Nationalmannschaft
Lahm und Khedira zeigen Angriffslust
02.09.2010 | 20:11 Uhr 2010-09-02T20:11:00+0200
La Hulpe. Selbstbewusst gehen Philipp Lahm und Sami Khedira ins erste Spiel der EM-Qualifikation in Belgien und melden Ansprüche an. Die Personalie Michael Ballack spielt für beide eine große Rolle.
Das Hotel Dolce La Hulpe vor den Toren Brüssels liegt ganz schön versteckt, und es macht die Anfahrt nicht einfacher, wenn man zwischendurch in Richtung Waterloo abbiegt – aber davon soll jetzt hier nicht die Rede sein. Auf jeden Fall schlendern die deutschen Spieler in ihren Freizeitanzügen durch die Lobby des Hotels und sind schon von weitem leicht zu erkennen: Denn alle sind am Ankunftstag in Rot gekleidet. Rot ist eine Signalfarbe, sie drückt Angriffslust aus.
Auch Philipp Lahm kommt in Rot daher und zeigt Angriffslust: Wenn für die deutsche Mannschaft am heutigen Freitag (20.45 Uhr/ARD live) mit dem ersten EM-Qualifikationsspiel in Brüssel gegen Belgien wieder der Ernst des Lebens beginnt, dann soll die Erfolgsstory von der WM in Südafrika weiter gehen. Dass im ersten Pflichtspiel der Saison noch nicht alles wie geschmiert laufen kann, ist die eine Sache, auf die Lahm hinweist. Aber er sagt auch: „Wir haben eine WM hinter uns, bei der wir überzeugt haben, und das wollen wir jetzt hier fortführen.“
Lahm sieht sich weiter als Anführer
Lahm gibt sich in Belgien wie immer: Er findet in der Kapitäns-Entscheidung von Joachim Löw keinen Grund, sich jetzt zurück zu nehmen – selbstbewusst sieht er sich als Mann „mit über 70 Länderspielen“ auch künftig in einer Anführer-Rolle. Zwar will der 26-Jährige gar nicht wirklich abstreiten, dass er über das Votum des Bundestrainers enttäuscht ist, aber darum würde es jetzt nicht gehen: „Diese Entscheidungen müssen immer akzeptiert werden, und sie werden auch akzeptiert. Das lernt man im Fußball von Kleinauf.“
Für den Auftakt der EM-Quali darf Lahm als „aktueller Kapitän“ (Löw) die geliebte Binde ja auch noch behalten, und wie lange das so bleiben wird, hängt letztlich auch von Sami Khedira ab: Spielt der 23-Jährige auch in Zukunft so gut wie bei der WM, dann gibt es für den Bundestrainer einen Grund weniger, Michael Ballack schnell zurückzuholen. Khedira könnte somit auf Dauer sogar zum „Königsmacher“ für Lahm werden – eine interessante Koalition, pardon: Konstellation.
Nicht mehr der kleine Stuttgarter
Auf jeden Fall ist Khedira bei der WM auf den Geschmack gekommen und kündigt ganz offen an, dass er Ballack den Platz im zentralen Mittelfeld an der Seite von Bastian Schweinsteiger nicht mit einem Handkuss freiwillig überreichen wird. „Es ist doch normal, dass man den Anspruch erhebt, in der ersten Elf zu stehen“, erklärt Khedira. Und schiebt forsch nach: „Wenn jemand besser spielt als ich, dann sollte er auch spielen. Aber ich werde weiter so spielen, dass keiner eine Chance hat, an mir vorbeizukommen – das ist mein Ziel.“ Auch Khedira trägt einen signalroten Pulli an diesem Tag: Angriffslust pur.
Khedira ist nicht mehr der kleine Stuttgarter, der vor einem Jahr als Kapitän der U-21-Europameister zur Nationalelf gestoßen ist – er kommt nun als Profi von Real Madrid daher. Selbstbewusst war der Mann mit den pechschwarzen Haaren ja schon immer, aber nun hat er auch eine Menge vorzuweisen: Eine starke WM, ein hohes Ansehen bei Jogi Löw, in jungen Jahren schon einen Vertrag bei Real Madrid, und - nicht zuletzt – mit Jose Mourinho einen herausragenden Vereinstrainer. Und selbst vor dem kuscht Khedira nicht.
Khedira will Spanisch lernen
Als er in Brüssel gefragt wird, ob ihm Mourinho denn ein spanisches Wörterbuch ins Reisegepäck gesteckt hat, weil der Trainer ja zuletzt Klage über fehlende Sprachkenntnisse geführt hatte, antwortet Khedira: „Das braucht er nicht, das habe ich mir schon selbst vorgenommen.“ Aktuellen Spanisch-Rückstand sieht er bei sich nicht: „Ich habe mir in den vier Wochen ein paar Begriffe angeeignet, aber es wäre ja ein Wunder, wenn ich jetzt schon perfekt Spanisch sprechen könnte.“ Nein, versichert er, die Eingliederung würde gut laufen.
Khedira sitzt im Hotel Dolce La Hulpe und sagt auch im Namen von Mesut Özil, mit dem er ja ein deutsches Duo bei den Königlichen bildet: „Wir sind von Real Madrid geholt worden, um ein Teil der Mannschaft zu sein – und nicht nur Statisten.“ So spricht man, wenn man glaubt, sogar einen Ballack verdrängen zu können. Signalfarbe Rot.
10:30
zu 1 und 2
Es scheint so als ob Ihr beiden alles andere als Ahnung vom Fussball habt, sonst hättet Ihr sicher die fussballerischen und fussballerisch fachlichen Qualitäten eines Philipp Lahm längst erkannt.
Zu Michael Ballack kann ich nur sagen, seine Verdienste in der Nationalmanschaft bisher in aller Ehren, aber ein so konstanter fussballerisch herausragender Spieler wie Philipp Lahm es darstellt ist M.Ballack nie gewesen und wird es auch nicht mehr sein.
09:41
zu 1 und 2,
Warum soll Lahm sich denn zurückhalten, jeder kann seine Meinung vertreten, was er auch richtigerweise tut. Denn Ballack ist als Nationalspieler sowie als Kapitän ein Auslaufmodell.
09:27
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09:24
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