Kritik an Lahms Aussagen zum Coming-Out im Fußball
18.01.2012 | 15:32 Uhr 2012-01-18T15:32:36+0100
Frankfurt. Am Montag hatte Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm Fußball-Profis erneut davon abgeraten, sich öffentlich zu ihrer Homosexualität zu bekennen. Dafür ist der Bayern-Profi nun in die Kritik geraten.
„Vor dem Ball sind alle gleich“ lautete der Titel eines Dialogforums des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag. Es ging um Gleichberechtigung von Homosexuellen im Fußball, den offenen Umgang mit einem sensiblen Thema. Auch Philipp Lahm stand als Kapitän des DFB-Aushängeschildes Nationalmannschaft dieser Causa stets offen gegenüber und hatte immer wieder betont, dass schwule Fußball-Profis für ihn kein Problem darstellen. Dass sich „Vordenker“ Lahm dennoch erneut gegen ein Outing von schwulen Fußball-Profis aussprach, brachte ihn nun die Kritik.
„Wir hätten uns gewünscht, dass Herr Lahm motiviert hätte, solche Tabus zu brechen und gesagt hätte: Outet Euch, wir als Team, wir fangen euch auf. Das wäre ein Symbol gewesen, das wäre deutlich gewesen“, sagte Christine Lüders von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Lahm hätte vielleicht nicht den Mut dazu gehabt: „Aber als Kapitän trägt er auch die Verantwortung zur Veränderung. Es wäre wichtig, dass Lahm vielleicht darüber noch einmal nachdenkt.“
Lahm einer der tolerantesten Spieler
Die Kritik an Lahm ist auf den ersten Blick jedoch nur schwer nachzuvollziehen, gilt der Außenverteidiger doch als einer der tolerantesten Spieler in Bezug auf Homosexualität im Fußball. Sogar für ein Interview mit einem Schwulen-Magazin hatte sich Lahm in der Vergangenheit bereit erklärt. Die Zeit für ein Outing im Profi-Geschäft sieht Lahm aber trotzdem noch nicht gekommen.
„Im Stadion geht es selten politisch korrekt zu. Fußball ist wie früher Gladiatorenkampf. Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist“, sagte Lahm der Frankfurter Rundschau und nannte etwa die Politik als Beispiel: „Aber die müssen auch nicht Woche für Woche vor 60.000 Zuschauern spielen und dann womöglich auch noch schlecht.“
Zwanziger unterstützt Lahm
Die Enttäuschung bei vielen Homosexuellen scheint groß zu sein. Selbst in den USA wurde Lahm für seine Aussagen gerügt. John Amaechi, der erste ehemalige Spieler der NBA, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannt hat, sah sich zu einer Stellungnahme gezwungen. „Was er begreifen muss, ist, dass es viele schwule Spieler da draußen gibt, die ihm in den Hintern getreten haben und werden. Ich kann das auch übernehmen oder ihm wenigstens beibringen, was eine Führungspersönlichkeit ausmacht“, sagte der 41-jährige, der in seiner Karriere 2003 bei den Utah Jazz beendet hatte: „Wenn Du der Kapitän bist, hast du mehr als jeder andere die Verantwortung, deine Worte sorgfältig zu wählen. Die Menschen hängen an seinen Lippen.“
Unterstützung bekam Lahm dagegen von höchster DFB-Stelle. Der scheidene Präsident Theo Zwanziger sieht statistisch deutlich weniger Homosexuelle im Fußball als in der restlichen Gesellschaft. „Die Prozentsätze sind im Leistungssport in dieser Größenordnung nicht zu finden. Ich kenne die Statistiken, aber auf den Fußball sind sie nicht übertragbar. Das ist meine persönliche Einschätzung“, sagte Zwanziger und ergänzte: „Der Sport und der Fußball haben einen konservativen Kern. Und diesen Kern muss man zunächst ein Stück weit abschmelzen.“
11:42
#9 Burkinho 09
..sehr guter Kommentar.
Schmährufe gibt es jetzt schon allerorten, aber bei einem Comingout wäre man wöchentlich/wenn nicht täglich persönlich genanntes Zielobjekt von halbgaren Fans - sowohl von eigenen wenn die Leistung nicht stimmt,als erst recht von gegnerischen. Ich glaube nicht das man sich das "antun" muss. Es ist immer noch ein Unterschied ob sich ein Politiker, Schauspieler oder ..... outet oder ob es ein Sportler macht, der fast täglich im Rampenlicht steht, fast greifbar für die sogenannten Fans ist und für manche Presse es dann ein gefundenes Fressen sein wird.
Nun aber mal ehrlich, wer hat denn andere Worte von diesem "Gernegroß" Lahm erwartet? Zum einem ist er absolut keine Führungspersönlichkeit (eher ein Intregant nur zum eigenen Wohl) und zum anderen steht er ja selber stark im Verdacht ein Homosexueller zu sein. Ob Lahm einer der tolerantesten Spieler in Deutschland ist mag ich mal dahingestellt lassen, vielleicht ist es auch nur ein Selbstschutz seiner eigenen Person weil er selber mitten drin steckt???? Wer weiß das schon, nur sein eigenes persönliches Umfeld und er selber.........
als vor jahren, so ca. anno 2000 die ersten schiedsrichterinnen in den oberen klassen auftauchten, gab es bei jeder kleinsten fehlentscheidung die schmährufe "lesbe". das hat sich doch meines wissens gegeben. vielleicht wäre das mit den schwulen kickern genauso
ps im übrigen teile ich ihre meinung zu lahm
da spricht nur neid weil er erfolgreich ist du armseliges gernegroß
02:22
Ich denke mal, dass betroffene Spieler sich sehr gut ausmalen können, was auf sie zukäme. Ob es eine Notwendigkeit für ein Outing gibt, ist eine andere Geschichte. Die meisten Fans interessieren sich doch wohl für die Leistung auf dem Platz, als für das Privatleben der Spieler. Die sexuelle Orientierung ist von daher Privatsache und für die Leistung irrelevant. Befürchten müsste man in der Tat, dass es nach Bekanntwerden unter den Zuschauern „Sportsfreunde“ geben könnte, die die sexuellen Vorlieben besagter Spieler mit Schmährufen auf´s Korn nehmen würden. Allerdings gibt es schon seit Jahren in den Stadien Schlachtrufe, in dem die „schw... S..“ drin vorkommt. Ob sich ein homosexueller Spieler davon weniger verletzt fühlt, als wenn er direkt mit solchen Äußerungen bedacht wird, würde mich da z.B. interessieren.
Auf eine weitere Aussage von Lahm möchte ich noch eingehen: „Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist“, sagte Lahm.
Lahm sagt er glaubt, wissen tut er das natürlich nicht. Da noch kein Fußballer im deutschen Profifußball den Schritt eines Outings gewagt hat, kann man auch nicht wissen, welche Reaktionen er von den Rängen zu erwarten hätte, man kann es nur ahnen. Letztlich wäre es nicht die erste „Revolution“, die in Deutschland ausgelöst, aber im Laufe der Zeit eine gesellschaftliche Akzeptanz erfahren würde. Dazu braucht es einen Anfang, einen Mutigen, damit die „Gesellschaft“ erkennt, dass es etwas normales ist. Der erste Mutige wäre gleichzeitig auch die erste Zielscheibe für Verunglimpfungen, jeder weitere homosexuelle Spieler, der sich anschließend outen würde, wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Normalität.
Den richtigen Rat oder die richtige Entscheidung gibt es nicht. Jeder einzelne Betroffene muss für sich die Frage beantworten, was er persönlich von einem Outing hätte und ob es für ihn der richtige Schritt wäre. Es könnte befreiend sein, wenn man nicht länger ein Versteckspiel nötig hätte. Auf der anderen Seite könnte es der Anfang für schlimmste Verunglimpfungen sein. Derjenige, der sich outet, muss schon eine starke Persönlichkeit sein, um nicht an möglichen Anfeindungen zu zerbrechen. In Anlehnung an den Ex-Bayern Kahn hieße das: Eier, der braucht Eier!
19:50
wer braucht eigentlich den Rat eines gewissen Herrn Lahm, wenn er erwachsen ist?
zu ihrer frage: marwang braucht lahm, vielleicht ist er verliebt in ihn
was bist du für ein geistiger tiefflieger
19:13
lahm hat recht, bei den vielen primitiven fans einiger vereine wäre es ein spieruten lauf für den spieler
18:23
...vergleicht sich und seinesgleichen mit
Gladiatoren der Antike.Bisschen weit hergeholt.
Ansonsten ist es mir egal,dass er schwul ist.
17:13
Braucht die Lüders eine neue Baustelle "schwule Profis" ,damit sie in ihrer Dienststelle weiterhin eine Daseinsberechtigung hat ? Nämlich dann ,wenn schwule Fußballer des jeweiligen Gegners mit verhöhnenden Gesängen diffamiert werden .Mir wird nicht ganz klar ,warum alle darauf so geil sind ,das sich homosexuelle Fußballer outen .Ich bin nicht gerade der offizielle Bestätiger von Phillip-Lahm-Thesen ,aber wo er Recht hat , hat er Recht .Sexualität ist reine Privatsache und es ist unerhört ,welcher Druck jetzt auf die betreffenden Fußballer ausgeübt wird .Klar das sich der eine oder andere Spieler dann angesprochen fühlt ,aber es wird ein sehr großer Fehler sein ,sich zu outen.Und ich bin sicher ,das es den allermeisten Fans Latte ist ,welche sexuellen Neigungen ihre Stars haben.
16:55
Herr Lahm hat doch recht. Man überlege sich doch, wie viele Rasistische Äusserungen es noch immer gegen bestimmte Spieler gibt.
Da könnte ein Coming-Out für einen Spieler ein Spiessruten laufen werden. Der Stress für einen Fußballspieler ist so schon sehr groß, da muss man sich nicht noch selber unter Druck setzen.
16:50
wer hat diesem völlig überbewerteten "herrn" lahm redeerlaubnis erteilt?????
keine ahnung aber davon reichlich,lahm hat recht du schlaumeier
wieso antworten sie wenn sie reichlich keine ahnung haben.
herr lahm ist gesteuert, schon gemerkt? der ist zu eigenen aussagen gar nicht fähig. in der sache ist gegen diese aussagen nichts einzuwenden, sie oberschlaumeier
16:09
Mal vorweg, ich akzeptiere Homosexualität.
Ich kann allerdings verstehen, dass Lahm den Rat erteilt, sich nicht zu outen.
Man stelle sich mal einen homosexuellen Stürmer vor, der direkt vor der Südtribüne einen Elfer vergeigt. Da geht es doch dann um Selbstschutz!
Klar ist aber, dass es homosexuelle Spieler in der BL gibt. Und ich muss sagen:
Das ist mir sowas von wurscht...
Genauso wie es mir egal ist wer die schönste Modelfreundin hat und ob der eine mit der anderen Spielerfrau und so weiter...
16:01
Also nicht die eigene Meinung sagen, sondern das, was man hören möchte?!