Auf den MSV wartet nach dem Pokal-Aus der Liga-Alltag

Die große Überraschung ist dem MSV Duisburg gegen den Bundesligisten aus Köln nicht gelungen: Nach der Pokalniederlage waren die Drittliga-Spieler dementsprechend enttäuscht
Die große Überraschung ist dem MSV Duisburg gegen den Bundesligisten aus Köln nicht gelungen: Nach der Pokalniederlage waren die Drittliga-Spieler dementsprechend enttäuscht
Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach der Pokalniederlage im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Köln hat Fußball-Drittligist MSV Duisburg einen Tag seine Wunden geleckt - jetzt geht es in der Liga weiter gegen Preußen Münster. Die Duisburger wollen im Meisterschaftsrennen wieder in die Spur finden.

Duisburg.. Gino Lettieri, Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, klopfte sich nach dem unglücklichen Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten 1. FC Köln leicht auf die eigene Schulter: „Die Jungs waren gut eingestellt und haben wenig zugelassen. In der letzten Viertelstunde hätten wir den Sack zumachen müssen.“

Nach dem Platzverweis gegen Kölns Slawomir Peszko, der sich in der 71. Minute zu einer Tätlichkeit an Duisburgs Tim Albutat hinreißen ließ, gelang dem Außenseiter aber nicht der entscheidende Treffer. Es blieb nach 120 Minuten beim 0:0, und so mussten die Zebras ins Elfmeterschießen. Dort zogen sie beim 1:4 deutlich den Kürzeren.

„Bei uns sollten die Leute schießen, die sich gut fühlen. Ich halte nichts davon, Elfmeter im Training zu üben. Entweder bist du eiskalt, oder eben nicht“, so Lettieri.

Dennis Grote legte sich die Kugel als erster Duisburger hin und scheiterte an Kölns Keeper Timo Horn. Zlatjo Janjic, als Standardschütze eigentlich eine Bank, konnte Horn ebenfalls nicht überwinden. „Ich war sehr gut auf die MSV-Schützen vorbereitet“, sagte Kölns Elfmeterheld nach dem Abpfiff. „Es war natürlich super, dass ich die ersten beiden Schüsse direkt abwehren konnte.“

Ausverkaufte MSV-Arena

Dass die Geißböcke ihre Favoritenrolle vor 30.600 Fans in der ausverkauften MSV-Arena nicht mit Leben füllen konnten, sah Timo Horn selbstkritisch ein: „Gerade die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Deswegen gab es auch eine entsprechende Ansage vom Trainer.“ FC-Coach Peter Stöger wertete die Aufgabe beim aggressiv störenden Drittligisten als „schwierig“ und schickte nach getaner Arbeit ein Lob an den MSV: „Wir sind auf einen guten Gegner getroffen.“

Dennis Grote konnte das wenig trösten. „Ich habe dahin geschossen, wo ich eigentlich immer hinschieße. Es ist natürlich traurig, dass wir die Partie vom Punkt verloren haben. Für ein Weiterkommen brauchst du auch das Quäntchen Glück. Es sollte für uns leider nicht sein.“

Die Kulisse von über 30.000 Fans ließ bei den untröstlichen Verlierern dann aber doch noch die Augen leuchten. Grote: „Es hat riesig Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir durch die engagierte Pokalleistung Werbung gemacht haben, damit auch zu unseren Ligaspielen künftig mehr Zuschauer kommen.“

MSV muss zum Liga-Verfolgerduell mit Preußen Münster

Um einer möglichen Meisterschafts-Euphorie zusätzliche Nahrung zu verleihen, muss der MSV nach drei sieglosen Partien und 236-minütiger Torflaute wieder zurück in die Erfolgsspur. Am Sonntag wartet bereits das Verfolgerduell beim Tabellennachbarn SC Preußen Münster, danach kommen die punktgleichen Erfurter an die Wedau. „Der Monat November besitzt für uns richtungsweisenden Charakter“, blickt Innenverteidiger Thomas Meißner voraus, „unser Ziel ist es, weiterhin in der Spitzengruppe zu bleiben.“

Die Frage, die sich nach dem 120-minütigen Fight gegen den 1. FC Köln stellt: Stecken Kapitän Steffen Bohl & Co. die Belastung ohne Probleme weg oder droht vielleicht ein Einbruch?

„Ich persönlich habe die erhöhte Belastung schon gespürt. Aber die Kraft, auch in den nächsten Wochen zu powern, ist definitiv da“, versichert Duisburgs Wirbelwind Michael Gardawski. Am Mittwoch, war der Pokal-K.o. gegen die Kölner verständlicherweise noch das Thema in der Duisburger Kabine. Gardawski: „Wir haben noch mal über das Spiel geredet. Das ist jetzt abgehakt. Ab sofort haben wir nur noch Münster im Kopf.“ Der Alltag hat den MSV wieder.