Italien: Spieler gegen Abendspiele im Winter
02.02.2012 | 13:36 Uhr 2012-02-02T13:36:00+0100Klirrende Kälte und heftige Schneefälle in Nord-Italien haben für Chaos in der Fußball-Eliteklasse Serie A gesorgt. Diverse Partien am Mittwochabend mussten abgesagt werden.
Rom (SID) - Klirrende Kälte und heftige Schneefälle in Nord-Italien haben für Chaos in der Fußball-Eliteklasse Serie A gesorgt. Die für Mittwochabend angesetzten Begegnungen FC Bologna gegen AC Florenz, AC Siena gegen Catania Calcio und Atalanta Bergamo gegen FC Genua wurden abgesagt. Schon am Dienstag war das Spiel zwischen dem FC Parma und Rekordmeister Juventus Turin ausgefallen. Wegen der schwierigen Wetterlage, die auch in den kommenden Tagen anhalten soll, könnten weitere Spiele abgesagt werden.
Die Gewerkschaft der italienischen Profi-Fußballer (AIC) protestierte gegen den Trend, immer mehr Spiele am Abend auszutragen. "Abendspiele während der kalten Jahreszeit sind für die Gesundheit der Spieler sehr gefährlich. Das Spielfeld ist oft vereist, die Gefahr von Verletzungen steigt erheblich", sagte ein Sprecher der Spielergewerkschaft. Abendspiele seien zwar für die TV-Einschaltquoten gut, allerdings würden die Spiele häufig vor halbleeren Stadien stattfinden, weil die Zuschauer die Kälte meiden.
AIC-Präsident Damiano Tommasi forderte eine Änderung des Spielkalenders. "Man sollte häufiger spielen, wenn das Klima besser ist", sagte Tommasi. Dieser Ansicht ist auch der stellvertretende Verbandspräsident Demetrio Albertini. "Die Serie A sollte schon im August beginnen. Mehr Abendspiele sollten noch in der Sommerzeit ausgetragen werden", forderte er.
Die erst kurzfristig erfolgte Absage der Partie Juventus gegen Parma am Mittwoch löste heftige Kritik aus. Juventus-Trainer Antonio Conte beschwerte sich darüber, dass das Duell angesichts des vorhergesagten Schneechaos' nicht frühzeitig abgesagt oder vorverlegt worden war. "Um 15.00 Uhr hätten wir problemlos spielen können", sagte der Trainer des Tabellenführers. So aber sei sein Team zu einer sinnlosen und strapaziösen Busfahrt durch halb Italien gezwungen worden.
Verbandschef Maurizio Beretta meinte, ein Gesetz für sichere Stadien sollte verabschiedet werden. Die Arenen in Italien seien seit der WM 1990 nicht mehr grundlegend erneuert worden. "Italien braucht beheizte Stadien mit neuen Technologien wie im Ausland", sagte Beretta.