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Nationalmannschaft

Klose und Müller sind ein seltsames Paar

05.09.2010 | 18:47 Uhr

Köln.Die beiden Bayern-Profis Miroslav Klose und Thomas Müller verstehen sich auch bei der Nationalmannschaft prächtig. Dabei sind sie doch so verschieden.

Im Februar 2001 hatte der Deutsche Fußball-Bund bei seiner Pressekonferenz in einem Hotel in Paris einen jungen Mann auf das Podium geschickt, der sich an diesem Ort so wohl fühlte wie ein Nichtschwimmer in bedrohlich hohen Ozeanwellen. Er hatte ein Jahr zuvor noch als Amateur in der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern gespielt und zwei Jahre zuvor noch im Lauterer Fan-Block gestanden. Jetzt war er von Teamchef Rudi Völler höchstpersönlich zu einem Länderspiel eingeladen worden: zum Prestigeduell mit dem damaligen Welt- und Europameister Frankreich.

Miroslav Klose und Thomas Müller.

Miroslav Klose hieß der unbedarfte Neuling, 22 war er, Debütanten waren damals selten jünger. Wer mitbekommen wollte, was er zu sagen hatte, musste schon ganz genau hinhören, denn dieser talentierte Stürmer sprach extrem leise und senkte dabei auch noch verschämt den Kopf. „Als ich die Nationalspieler am Sonntag kennenlernen durfte, waren alle sehr nett, auch der Herr Völler“, teilte er brav mit.

So viel Zurückhaltung erschien jenem Herrn Völler dann doch nicht das richtige Signal zu sein. Bei der von Zinedine Zidane besiegelten 0:1-Niederlage des deutschen Teams blieb der verlegene Neue 90 Minuten lang auf der Bank sitzen. Völler vertraute damals noch Haudegen wie Wörns, Rehmer, Linke, Ramelow, Hamann oder Jancker.

Aber dieser Miroslav Klose lieferte in der Bundesliga weiter eine gute Show, auf dem Feld legte er jegliche Schüchternheit ab. Nach Treffern führte er den Fans einen Salto vor, der nicht weniger beeindruckte als seine Kaltschnäuzigkeit beim Torabschluss.

Das imponierte auch dem DFB-Teamchef, und so durfte der gebürtige Pole im März 2001 dann doch in der Nationalmannschaft debütieren: Der Gesamtauftritt des Teams beim 2:1 in der WM-Qualifikation gegen Albanien in Leverkusen war zwar erbärmlich, Klose aber startete durch. Zwei Minuten vor Schluss besorgte er den Siegtreffer, und natürlich zelebrierte er auch seinen Salto. So hatte zuvor noch kein deutscher Nationalspieler gejubelt.

Auf Rekordjagd

Neun Jahre später präsentiert Miroslav Klose beeindruckende Zahlen. Sein siegbringender Treffer am Freitagabend beim EM-Qualifikationsspiel in Belgien war bereits sein 53. im Nationaltrikot – bei 102 Länderspielen. Auch wenn die Quote des großen Gerd Müller, der es in nur 62 Länderspielen auf 68 Tore brachte, unerreicht bleiben wird: Es ist nicht ausgeschlossen, dass zumindest die Rekordmarke von Klose geknackt werden könnte.

Die beiden Bayern-Profis verstehen sich auch bei der Nationalmannschaft prächtig.

Längst spielt auch er beim FC Bayern München, mit 32 Jahren ist er derzeit der routinierteste Profi im Nationalteam. Er verkauft sich offensiv, er kündigt an, dass er sich vorstellen kann, auch in vier Jahren bei der WM in Brasilien noch dabei zu sein.

Aber was auch immer Miroslav Klose zu sagen hat, es wird niemals so klingen wie all das, was Thomas Müller so von sich gibt. Am Sonntag saßen die beiden in Köln nebeneinander, wo am Dienstag das nächste EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan ansteht. Klose wurde Torschützenkönig der WM 2002, Müller gelang das gleiche Kunststück in diesem Sommer. Doch der Shooting-Star des Jahres 2001 hat mit dem von 2010 so viel gemeinsam wie Mireille Mathieu mit Lady Gaga. Während Klose sich stets um Kameras herumzudribbeln versuchte, grinst Müller direkt hinein. Er grüßte beim Fernsehinterview seine Großeltern aus Südafrika und fügte lachend hinzu: „Das war längst mal überfällig.“ Auch er hat einen Raketenstart hinter sich, auch er bewegte 2009 noch den Ball für die zweite Mannschaft der Bayern. Doch ihm macht der enorme Popularitätsanstieg nichts aus. Auf eine gekünstelte mediale Inszenierung verzichtet der 20-Jährige, er hält Natürlichkeit für die bessere Option: „Ein guter Freund hat mir geraten, ich solle mit Journalisten reden wie mit Kumpels. Das kommt am besten an, die Leute wollen doch nichts Aufgesetztes hören.“

Und so hebt sich seine beherzte Fröhlichkeit erfrischend ab vom auswendig gelernten Standard-Blabla vieler ecken- und kantenloser Kollegen. Als er sich während der WM nach dem grandiosen 4:0-Sieg gegen Argentinien ein Bierchen gönnte, fragte er grinsend: „Soll man nach so einem Spiel etwa Milch trinken? Alles Müller, oder was?“ Und er traut sich sogar zu sagen: „Ich folge mehr meinem Instinkt als den Anweisungen von Trainern.“

Die beschweren sich nicht. Wer so spielt wie Thomas Müller, so energiegeladen und intelligent, der kann sich auch solche Sätze leisten.

Peter Müller

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Kommentare
06.09.2010
09:13
Klose und Müller sind ein seltsames Paar
von der Wirklichkeit | #7

Klose ist der beste! Müller ist akzeptabel.

05.09.2010
23:04
Klose und Müller sind ein seltsames Paar
von derschlachter | #6

Diese Spieler und ihr Trainer sind mit viel wärme inteam!

05.09.2010
22:31
Klose und Müller sind ein seltsames Paar
von halali01 | #5

Müller ist ok.Klose ist Schei..e.

05.09.2010
22:31
Blockierter Kommentar.
von halali01 | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.09.2010
22:30
Blockierter Kommentar.
von halali01 | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.09.2010
19:59
Klose und Müller sind ein seltsames Paar
von hiesiger mann vor dem fernseher | #2

ui da fühlt sich aber jemand auf den schlips getreten...
ballhinterherrennern wow, wie eloquent wohl bei bunte gelesen. warum liest du eigentlich artikel über menschen die nur ein paar deutschen männern vor hiesigen TV geräten...nützlich finden. was bitte ist den an lady gaga nützlich ich meine außer der zeitpunkt an dem sie mit singen aufhört? gegen sie ist ja scooter quasi ein botschafter der musik.

05.09.2010
19:21
Klose und Müller sind ein seltsames Paar
von mara p. | #1

ach herr peter müller, da wollten sie mal wieder sehr unterhaltsame vergleiche finden, aber ihrem armen schreiberseelchen ist das leider auch dieses mal nicht geglückt.

mireille mathieu ist seit 45 jahren auf den bühnen dieser welt zu finden (derzeit in moskau) und lady gaga genießt seit 2 jahren den hype um ihre person und ich zähle mich auch zu den leuten, die bei ihrer musik wippende fußspitzen bekommen (wie MM übrigens auch).

was haben also diese beiden höchst unterschiedlichen aber sehr erfolgreichen frauen mit zwei ballhinterherrennern zu tun,
die ausser ein paar deutschen männern vor hiesigen TV geräten kein mensch auf dieser welt kennt und nützlich findet?

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