Korfmacher: „Es wird nichts vertuscht“
18.02.2010 | 12:40 Uhr 2010-02-18T12:40:00+0100
Essen.Hermann Korfmacher, Präsident des Fußball- und Leichtathletik Verbands Westfalen (FLVW), sitzt im Präsidium des DFB und könnte dort künftig für das Schiedsrichter-Wesen zuständig sein. „Es wird nichts vertuscht“, sagt er zum „Fall Amerell“.
Im WM-Jahr macht der DFB abseits des Rasens Schlagzeilen, zuletzt mit der Schiedsrichter-Affäre.
Korfmacher: Es sind Dinge eingetreten, die niemand erwartet hatte. Es waren harte Wochen. Aber das muss der DFB aushalten. Die Situation, die alle sehr belastet hat, ist auch eine Herausforderung.
Hat der DFB den Fall „Amerell“ verschleppt?
Korfmacher: Es wird nichts vertuscht. Aus Respekt den Betroffenen gegenüber ist aber eine gründliche Aufarbeitung notwendig. Es geht um verletzte Gefühle, Existenzen von Familien sind gefährdet. Allerdings: So wie es sich darstellt, kann ich kein Mitleid haben. Und als sich die Sachverhalte zu klären begannen, hat der DFB verantwortlich und rasch gehandelt.
Eine Kommission soll jetzt das DFB-Schiedsrichterwesen reformieren. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) würde die Unparteiischen gerne stärker an sich binden.
Korfmacher: Das wäre ein Paradigmenwechsel, der an den Schnittstellen zwischen Profis und Amateuren Probleme aufwirft.
DFB-Vize Rainer Koch fühlte sich zuletzt übergangen und hat den Aufgabenbereich Schiedsrichter abgeben. Sie sollen sein Nachfolger werden.
Korfmacher: Ich werde mich nicht an Spekulationen beteiligen und will mich nicht ins Spiel bringen. Wichtig ist, dass wir in der Sache klar sind. Dann sollten wir über Personen sprechen.
Eine Frage zum Wettskandal: Zwei Ihrer FLVW-Schiedsrichter, Thorben Siewer und Cetin Sevinc, sind seit Monaten mit Schutzsperren belegt. Gibt es neue Erkenntnisse?
Korfmacher: Der DFB würde gerne handeln, ist aber auf die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Bochum angewiesen. Von dort wird nicht so rasch informiert, wie man sich das vorgestellt hat.
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