Zweite Bundesliga : Duisburg hat brasilianische Talente im Visier

Duisburg. Bruno Hübner hat eine anstrengende Woche hinter sich. Bevor sich der Manager des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg das ernüchternde 1:3 bei 1860 München ansah, weilte er sechs Tage lang in Südamerika. Hübner prüfte die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit einem brasilianischen Verein.
Hübner klopfte Kontakte und Perspektiven in Brasiliens Millionenstadt Porto Alegre (übersetzt: fröhlicher Hafen) ab. „Möglicherweise ergibt sich die Gelegenheit, dass wir dort mit einem Verein kooperieren oder aber mit einer Gruppe, die Spieler im europäischen Markt platzieren will. Es geht um ein Rundum-Paket”, lässt Hübner durchblicken.
Nachwuchsteams in Porto Alegre haben das Interesse geweckt
Der 48-Jährige beschreibt seine Dienstreise in die Hafenmetropole als „interessant und stressig”. Hübner: „Ich habe mir bis zu drei Fußballspiele pro Tag angesehen und dabei auch die Nachwuchsteams in Porto Alegre ins Auge gefasst.” Neben dem bekannten Sport Club Internacional, der 2006 die Klubmeisterschaft der FIFA gewann, und Gremio FC, dem Weltpokalsieger von 1983, tummeln sich in Porto Alegre auch mehrere Dritt- und Viertligisten.
Der brasilianische Verteidiger Bruno Soares steht schon im MSV-Kader. Wettkampfpraxis sammeln kann er in Duisburg allerdings kaum. (Foto: Friedhelm Geinowski)
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„Der Marktwert der jungen brasilianischen Spieler steigert sich oftmals binnen weniger Monate”, berichtet Hübner und nennt zwei Beispiele: „Im Vorjahr hatten wir zwei Jungs auf der Liste, die noch relativ unbekannt waren. Mittlerweile sind sie zwei, drei Millionen Euro wert.”
Nur Talente kommen in Frage
Für den MSV Duisburg wäre eine Zusammenarbeit mit einem brasilianischen Verein zumindest eine Idee, um mittelfristig durch das Erzielen von Transfererlösen konkurrenzfähig zu bleiben. Hübner: „Für uns kommen nur Talente in Frage. Die Möglichkeiten, erfahrene Spieler für viel Geld zu holen, haben wir in Duisburg nicht.” Der Haken an dem angedachten Brasilien-Deal: Die angedachten Talente sind für eine direkte Hilfe in der 2. Fußball-Bundesliga noch nicht stark genug, müssten erst aufgebaut werden.
Hübner: „Als Nicht-EU-Ausländer dürfen solche Akteure nicht bei uns in der U 23 spielen. Somit können sie auch keine Wettkampfpraxis sammeln.” Ein Problem, das aktuell auch Verteidiger Bruno Soares hat. Da Landsmann Tiago auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, steht er für Einsätze in der Reserve zur Verfügung. „Wenn man Nachwuchskräfte aus Brasilien holt, dann muss man entsprechende Kaderplätze vergeben und einen gewissen Kostenblock berücksichtigen. Sollte tatsächlich einer durchkommen und drei Millionen Transfererlös bringen, dann wäre das okay. Man muss das alles genau abwägen, was Sinn macht und was nicht”, so Hübner. Der Manager wird einen entsprechenden Bericht ausarbeiten und ihn mit Klubchef Walter Hellmich sowie Trainer Peter Neururer besprechen. Zwei, drei Brasilien-Besuche sollen noch folgen.





Ingo Pickenäcker
























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