MSV Duisburg : Hellmich gegen Neururer

Duisburg. Edmund Becker, Klaus Augenthaler und Wolfgang Wolf sind beim Zweitligisten MSV Duisburg Nachfolge-Kandidaten für Trainer Peter Neururer. MSV-Präsident Walter Hellmich brach komplett mit seinem vormals leitenden Angestellten.
Am Nachmittag stand Peter Neururer gestern schon wieder auf dem Golfplatz. Zur Entspannung. Seine Abschiedsvorstellung auf dem Trainingsgelände des Zweitligisten MSV Duisburg hatte zuvor acht Minuten gedauert: vorfahren mit dem weißen Porsche, dann die schwarze Sporttasche mit persönlichen Dingen packen und wieder verschwinden. Neururers zwölfte Trainerstation im Profi-Fußball endete für viele Beobachter nicht überraschend mit der Entlassung, die der Aufsichtsrat des Klubs am späten Donnerstagabend einstimmig beschlossen hatte.
Neururer, dem das Image des Feuerwehrmannes und Kurzzeittrainers anhaftet, blieb beim MSV Duisburg knapp ein Jahr. Am 17. November 2008 hatte der Gelsenkirchener seinen Job bei den Zebras angetreten, und nicht erst in jüngster Zeit wurde deutlich, dass sich die Verpflichtung Neururers als Fehlgriff erweisen würde.
„Es war irgendwann absehbar, dass die Sache so enden würde”, gab Manager Bruno Hübner gestern zu.
Alles klar zwischen Peter Neururer und Walter Hellmich? Das war einmal! (Foto: Friedhelm Geinowski)
Foto: NRZ
MSV-Chef Walter Hellmich, bei der Verpflichtung des heute 54-Jährigen die treibende Kraft, brach gestern komplett mit seinem vormals leitenden Angestellten: „Hartes Arbeiten passt besser zu uns, als große Sprüche zu machen.” Der Präsident teilte aus, nachdem er in den letzten Monaten viel einstecken musste.
Peter Neururer hatte mehrfach mit Rücktritt gedroht und Absprachen mit dem Präsidenten in Frage gestellt. Letztlich scheiterte der Coach aber auch an seiner Selbstüberschätzung. Im eigenen Verständnis betrachtete er sich immer noch als Erstligatrainer, der sich „die 2. Liga antut”. Letztlich ging es dem Trainer vornehmlich um den persönlichen Erfolg. Aber auch der blieb aus. In einer letzten Runde werden nun beide Parteien noch um die Abfindung streiten.
Am Sonntag beim Zweitliga-Spiel bei der TuS Koblenz wird Assistenztrainer Uwe Speidel hauptverantwortlich auf der MSV-Bank sitzen. Im Idealfall soll schon in der nächsten Woche der neue Mann seinen Dienst in Duisburg antreten. Gemessen am Anforderungsprofil wird deutlich, woran es zuletzt haperte. „Wir brauchen einen Mann, der Disziplin ins Team bringt, einen Trainer, der auch mal als Erster kommt und als Letzter geht.”
Becker gilt als aussichtsreicher Anwärter
Duisburg will mit einem erfahrenen Mann, der die zweite Liga kennt und bereits Aufstiegserfahrung hat, trotz des verkorksten Saisonstarts noch einen Anlauf Richtung Spitzengruppe unternehmen.
Der Ex-Karlsruher Edmund Becker gilt als aussichtsreicher Anwärter. Wie im letzten Jahr zählen auch Klaus Augenthaler und Wolfgang Wolf zum Kandidatenkreis. Frank Pagelsdorf gehört wohl nicht dazu, zumal der Ex-Rostocker gerade in Dubai verlängert hat. Ex-MSV-Trainer Peter Neururer legte gestern die Latte für seinen Nachfolger ganz oben an: „Das Team hat das Potenzial für den Aufstieg.”





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