zu wechselhaft agierte. Michael Gardawski (Wadenverletzung) ist noch nicht hundertprozentig fit, Dennis Grote (Patellasehne) auch nicht – sie sind beide Wackelkandidaten. Weichen müssten ansonsten Matthias Kühne, Nico Klotz, Enis Hajri, Christopher Schorch – oder eben Pierre De Wit.

[kein Linktext vorhanden] „Mir geht’s sehr gut“, erklärt der 27-Jährige, der die vergangenen schwierigen Monate nach Möglichkeit schnell abhaken möchte. „Ich hab’s nicht so mit der Vergangenheit, damit beschäftige ich mich nicht.“ Dafür hat der frühere Bundesligaspieler in seiner Laufbahn schon zu viele Rückschläge hinnehmen müssen. Jetzt will er nach vorn blicken und im Hallenser Erdgas-Sportpark wieder Drittligaluft schnuppern: „Ich habe Lust auf Busfahren. Glücklich wäre ich natürlich nicht, wenn ich jetzt nicht spiele. Die nötige Wettkampfpraxis holt man sich nur in den Spielen, das ist ein kleiner Teufelskreis.“

Zwei Trainingseinheiten bleiben „Piero“ nun noch, um seinen Coach davon zu überzeugen, ihm einen Platz im Mannschaftsbus zuzuweisen. Der weiß, wie schwierig die Auslese sein wird: „Es wird jetzt immer wieder Spieler treffen, die die U-23-Regel nicht erfüllen. Da wird es natürlich ganz harte Entscheidungen geben, die sich sportlich nicht erklären lassen.“