Marcell Jansen lässt HSV jubeln, Hertha holt ein 1:1
19.02.2010 | 00:15 Uhr 2010-02-19T00:15:00+0100
Hamburg/Berlin. Beim Heimdebüt von Ruud van Nistelrooy hat sich der Hamburger SV eine gute Ausgangssituation fürs Rückspiel geschaffen: Nach dem 1:0-Erfolg gegen die PSV Eindhoven feierte der HSV einen gelungenen Europacup-Abend. Hertha BSC Berlin spielte gegen Benfica Lissabon 1:1.
Per Foulelfmeter erzielte Marcell Jansen (26.) den Treffer zum insgesamt verdienten Hamburger Sieg. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag im Philips Stadion wartet auf den HSV aber noch viel Arbeit, um in das Achtelfinale einzuziehen.
Auf das ersehnte und mit Sprechchören gefeierte Heim-Debüt des von Real Madrid verpflichteten Weltstars van Nistelrooy mussten die Hamburger Fans bis zur 64. Minute warten. Trainer Bruno Labbadia ließ den niederländischen Torjäger, der von 1998 bis 2001 in Eindhoven gespielt und in 67 Spielen 62 Tore für den Traditionsklub erzielt hat, zunächst wie in Stuttgart nur auf der Ersatzbank. Dafür stürmten Mladen Petric und Marcus Berg von Beginn an. Auch der nach vier Monaten Pause genesene Ze Roberto wurde in der 60 Minute eingewechselt.
Vor nur knapp 36.000 Zuschauern taten sich die Gastgeber gegen die sehr defensiv eingestellte Mannschaft des ehemaligen Schalker Trainers Fred Rutten sehr schwer. „Eindhoven ist top organisiert, es wird ein sehr schweres Spiel“, hatte Labbadia vor der Partie gesagt: „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir kein Gegentor bekommen.“
Da auch der 21-malige niederländische Meister im ersten Durchgang keinerlei Risiko einging, wurde die Partie lange Zeit von taktischem Ballgeschiebe geprägt. Vor einer Viererkette in der Abwehr agierte bei der PSV der Ex-Schalker Orlando Engelaar auf der „Sechs“, davor spielten weitere vier Mittelfeldspieler, die sich bei Hamburger Ballbesitz geschlossen nach hinten orientierten. So gab es zunächst kein Durchkommen für die Hamburger, bis sich Petric ein Herz fasste und mit seinem Solo den Strafstoß herausholte; er wurde von Stanislaw Manoljew zu Fall gebracht.
Die erste große Chance hatte zunächst der niederländische Tabellenführer nach einer Standardsituation. Engelaar köpfte einen Freistoß mit dem Hinterkopf Richtung Torwinkel, fand aber in Frank Rost seinen Meister, der mit den Fingerspitzen großartig rettete. Nach dem Wechsel spielte die PSV erwartungsgemäß mutiger und schneller nach vorne und stellte die HSV-Abwehr vor einige Probleme. So verpassten Danko Lazovic (51.) und Ola Toivonen (52., 63.,75) nur knapp. Zuvor musste allerdings Eindhovens Torwart Andreas Isaksson zweimal großartig gegen Petric (48.) und David Rozehnal klären.
Die Partie wurde nun endlich so dramatisch und spannend, wie man es erhofft hatte. Eindhoven drängte auf das erhoffte Auswärtstor, den Hamburgern eröffneten sich dadurch gute Kontergelegenheiten. Jansen und David Rozehnal gefielen in der insgesamt kämpferisch starken Hamburger Mannschaft am besten. Bei Eindhoven ragten Ibrahim Afelley und Otman Bakkal heraus.
Benfica trifft in beide Tore
Hertha BSC Berlin darf weiter auf den Einzug ins Achtelfinale hoffen. Das Tabellen-Schlusslicht der Fußball-Bundesliga erkämpfte sich gegen Benfica Lissabon ein 1:1 (1:1) und tankte nach einer ordentlichen Leistung wieder Selbstvertrauen für das wichtige Auswärtsspiel am Sonntag in der Liga beim SC Freiburg (15.30 Uhr/live bei Sky und Liga total).
Der vom FC Chelsea umworbene Argentinier Angel di Maria (4.) brachte die Gäste nach einer sehenswerten Einzelleistung in Führung. Javi Garcia sorgte mit seinem Eigentor (33.) nach einer missglückten Flanke von Lukasz Piszczek für den Ausgleich und hielt die „Alte Dame“ für das Rückspiel am kommenden Dienstag im Spiel. Benfica muss damit im Europacup auch nach dem 17. Gastspiel in Deutschland auf einen Sieg warten.
Vor nur 13.684 Zuschauern legten die Gäste im Berliner Olympiastadion los wie die Feuerwehr und zeigten, dass sie zurecht an der Tabellenspitze der ersten portugiesischen Liga stehen. Der 31-malige Landesmeister zog ein variables Angriffsspiel auf, die Stürmer Saviola und Oscar Cardozo wirbelten die Berliner Abwehr mächtig durcheinander. Beim 1:0 nutzte der Argentinier di Maria einen Stellungsfehler von Piszczek, steuerte scheinbar unbeirrt auf das Hertha-Tor zu und ließ Keeper Jaroslav Drobny keine Chance.
Hertha benötigte rund 20 Minuten, um sich vom Angriffswirbel der Gäste zu erholen. Die erste Chance besaß Maximilian Nicu, dessen Schuss von Benfica-Kapitän Luisao zur Ecke gelenkt wurde. Im weiteren Verlauf blieb das Spiel verteilt. In der 53. Minute forderten die Gäste nach einem Foul von Arne Friedrich an Ramires einen Elfmeter, doch Schiedsrichter Terje Hauge (Norwegen) verweigerte den Pfiff. Zwei Minuten später traf Nicu aus nur fünf Metern nur den Pfosten.
Herthas Trainer Friedhelm Funkel hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Bundesliga-Spiel gegen Mainz 05 (1:1) gleich auf mehreren Positionen umgestellt. In der Abwehr kam Steve von Bergen für Roman Hubnik zum Einsatz. Im Mittelfeld gehörten Patrick Ebert, Cicero und Nicu wieder zur Anfangsformation. Fabian Lustenberger und Florian Kringe blieben zunächst auf der Bank. Raffael rückte in den Sturm, dafür saß der griechische Nationalspieler Theofanis Gekas zunächst nur auf der Bank.
Bei den Berlinern verdienten sich Cicero und phasenweise Raffael gute Noten, aufseiten der Gäste gefielen Torschütze di Maria sowie Oscar Cardozo. (sid)
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