Duisburg-Fans pilgern zum MSV-Museumswochende
27.03.2011 | 22:59 Uhr 2011-03-27T22:59:42+0200
Duisburg. Bei der MSV-Ausstellung am Wochenende herrschte riesiger Andrang. Fans aller Generationen schauten sich die Exponate im Buchholzer Pfarrzentrum an.
Viele MSV-Fans konnten sich gar nicht satt sehen. „Ich bin überwältigt. Das hatte ich so gar nicht erwartet“, schwärmte Wolfgang Berndsen von der Zebraherde. Im Buchholzer Pfarrzentrum herrschte am Wochenende zwei Tage lang Hochbetrieb. Die Zebraherde hatte zum ersten MSV-Museumswochenende eingeladen, der Andrang war riesig. „Die Leute standen schon am frühen Morgen auf der Matte, der Besucherstrom riss nie ab“, freute sich Mitorganisator Klaus Dings. Drei Räume standen den Fans in Buchholz zur Verfügung – sie hätten jedoch Etagen mit ihren Ausstellungsstücken füllen können.
„Das sind gerade einmal fünf Prozent meiner Sammlung“, schmunzelte Berndsen. Viele Besucher tauchten am Wochenende in eine Zeitreise ein. Alte Plakate erzählen Geschichten von Auswärtsfahrten, von Siegen und Niederlagen, privaten Erlebnissen. Für die Sammler steckt meistens eine Geschichte hinter dem Ausstellungsstück. Wolfgang Berndsen hat die Eintrittskarte seines ersten MSV-Spiels in die Vitrine gelegt. Ausgerechnet die vom Pokalfinale 1975 in Hannover. Berndsen: „Eine Kinderkarte für eine Mark.“ Randolf Wiederer hat einen überdimensionalen MSV-Ball ins Herz geschlossen. Wiederer: „Den hat mir jemand aus einem Kohlenkeller überlassen. Er war fast ganz schwarz, aber es schimmerte etwas Blaues durch und ich ahnte schon, was dahintersteckt.“
Fans aller Generationen besuchten die Ausstellung. „Sogar ein Platzkassierer aus den 30er-Jahren war da. Das ist der Hammer“, schwärmte Klaus Dings. Selbst Uralt-Zebras waren noch zu überraschen. Berndsen hatte ein Dokument aus dem Gründungsjahr aufgetan: „Daraus geht eindeutig hervor, dass der MSV im Juni gegründet wurde.“ Das offizielle Datum ist jedoch der 17. September 1902.
2500 Stunden Arbeit
Eins der spektakulärsten Ausstellungsstücke hatten Holger und Veronika Tribian mitgebracht: ein – noch nicht fertiggestelltes – Modell der MSV-Arena. 2500 Stunden Arbeit hat das Ehepaar in den letzten anderthalb Jahren in das Projekt bereits investiert, dieselbe Strecke müssen die Fans noch einmal zurücklegen. „Gesunder Wahnsinn ist das“, lacht Holger Tribian, der den Fortschritt der Bauarbeiten im Internet unter www.stadionmodellbau-tribian.npage.de dokumentiert.
Selbst auf kleinste Details achten Holger und Veronika – jeden einzelnen Sitzplatz haben sie nachgebaut. „Aus Holz, kein Plastik“, wie Veronika Tribian stolz anmerkt. Auf der Südtribüne fehlen allerdings die roten und weißen Sitze, die im „richtigen Leben“ die Schweizer Nationalflagge darstellen. „Die sind bei den Fans gar nicht beliebt“, so Holger Tribian, der das Modell übrigens mit dem traditionellen Namen „Wedau-Stadion“ benannt hat.
Beeindruckt von der Ausstellung war auch MSV-Chef Dieter Steffen. „Eine hervorragende Sache. Wir sollten darüber nachdenken, wie diese Ausstellung wiederholt werden kann. Auch wenn Steffen die vielen Wünsche der Fans nach Pokalfinalkarten nicht erfüllen kann, macht er der Zebraherde zumindest in dieser Hinsicht ein wenig Hoffnung. Viele Fans hätten sich beim Bau der MSV-Arena schon ein Zebra-Museum innerhalb des Stadions gewünscht. Klaus Dings: „In vielen Stadien gibt es so etwas. Warum nicht bei uns?“ Sein Bruder Dieter sagt: „Die müssen uns nur die Steine aufstellen. Wir füllen das Museum in kurzer Zeit.“
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