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MSV Duisburg

Gang vors Schiedsgericht - den MSV quält die Ungewissheit

16.06.2013 | 22:12 Uhr
DSV-Spieler Abdel-Hakim Aliouain mit einer Flugeinlage, Goran Sukalo (rechts) und Tanju Öztürk schauen zu.Foto: Hayrettin Özcan

Duisburg.   Das erste Testpiel des vom Zweitliga-Lizenzentzug bedrohten MSV Duisburg endete mit einem 5:1-Erfolg. Eigentlich ein erfreuliches Ergebnis - doch es könnte das vorerst letzte Spiel des MSV als Profi-Team auf Duisburger Boden gewesen sein.

Goran Sukalo stand nach der Pause frisch geduscht in der Nähe der Eckfahne an der Sprecherkabine und blickte traurig auf den Rasen. „Ich kann einfach nicht glauben, dass am Mittwoch alles vorbei sein soll. Das kann einfach nicht sein“, so der Mittelfeldspieler des MSV Duisburg. Die MSV-Profis gewannen am Sonntag ihr erstes Testspiel beim Landesligisten DSV 1900 mit 5:1 (0:1) – und kaum einer der 2500 Zuschauer dürfte in der Lage gewesen sein, das Ausmaß der Bedeutung des Spiels zu fassen. Wenn der MSV am Mittwoch vor dem Ständigen Schiedsgericht des DFB keine Lizenz erhält, war der gestrige Kick womöglich der vorerst letzte Auftritt einer Profi-Mannschaft auf Duisburger Boden.

Auch Trainer Kosta Runjaic hatte Schwierigkeiten, die Dinge einzuordnen. „Mit der Analyse beginne ich schon während des Spiels“, sagte der 42-Jährige und blickte voraus. Montag Training, Dienstag Training und Spiel beim KFC Uerdingen, Mittwoch Regeneration, Donnerstag ist trainingsfrei.

Frei? Womöglich ist dann schon Schluss. Seit zweieinhalb Wochen bangen Trainer, Spieler und Fans – an der Düsseldorfer Straße lag die Ungewissheit gestern wie ein schwerer Klotz auf den Gemütern aller Beteiligten. Am Mittwoch werden die MSV-Profis am Nachmittag gemeinsam essen und auf die Nachricht aus Frankfurt warten. Es wird Zeit, dass Klarheit besteht.

Ein Fan versuchte nach dem Spiel Co-Trainer Ilia Gruev zu überreden, Offensivmann Sören Brandy im Falle eines Lizenzentzuges nicht ziehen zu lassen. Es wird ein frommer Wunsch bleiben – selbst der Verbleib von Ilia Gruev gilt für den Fall des Absturzes als unwahrscheinlich. Brandy ehrlich: „So eine Situation habe ich noch nie erlebt. Natürlich gibt es Anfragen. Aber für mich zählt jetzt nur der MSV. Vor zwei Wochen war ich sehr pessimistisch. Mittlerweile wird mein Bauchgefühl von Tag zu Tag besser.“

Müller würde 3. Liga spielen

Die MSV-Verantwortlichen versuchen derzeit, den Absturz abzufedern. Sie haben beim DFB die Lizenzunterlagen für die 3. Liga eingereicht. Um den Profifußball zumindest in der Light-Version in Duisburg zu erhalten. Am liebsten mit Trainer Kosta Runjaic, der vor Jahresfrist mit Darmstadt 98 in dieser Spielklasse noch unterwegs war. Runjaic beantwortete die entsprechende Frage am Sonntag ausweichend, er legte sich nicht fest. Danny Latza, gerade von den „Lilien“ verpflichtet, setzt offenbar auf Verdrängung: „Ich gehe davon aus, dass wir weiter in der Zweiten Liga spielen.“

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Der Verein MSV Duisburg zittert um die Lizenz für die zweite Fußballbundesliga, die Fans leisten tatkräftigen Support. Über 1200 "Zebras" waren in die Innenstadt für einen Flashmob gekommen und bekundeten lautstark ihre Liebe.

Torwart Roland Müller erklärte: „Natürlich mache ich mir Gedanken und hofft, dass alles gut geht. Ich drücke den Verantwortlichen alle Daumen.“ Und falls das Schiedsgericht am Mittwoch den Daumen senkt? Müller: „Dann würde ich auch in der dritten Liga beim MSV bleiben.“ Tanju Öztürk schiebt nach: „Falls wir keine Lizenz bekommen, ist auch die dritte Liga für mich vorstellbar.“ Auch DSV-Keeper Sebastian Wickl, der in den ersten 55 Minuten spielte und eine gute Leistung bot, hängt in der Luft. „Ich habe einen Vertrag beim MSV II unterschrieben“, sagt er. „Das ist Fakt.“ Dennoch ist damit auch für ihn vieles unklar. Rein spielerisch konnten die Landesliga-Kicker sicherlich zufrieden sein. „Es ist richtig cool, dass wir sogar 1:0 geführt haben“, sagte Mittelfeldspieler Florian Theißen. Spielertrainer Dejan Lazovic, der das abwesende Trainergespann vertrat, war zufrieden: „Es war ein guter Abschied für einige von uns.“ Lazovic selber hatte das Angebot, in den Trainerstab zu wechseln: „Dazu bin ich aber noch zu heiß.“

Dirk Retzlaff, Thomas Tartemann und Friedhelm Thelen

Kommentare
17.06.2013
09:13
Gang vors Schiedsgericht - den MSV quält die Ungewissheit
von NurderMSV | #4

lt. Bild hat der MSV desaströse Lizenzunterlagen eingereicht!
Kentsch sollte schon mal überlegen welche Entschädingszahlung er dem MSV anbietet!

Ich möchte aber hier schon mal wetten, daß er den MSV, wie auch damals die Arminia auf ausstehendes Gehalt verklagt.
Ich könnte mir bei Kentsch sogar vorstellen , daß er nicht begreift was er angerichtet hat!

17.06.2013
08:25
Gang vors Schiedsgericht - den MSV quält die Ungewissheit
von anonymous999 | #3

".... war der gestrige Kick womöglich der vorerst letzte Auftritt einer Profi-Mannschaft auf Duisburger Boden."

Würd ich so nicht sagen, es gibt ja immerhin noch eine Duisburger Damenmannschaft die in der 1. Bundesliga spielt :)

1 Antwort
Gang vors Schiedsgericht - den MSV quält die Ungewissheit
von Knuddelkater | #3-1

... und im Pokal kommt ja in der 1,Runde auf jeden Fall ein Profiverein

17.06.2013
07:58
Gang vors Schiedsgericht - den MSV quält die Ungewissheit
von Zebrus | #2

Wie es aussieht entscheidet sich am Mittwoch, ob 2. oder 3. Liga. Da auch die 3. Liga eine Profi-Liga ist, ist das ganze sowieso wieder nur Panik geschreibe. Aber immerhin haben 3 WAZ-Redakteure sich zwingen können auch mal was ansatzweise positives zu schreiben. Respekt! Hat ja seit dem Pokalhalbfinale 2011 gedauert.

16.06.2013
23:42
Gang vors Schiedsgericht - Den MSV quält die Ungewissheit
von lapofgods | #1

".... war der gestrige Kick womöglich der vorerst letzte Auftritt einer Profi-Mannschaft auf Duisburger Boden."

Ähm, in dem Falle käme ja Anfang August Paderborn nach Duisburg. So lange ist das ja nun auch nicht hin. Danach allerdings könnte es sich in der Tat ziehen.

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2013-06-16 22:12
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