Der MSV verpasst in Wiesbaden die Drittliga-Meisterschaft

Wehen Wiesbaden v MSV Duisburg  - 3. Liga
Wehen Wiesbaden v MSV Duisburg - 3. Liga
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Was wir bereits wissen
Der MSV Duisburg beendet mit einem 0:1 in Wiesbaden die Saison, Drittliga-Meister wird Arminia Bielefeld. Gefeiert haben die Zebras trotzdem.

Wiesbaden.. Der SV Wehen Wiesbaden gewann das Spiel, die Fans des MSV Duisburg feierten. Die Zebras verloren das letzte Saisonspiel in der 3.Fußball-Liga in Wiesbaden mit 0:1 (0:1), die Stimmung unter den 8000 Duisburger Anhängern konnte das aber nicht trüben – sie feierten das Meidericher Aufstiegsteam trotzdem frenetisch. Der MSV schließt die Saison auf dem zweiten Platz ab, Drittliga-Meister wurde Arminia Biefeld.

Schon die Autobahn A3 war am Samstag-Vormittag fest in Duisburger Hand. Viele blau-weiß geschmückte Autos waren auf dem Weg nach Wiesbaden. Und auch im Stadion des SV Wehen Wiesbaden war blau die dominierende Farbe. Unter den 9000 Zuschauern waren 8000 Fans des MSV Duisburg.

MSV-Spieler mit gefärbten Haaren

Die MSV-Spieler griffen vor dem Spiel in den Farbtopf und färbten sich Haare und – wenn vorhanden – die Bärte blau. Die in grünen Trikots spielenden Zebras waren mit einer auf mehreren Positionen veränderten Formation im Einsatz. Torwart Michael Ratajczak hatte die Reise noch Wiesbaden gar nicht erst angetreten. So kam Ersatzkeeper Marcel Lenz zu seinem zweiten Saisoneinsatz. Auf den Außenpositionen der Abwehrkette durften Sascha Dum und Matze Kühne ran. In der Innenverteidigung spielte Christopher Schorch neben Branimir Bajic.

Die spannende Frage war vor dem Spiel, wie fit und wach die Duisburger nach dem Partymarathon unter der Woche auf Mallorca sein würden. Hellwach waren die Zebras in der zwölften Minute jedenfalls nicht: Christopher Schorch traf ins eigene Tor, wobei die Abstimmung zwischen ihm und Keeper Marcel Lenz nicht funktionierte.

Der MSV bemühte sich um Offensivaktionen – viel lief hier über Zlatko Janjic. Der Mittelfeldspieler scheiterte in der 24.Minute mit einem 16-Meter-Freistoß knapp. In der 29.Minute hatten die Gastgeber das 2:0 auf dem Fuß. Die Duisburger Abwehrkette funktionierte nicht, Luca Schnellbacher lief alleine auf das MSV-Tor zu, traf aber nur den Pfosten. Im Gegenzug war der MSV am Zug, doch Zlatko Janjic und Kingsley Onuegbu behinderten sich im gegnerischen Strafraum gegenseitig.

In der 44.Minute brannte es im Duisburger Strafraum lichterloh, am Ende rettete Sascha Dum nach einem Schnellbacher-Kopfball auf der Linie.

In der Pause hoffte MSV-Chef Ingo Wald noch auf die Wende. „Ich will diesen Pokal“, hatte Wald die Drittliga-Meisterschaft im Visier. Wald: „Aber wir könnten schon mit drei Treffern hinten liegen.“ Auch Let’s-Dance-Chef-Juror und MSV-Fan Joachim Llambi sah es so, nahm es aber locker. „Das auf dem Platz hier ist Mallorca. Aber entscheidend ist, dass der MSV endlich wieder aufgestiegen ist“, so Llambi.

MSV-Trainer Gino Lettieri legte im Lauf der zweiten Halbzeit immerhin noch ein paar Kohlen ins Feuer und brachte mit Kevin Scheidhauer, Martin Dausch und später Michael Gardawski drei neue Kräfte. Scheidhauer vergab bei einem Konter in der 69.Minute mit einem Schuss ans Außennetz den Ausgleich. In der 75.Minute verbuchte der MSV zwei weitere Hochkaräter. Erst scheiterte Janjic am Wehener Keeper, dann verpasste Michael Gardawski aus kurzer Distanz.