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Keine Schutzsperre für DFB-Schiedsrichter

25.10.2011 | 14:49 Uhr

Frankfurt/Main (SID) - Den 20 Schiedsrichtern droht im Zuge des Verdachts der Steuerhinterziehung keine Schutzsperre durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Auch wenn sich die akuten Verdachtsmomente der Steuerfahndung nach den Hausdurchsuchungen bei einigen prominenten Referees am Montag im Laufe der Ermittlungen bestätigen sollten, kann der Verband die Referees offenbar nicht aus dem Verkehr ziehen.

"Das ist kein Thema. Eine Schutzsperre kann nur dann zur Anwendung kommen, wenn es sich um mögliche Verfehlungen im Rahmen der konkreten Schiedsrichtertätigkeit handelt, also zum Beispiel ein Manipulationsverdacht im Raum steht. Für ein eventuelles Fehlverhalten im privaten Bereich greift eine solche Maßnahme nicht. Der DFB wird das Ergebnis der laufenden Ermittlungen abwarten", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Dienstag.

Im Zuge des Wettskandals im Jahr 2009 hatte der DFB mehrwöchige Schutzsperren gegen die Schiedsrichter Thorben Siewer und Cetin Sevinc ausgesprochen. Die beiden Referees waren offenbar in den Ermittlungsakten der Bochumer Staatsanwaltschaft aufgetaucht und durften deshalb vorübergehend nicht mehr pfeifen.

Allerdings will auch DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel (Kyllburg) will jedoch erst einmal die weiteren Ermittlungen abwarten. "Es wäre jetzt zu früh, um Maßnahmen zu ergreifen, schließlich wissen wir nicht im Detail, was den Schiedsrichtern vorgeworfen wird", sagte Fandel dem Express.

Laut Lutz Michael Fröhlich, Leiter der Abteilung Schiedsrichter, herrscht derzeit eine "große Unruhe" bei den deutschen Unparteiischen. Schließlich geht es um das Image eines sensiblen Bereichs im Profifußball, der DFB stellt hohe moralische Ansprüche an die Schiedsrichter. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hielt sich am Dienstag mit einer Stellungnahme noch zurück und wollte mögliche Maßnahmen gegen die Schiedsrichter noch nicht kommentieren.

DerWesten

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