Iran will Frauen den Besuch im Fußball-Stadion erlauben

Die Iranerinnen freuen sich auf das Spiel gegen Bosnien-Herzegowina.
Die Iranerinnen freuen sich auf das Spiel gegen Bosnien-Herzegowina.
Foto: Ali Haider
Was wir bereits wissen
Weil das Land sich um die Asienspiele bewirbt, muss es einige frauenfeindlliche Verbote ausheben. Verwirrung um Teilnahme an Sportveranstaltungen.

Teheran.. Der Iran plant, das Stadionverbot für Frauen per Gesetz aufzuheben. Es habe verschiedene Sitzungen mit Vertretern des Innen- und Sportministeriums gegeben, sagte Vizepräsidentin Schahindocht Molawerdi am Montag. Auch der Nationale Sicherheitsrat, der letztendlich eine Aufhebung befürworten müsste, wurde informiert. Aber das Thema sei weder auf der Tagesordnung des Sicherheitsrats noch sei irgendeine Entscheidung getroffen, so die Vizepräsidentin laut der Nachrichtenagentur ISNA.

Von ermutigenden Berichten aus dem Iran sprach FIFA-Präsident Joseph Blatter. "Ich hoffe, Frauen dort bald in Fußball-Stadien zu sehen", schrieb der Chef des Weltverbandes im Kurznachrichtendienst Twitter.

Besonderes Interesse für Volley- und Fußballnationalteams

Für Verwirrung hatte am Wochenende der iranische Vizesportminister Abdolhamid Ahmadi gesorgt. Er verkündete eine Befürwortung des Sicherheitsrates für die Teilnahme der Frauen an gewissen Sportveranstaltungen von März 2015 an. Aber das Innenministerium dementierte dessen Aussagen. Das Thema sei im Sicherheitsrat weder besprochen noch beschlossen worden, sagte ein Sprecher.

Frauen im Iran wollen in Stadien besonders nationale und internationale Fußball- und Volleyballspiele der Männer verfolgen. Daher würde eine Erlaubnis für andere Sportveranstaltungen, wo das Interesse im Land allgemein sehr gering ist, den Frauen nichts bringen.

Außerdem würde der Iran ohne die Aufhebung des Verbots keine Erlaubnis für internationale Wettkämpfe im Land erhalten. Irans Antrag auf den Asien Fußball-Cup 2019 wurde aus dem selben Grund auch abgelehnt. Die Spiele gingen an die Vereinigten Arabischen Emirate.