Der MSV Duisburg hat in der Krise nicht nur Fehler gemacht

Eine Stadt feiert ihren Verein: Die Fans des MSV Duisburg.
Eine Stadt feiert ihren Verein: Die Fans des MSV Duisburg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Start in die Dritte Liga stand die ganze Stadt hinter dem MSV. Auch das ist ein Ergebnis der jüngsten Krise, in der die Zebras viel falsch, aber auch einiges richtig gemacht haben. Der harte Kampf ums Überleben hat die Fans, die Stadt und den Verein einander wieder nähergebracht. Ein Kommentar.

Duisburg.. Der MSV Duisburg hat in den vergangenen Monaten vieles falsch gemacht und damit die Lizenz für die Zweite Fußball-Bundesliga amateurhaft versemmelt. Aber der Verein hat in der Krise auch vieles richtig gemacht und offensichtlich den richtigen Ton getroffen. Er hat es so geschafft, eine ganze Stadt hinter sich zu versammeln.

18.111 Zuschauer in der Dritten Liga, Staus auf den Straßen, umlagerte Kassenhäuschen, ein Szenario, das es beim MSV lange nicht mehr gegeben hat. Es war aber nicht nur die Quantität, es war auch die Qualität der Unterstützung. Einen solch’ emotionalen Rückhalt wie beim Saisonstart gegen Heidenheim hat es in der Duisburger Arena lange nicht gegeben.

In Duisburg ist der MSV gerade "in"

Die Duisburger haben schließlich ein Publikum, das man oft genug zum Jagen tragen musste. Aber die Fans haben auch ein feines Gespür. Sie haben diesmal erkannt, dass der Klub dem drohenden Komplett-Absturz nur um Haaresbreite entwischt ist. Zudem ist es in der Stadt gerade „in“, zum MSV zu gehen. Solidarität ist durch die vielen harten Arbeitskämpfe ein gelebter Teil von Duisburg. Deshalb haben die Zuschauer die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft auch noch nach der 0:1-Niederlage gefeiert.

Ein Stadionbesuch als emotionales Erlebnis. Kompliment. Die Garantie, dass es die ganze Saison über so bleiben wird, gibt es allerdings nicht. Aber warum sollte es in Duisburg nicht eine weitere Überraschung geben...