"Mit Herz und Leidenschaft gespielt"
25.11.2007 | 16:50 Uhr 2007-11-25T16:50:00+0100
Fortuna ist nach dem 2:0-Erfolg über Erfurt sogar "Herbstmeister". Trainer-Manager Wolf Werner war über Sprung an die Tabellenspitze "richtig erschrocken".
Schatzmeister Werner Sesterhenn hätte am Samstagabend nach dem Spiel durchaus Vergnügungssteuer auf den Eintrittspreis verlangen können. Die Fortuna-Fans hätten es bezahlt. Weil sie das Gefühl genossen, endlich mal wieder ganz oben zu sein. Durch den 2:0 (1:0)-Erfolg über RW Erfurt erklommen die rot-weißen Kicker wieder die Regionalliga-Tabellenspitze und sind zugleich, weil es der letzte Hinrundenspieltag war, der im Mannschaftssport gerne so genannte „Herbstmeister”.
Verrückt! Nach Wochen der Tristesse, dem spektakulären Trainerwechsel und der folgenden 0:3-Blamage von Babelsberg genügte ein Sieg, um die Düsseldorfer Fußball-Welt wieder in Ordnung zu bringen.
"Spitzenreiter! Spitzenreiter! Hey, hey!” sangen die Fortuna-Fans bereits während des Spiels, als um 15.27 Uhr der 1:2-Rückstand von Kickers Emden im Heimspiel gegen Schlusslicht VfL Wolfsburg II auf der Anzeigetafel flimmerte. 19 Minuten später war es dann perfekt. Emden und auch Wuppertal (0:2 in Magdeburg) hatten verloren, Fortuna gewonnen – und war von Platz fünf auf eins gesprungen.
Interimstrainer Wolf Werner packte sich mit beiden Händen an den Hinterkopf. Fast schien der 65-Jährige es gar nicht fassen zu können, was gerade passiert war. „Ich bin richtig erschrocken, dass wir jetzt Tabellenführer sind”, bekannte der Trainer-Manager. „Aber dies beweist auch, wie es in dieser Liga aussieht. Wir und alle anderen Teams haben schon viele Punkte liegen lassen.”
In diese Gefahr geriet Fortuna am Samstag nur in der Anfangsphase, als Erfurts Kumbela nach zwei Minuten und elf Sekunden der rot-weißen Abwehr davon- und frei aufs Tor zulief. Keeper Michael Melka rettete per Fußabwehr und war damit ebenso Vorbereiter des Sieges wie Marco Christ, der in der 16. Minute mit einem platziert geschossenen Freistoß ins kurze Eck das 1:0 erzielte.
Danach entwickelte sich eine kampfbetonte und spannende Partie, was auch Erfurts Trainer Pavel Dotchev trotz der Niederlage erkannte: „Es war ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner.” Fortunas Abwehr hatte die Thüringer Torjäger Bunjaku (10) und Kumbela (7), die vor dem Anpfiff allein mehr Treffer erzielt hatten als alle Fortunen zusammen, gut im Griff. Das komplette Team bot eine kämpferisch und auch spielerisch höchst engagierte Leistung.
Die krönte ein Fortuna-Kicker mit einem ganz besonderen Erfolgserlebnis. Fabian Hergesell erzielte sein erstes Tor im Düsseldorfer Dress und ging danach vor Freude fast in die Luft. Was Wolf Werner verstehen konnte: „Ich hatte ihm schon vor zwei Monaten gesagt, dass er mehr nach vorn machen müsse. Jetzt hat er es endlich mal umgesetzt.”
Der Trainer-Manager war aber auch mit jedem anderen seiner Spieler rundum zufrieden. „Alle Jungs haben sich voll verausgabt und mit Herz sowie Leidenschaft agiert. Aber wir müssen diese Art Fußball immer spielen. Daher ist die Partie und der Erfolg über Erfurt nur ein kleiner Schritt”, resumierte Werner: „Dies war der Anfang, den wir nun in den nächsten Spielen bestätigen müssen.” Am Samstag kommt Union Berlin zum ersten Rückrundenspiel, dann geht's nach Essen.
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