Lesung : Reiner Calmund nimmt Zebra-Fans in die Pflicht
Duisburg. Reiner Calmund stellt sein neues Buch vor und erinnert sich an Erlebnisse mit dem MSV. Er will den MSV wieder oben sehen und nimmt dabei die Zebra-Fans in die Pflicht: "Das Duisburger Publikum ist ungewöhnlich kritisch. Das habe ich in der Region so sonst nirgendwo erlebt."
In seinem Buch "fußballbekloppt" sind alle Satzzeichen vorhanden, auf der Bühne in der Aula der Gertrud-Bäumer-Schule spricht Reiner Calmund ohne Punkt und Komma. Die Zeit bei der Lesung des ehemaligen Fußball-Managers, die die Bahnhofsbuchhandlung Grauert zusammen mit der NRZ präsentiert, vergeht wie im Flug.
Schade, denn viele spannende Themen kommen nicht mehr zur Sprache. "Callis" Trainingserfolge etwa - der XXL-Manager will 30 Kilogramm abnehmen und im Frühjahr einen Halbmarathon im Walking bestreiten. Oder Konrad Adenauer, den er verehrt. Oder seinen Frust über die katholische Kirche, der der frühere Messdiener in seinem Buch "Arroganz und Eitelkeit" vorwirft.
"Ich war ein Schlitzohr"
NRZ-Sportredakteur Dirk Retzlaff im Gespräch mit dem früheren Fußballmanager Reiner Calmund. (Foto: Geinowski)
Foto: NRZ
Calmund schildert, wie er die DDR-Stars Andreas Thom und Ulf Kirsten zu Bayer Leverkusen geholt hatte, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl "Theater gemacht hat", weil Bayer auch noch Matthias Sammer verpflichten wollte. Oder, wie Calmund die brasilianischen Topspieler ins Rheinland holte. "Ich war ein Schlitzohr", sagt Calmund, den der Brasilianer Tita einst als "dickes Bandito" bezeichnet hatte.
Calmund in Duisburg - da spricht er natürlich auch über den MSV. Es gab in den letzten 30 Jahren viele Berührungspunkte. 1979 hatte der MSV den Aufsteiger Leverkusen 5:0 abgebürstet (Calmund: "Das erste Tor war Hand!"), drei Jahre später schoss Bayer die Zebras in die 2. Liga.
MSV-Fans in der Pflicht
Den MSV will Calli bald wieder oben sehen. "Die 2. Liga ist Mist, da muss der MSV schnellstens raus." Allerdings sieht er dabei auch die Fans in der Pflicht. Calmund: "Das Duisburger Publikum ist ungewöhnlich kritisch. Das habe ich in der Region so sonst nirgendwo erlebt, nicht in Dortmund und nichtmals auf Schalke."
Reiner Calmund will bald nach Duisburg zurückkehren. Am liebsten zu einem Bundesliga-Spiel. "Ansonsten", so Calmund, "gibt´s ja noch den DFB-Pokal."




Ingo Pickenäcker
























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