MSV Duisburg
Andreas Peters: "Etwas zu bewegen, das ist schwierig"
24.03.2009 | 11:27 Uhr 2009-03-24T11:27:00+0100Duisburg. Seit einem Jahr sitzt Zebra-Fan Andreas Peters im Aufsichtsrat des MSV Duisburg. Zeit für eine erste Bilanz: Im DerWesten-Interview erzählt Peters vom "roten Bayern-Zebra", dessen Verbleib und einigen Baustellen.
Herr Peters, Ihr erstes Jahr im Aufsichtsrat ist schon wieder um.
Andreas Peters ist 48 Jahre alt und kam im Jahre 1970 zum MSV. Seitdem gehört der Verein zu seinem Leben.
Mit den "Zebras" ging Peters "durch Höhen und Tiefen" und "über die Dörfer". Heimspiele verfolgt der gebürtige Duisburger von seinem Stehplatz im Block J aus. Peters ist Administrator im Forum MSV-Portal und Mitglied im Fan-Club "msvfans.de".
Andreas Peters: Ja, und beim MSV ist viel passiert. Die Rote-Karten-Aktion gegen Rudi Bommer, die mir immer noch im Magen liegt. Oder zum Beispiel die Sache mit dem rot-weiß gestreiften Zebra, mit dem Walter Hellmich den Bayern Ende letzter Saison zur Meisterschaft gratuliert hat.
Es gab ziemlich viele Diskussionen um dieses Geschenk an die Gäste. Von einigen Fans wurde es als Provokation gedeutet.
Peters: Ja. Mittlerweile ist das Zebra übrigens von der Bildfläche verschwunden. Es stand ja zunächst im Bayern-Fanshop im Centro. Dann wurde es für einen karikativen Zweck versteigert – offenbar an jemanden, der es ganz schnell unter die Erde und aus dem Blickfeld gebracht hat.
Aber schauen wir doch mal genauer auf Ihr letztes Jahr: Wie haben Sie die letzten zwölf Monate als erster und bislang einziger Fan im Aufsichtsrat erlebt? Konnten Sie etwas bewegen?
Peters: Bewegen – eher nein. Das ist auch relativ schwierig. Denn ich wurde in den Aufsichtsrat des Vereins, also des e.V., gewählt. De facto ist aber die KGaA für viele wichtige Entscheidungen zuständig. Das wurde auch in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch immer wieder deutlich. Da hieß es mehrfach: Nein, hierum kümmert sich die KGaA und darum auch.
Welchen Handlungsspielraum haben Sie?
Peters: Ich kann Anregungen geben. Aber ich kann nicht beeinflussen, inwiefern diese Anregungen durchgesetzt werden. Deswegen ist es wichtig, das Verhältnis zwischen e.V. und KGaA genauer zu regeln. Es muss auf Dauer eine Art Geschäftsordnung geben, in der festgelegt wird, welchen Zugriff der e.V. auf die KgaA hat. Denn momentan leiste ich vor allem Hintergrundarbeit. Wirklich ergiebig ist es bislang nicht.
Aber es konnten doch bereits Projekte verwirklicht werden, die Sie angestoßen haben?
Peters: Es gibt inzwischen die immer wieder aus Teilen der Anhängerschaft geforderte Vollzeitstelle für unseren Fan-Beauftragten Dirk Lechtenberg. Außerdem steht inzwischen die Fanwand – eine Art Säule –, auf der die Namen derer zu lesen sind, die den Bau der MSV-Arena finanziell unterstützt haben. Aber das ist nicht mein Verdienst. Die Pläne für die Fanwand beispielsweise hatten schon lange irgendwo beim MSV in einer Schublade gelegen.
Mit dem "Zebrastall" existiert ja nun auch die Fan-Kneipe, die Sie stets gefordert hatten.
Peters: Ja, die ist komplett in Eigeninitiative entstanden, hier wurde durch den Wechsel eines Pächters die Chance auf eine Fankneipe genutzt. Alles in allem ist der Betrieb einer solchen Fankneipe kein ganz einfaches Geschäft. Diejenigen, die dieses Projekt angegangen sind, gehen dabei ein hohes Risiko!
Sie wollten sich auch für einen Kids-Club, einen Kinderhort im Stadion, einsetzen.
Peters: Da sind wir beim MSV leider noch nicht weiter. Arminia Bielefeld hat es so schön vorgemacht. Toll, was die auf die Beine gestellt haben. . . Das ist eine meiner großen Baustellen. Es gibt auch immer noch kein offizielles MSV-Archiv oder -Museum wie es sich die Fans wünschen.
Das kann ja noch kommen.
Peters: Ja - ich bin jedenfalls für drei Jahre gewählt.
00:42
ja, die 51-regelung ist doch auflage der dfl/des dfb. ist in der theorie auch ganz sinnvoll. die frage ist doch aber, wie es tatsächlich in der praxis aussieht, wer welche entscheidungen trifft.
das echo in den medien fand ich auch katastrophal, wie oberflächlich da berichtet wurde. in dieser hinsicht wären es aber die medien, die mir, wenn sie mir nicht aufgrund dessen nicht egal wären, bauchschmerzen bereiten würden. wenn ich mich recht entsinne, hat herr schüssler die sache aber an gleicher stelle auch auf den punkt gebracht: dass erst die sturheit der vereinsführung es zu einer derartigen eskalation hat kommen lassen. aber da war er der einzige seiner branche, der das erkannt hat.... da der msv in der öffentlichkeit aber ohnehin nicht zu den durch die medien privilegierten zählt, kann uns das relativ egal sein. entscheidend is ohnehin aufm platz (wo kann ich hier den fünfer reinschmeißen?) und da hat die aktion letztendlich positives bewirkt (um es defensiv zu formulieren!)
22:57
@Domzebra, ein wenig mehr Einfluß als ein Kaninchenzüchterverein haben wir (der e.V.) doch noch. Solange die 50+1 Regelung besteht, und der Verein die Mutter der KGaA ist, geht das noch. Aber der Tag wird kommen, wo die 50+1 Regelung fällt. Dann hat der Verein nix, aber auch gar nix mehr zu sagen!
Und zu meinen Bauchschmerzen. Warum soll ich Aktionen nicht hinterfragen? Das Echo in der Presse war verherrend! Der gute Herr Schüssler (innerhin auch bei diesem Konzern beschäftigt) sprach von Menschenverachtend. Wenn die Rote-Karten-Aktion eine solche Aussenwirkung hat, muss man sich doch fragen, ob man alles richtig gemacht hat, oder?
14:02
rennie räumt den magen auf, herr peters!
meine interessen können sicherlich nicht durch jemanden adäquat vertreten werden, der selbst nach beweis der richtig- und notwendigkeit der durch die selbshellmichkeit eines herrn herrlich bedauerlicherweise erst notwenig gewordenen aktion zweifelt.
aber er sitzt ja auch nur im eingetragenen verein, der ja wohl auch nicht viel mehr einflus auf die kg hat als jede andere kaninchenzüchtervereinigung in duisburg.
21:20
Interessantes Interview, könnte ruhig länger sein.
20:14
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13:41
Kinderhort sollte doch nicht so schwer sein. Einen Raum organisieren, im Sommer geht ja auch ein Zelt. Ein bißchen Spielzeug und zwei bis drei Aushilfskräfte als BetreuerInnen. Das sollte doch nicht viel Geld kosten, aber ein große Wirkung haben.
Für ein evetuelles Museum wurde ja schon viel Vorarbeit durch andere geleistet. Ich erinnere da an das MSV-Archiv und die Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum als der MSV 100 Jahre alt wurde.
13:01
wat wolln wir mit den Herr peters,....
der is auch ein Ja sager wie alle bein Msv und kriecht den helmich hinten rein............
12:27
Das rot-weiß gestreiften Zebra gibt es doch noch, zuletzt gesehen Einweihung Seehaus im Sportpark......
Kinderhort und Museum das fehlt hier wirklich noch.....
08:20
Kinderhort ist überfällig.
das sind schon einige Stadionbesuche die ich streichen mußte weil kein Babysitter verfügbar war. Das kann auch wirklich nicht so schwierig sein, so etwas umzusetzen.