"Kommerz schlägt Ethik" - Zwanziger attackiert FC Bayern

Übte harsche Kritik am FC Bayern: Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger. Zuvor hatten bereits mehrere Spitzenpolitiker den deutschen Fußball-Rekordchampion kritisiert.
Übte harsche Kritik am FC Bayern: Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger. Zuvor hatten bereits mehrere Spitzenpolitiker den deutschen Fußball-Rekordchampion kritisiert.
Foto: imago
Der frühere DFB-Präsident kritisierte die Testspielreise nach Saudi-Arabien. Dem Königreich werden zahlreiche Menschenrechtsverstöße vorgeworfen.

München.. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat den FC Bayern München für seine Testspielreise nach Saudi-Arabien harsch angegriffen. "Ich weiß schon länger, dass bei den Bayern Kommerz Ethik schlägt und sich im Zweifel auf die Seite des Geldbeutels gestellt wird", sagte Zwanziger der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch). Das Verhalten bewertete der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes als "schade", aber nicht überraschend.

Die Münchner hatten am Samstag auf ihrer Rückreise aus dem Trainingslager in Katar ein Testspiel gegen Al-Hilal in Riad mit 4:1 gewonnen. Dem islamischen Königreich werden zahlreiche Menschenrechtsverstöße und die Diskriminierung von Frauen vorgeworfen. Daraufhin hatten bereits mehrere Spitzenpolitiker den deutschen Fußball-Rekordchampion kritisiert.

Reise durch Sponsor finanziert

Die Reise des FC Bayern wurde nach Angaben eines Sprechers von einem Sponsor finanziert. Geld von den Gastgebern in Saudi-Arabien habe der Verein nicht erhalten. Nach Ansicht des sportpolitischen Sprechers der Grünen, Özcan Mutlu, habe es der Bundesliga-Tabellenführer verpasst, mit einer Absage des Testspiels ein "starkes Signal für Demokratie und Menschenrechte zu setzen".

Am Mittwoch räumte der FC Bayern Fehler ein. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, die Menschenrechtsproblematik "im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen", teilte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit. Die vielen kritischen Stimmen habe man zur Kenntnis genommen. "Wir sind ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden", schrieb Rummenigge. (dpa)

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