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Bommer sauer auf Ailton und Mokhtari

03.01.2008 | 00:22 Uhr

Ailton fehlt beim Trainingsauftakt des MSV Duisburg, und Mokhtari hat den Trainer über seinen Wechsel nach Katar nicht informiert.Frankfurter Michael Thurk gilt als Wunschkandidat, außerdem wird im Abstiegskampf noch eine Verstärkung fürs Mittelfeld ...

... gesucht Duisburg. Beim Start in eine Aufgabe, die einem Himmelfahrtskommando ähnelt, machte sich bei MSV-Trainer Rudi Bommer geregelter Unmut breit. "Ich bin richtig angesäuert", hieß es mit einem Blick, der den "Kugelblitz" möglicherweise irgendwo in Brasilien oder Mexiko wie ein Giftpfeil traf. Als die Zebras gestern im Meidericher Quellgebiet nach den Winterferien die Beine ausschüttelten, fehlte Ailton. Am Abend ergaben Nachforschungen über den Berater, dass "Toni" heute auf dem Frankfurt Flughafen wieder deutschen Boden betreten soll. Bis dahin bleiben die Gründe für die unplanmäßige Verspätung im Dunkeln.

"Ailton hat sich nicht gemeldet. Weder bei mir noch beim Vereinschef Walter Hellmich. So war das bestimmt nicht abgesprochen. Wir haben ihn mündlich eingeladen, das liegt ihm auch schriftlich vor, zudem haben wir mit ihm die Flüge geklärt", mokiert sich der Trainer. "Dann ist es doch verständlich, dass ich grantelig bin." Bommer spricht mit Blick auf den Brasilianer, dem der MSV bei einem Vereinswechsel keine Steine in den Weg legen wird, von einer "unangenehmen Sache", will und muss sich aber mit der schweren Mission des MSV vor Augen auf das Tagesgeschäft konzentrieren: "Wir müssen die Entwicklung abwarten und werden hören, was er zu sagen hat und werden dann entscheiden. Auch was die Höhe der Geldstrafe betrifft. Wichtig ist, dass die anderen da sind."

Für die korrekte Vorgehensweise steht Ailtons Stürmerkollege Klemen Lavric, der heute zurückerwartet wird. Nach dem Tod des Vaters kurz vor Weihnachten bat er den Trainer, in Slowenien bei der Herzuntersuchung der Mutter dabei sein zu können. "Das ist doch eine Selbstverständlichkeit", so Bommer.

Dass bei Bommer schnell die winterliche Erinnerung an anspruchsvolle Skipisten in St. Anton und private Gespräche mit dem Berufskollegen und Spezi Friedhelm Funkel verblassen, liegt auch an seinem Zögling Youssef Mokhtari, der vom MSV-Zug abgesprungen ist und nach dem Afrika-Cup Fahrt in Richtung Katar und damit in die Wüste aufnimmt. "Weder während der Gespräche noch nach der Vollzugsmeldung hat er sich bei mir gemeldet", spricht Bommer von einer persönlichen Enttäuschung. "Dafür hat täglich ein penetranter Spielerberater bei mir angerufen. Dabei habe ich ihn damals von Regensburg nach Burghausen gehievt und ihm nach der Kölner Zeit die Chance gegeben, sich in Duisburg wieder ins rechte Licht zu setzen", sagt Bommer. " Dabei hat er mich sonst immer um Rat gefragt. Aber dann wird er von irgendwelchen Leuten belatschert. Das hat mir schon den Urlaub vermiest, zumal ich zu ihm eine besondere Beziehung hatte. Aber jeder ist zu ersetzen. Er soll sein Glück versuchen. Aber mal ehrlich, was will er mit 28 in Katar?"

Also einer weniger, dabei fahndet der Tabellenletzte doch nach personellem Nachschlag. Für Bommer bleibt der Frankfurter Michael Thurk ein Kandidat: "Er ist frech und unbekümmert, er würde zu uns passen." Freilich müsse darüber noch mit Walter Hellmich gesprochen werden - auch über eine mögliche Verstärkung fürs Mittelfeld.

Von Gerd Böttner

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