Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Bundesliga

Hopp will Hoffenheim den Geldhahn abdrehen

01.03.2011 | 15:01 Uhr
Hopp will Hoffenheim den Geldhahn abdrehen

Hoffenheim.  Mäzen Dietmar Hopp reagiert auf die Vorgaben des Financial Fair Play der Europäischen Fußball-Union. Der SAP-Gründer will den Bundesligisten 1899 Hoffenheim in Zukunft nicht mehr finanziell unterstützen.

Aus dem Retortenklub des Milliardärs soll schon bald ein ganz normaler Bundesligist werden: Mäzen Dietmar Hopp möchte 1899 Hoffenheim innerhalb der nächsten vier Jahre in die Unabhängigkeit entlassen und den Geldhahn weitgehend zudrehen. Im Gegenzug dafür akzeptiert Hopp, der insgesamt bereits 240 Millionen Euro in den Verein investiert hat, sportliches Mittelmaß.

"Ich möchte in drei, vier Jahren nichts mehr zuschießen. Nur wenn ein Verlust im dann erlaubten Rahmen da ist, werde ich ihn ausgleichen", sagte Hopp dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Ich denke nicht daran, dass Hoffenheim jemals deutscher Meister werden kann."

Der von Hopp anvisierte "erlaubte Rahmen" beträgt einen Verlust in Höhe von fünf Millionen Euro über eine Zeitspanne von drei Spielzeiten. Mit dem Ende der finanziellen Zuwendungen im großen Stil zieht der 70-Jährige die Konsequenzen aus den Vorgaben der von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in die Wege geleiteten Regelung des Financial Fair Play, die einem Klub langfristig nur dieses Defizit erlaubt. Während andere Vereine nicht an die strikte Umsetzung der Regelung glauben, sind die Pläne Hopps voll und ganz danach ausgerichtet.

Hoffenheim war lange von UEFA-Kriterien entfernt

"Zu sagen, das wird schon nicht kommen, wäre fahrlässig. Ich würde zu Recht verteufelt werden, wenn ich den Verein deswegen an die Wand fahren lassen würde. Das wäre die größte Blamage", sagte Hopp: "Das hat für uns absolute Priorität. UEFA-Präsident Michel Platini ist wild entschlossen, dass Financial Fair Play durchzusetzen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die DFL das nicht übernehmen wird. Denn es ist ja undenkbar, dass plötzlich der Zehnte, Elfte und Zwölfte der Bundesliga in der Europa League spielen, wenn die davor Platzierten dagegen verstoßen haben."

In den vergangenen Jahren waren die Hoffenheimer weit von den UEFA-Kriterien entfernt. Ein Minus von knapp 100 Millionen Euro steht in der Zeit zwischen 2007 und 2010 zu Buche. Damit soll es nun vorbei sein. Schon der Verkauf des Brasilianers Luiz Gustavo an Rekordmeister Bayern München, der für Ex-Trainer Ralf Rangnick den Anlass zum Rücktritt gegeben hatte, stand im Zeichen der neuen Sparpolitik.

"Wenn wir im Sommer noch einen zweistelligen Millionenbetrag für ihn bekommen hätten, wäre es gut gewesen. Aber 17 bis 20 Millionen wären dann ausgeschlossen gewesen, denn im Sommer werden Spieler wie Sand am Meer am Markt sein", sagte Hopp.

Keine teuren Stars mehr für Hoffenheim

Mit dem Ende der Millionen-Ausgaben platzen allerdings auch die Träume der Fans. Internationalen Fußball wird es beim Herbstmeister von 2008 nach dem Paradigmen-Wechsel wohl kaum zu sehen geben. Damit hat sich auch Hopp abgefunden. "Ich habe immer gesagt, dass es schon fantastisch für unsere Region ist, wenn wir eine mittelmäßige Rolle in der Bundesliga spielen. Denn egal wie wir spielen, wir haben dann immer die Spitzenvereine bei uns zu Gast."

Nicht mehr zu Gast in Hoffenheim sollen zukünftig teure Stars wie der im Januar für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro verpflichtete Niederländer Ryan Babel sein. Solche Transfers wird es laut Hopp nicht mehr geben. Nur das Vorgehen des streikenden und nach England abgewanderten Stürmers Demba Ba hätten die Verpflichtung Babels notwendig gemnacht.

"Ohne Babel als Ersatz für Ba hätten wir Probleme bekommen. Es hätte in der Tabelle gefährlich für uns werden können, wobei wir noch nicht einmal heute am rettenden Ufer sind", sagte Hopp: "Das war eine Planabweichung aufgrund des unverhältnismäßigen Verhaltens von Ba. Solche Transfers sind nicht mehr angestrebt. Nur wenn es aus der Not heraus passiert und erklärbar ist."

Als Lehre aus dem Wirbel um Ba sprach sich Hopp für einen Solidarfonds der Klubs aus. "Wenn es in der Bundesliga einen Solidarfonds geben würde, um solche Spieler abzustrafen, dann würden wir einzahlen", sagte der Mitbegründer des Software-Unternehmens SAP: "Als Klub ist man einfach der Gelackmeierte. Man kann nur hoffen, dass es nicht wieder passiert." (sid)


Kommentare
01.03.2011
21:04
Hopp will Hoffenheim den Geldhahn abdrehen
von beutetom | #4

@2: Pass mal auf du Nase. Ich kenne keine ERP-Software die der von SAP überhaupt nur das Wasser reichen kann. Merke: Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Finger bei sich behalten und nicht so einen unqualifizierten Mist schreiben. Ach, und nun zur TSG 1899 Hoffenheim: Sch...ss Verein! Schöne Grüße von Toni da Silva... HuahHaha...

01.03.2011
16:24
Hopp will Hoffenheim den Geldhahn abdrehen
von Zweckel1904 | #3

#2

wieso soviel Neid, wegen seiner Millionen ??
hättest in der Schule besser aufgepasst,
hättest Nachfolger wreden können !

Dieser Blöde Neid !
aber mit dem System arbeiten weils einfach gut ist ? !
zum ko..en

01.03.2011
15:55
Hopp will Hoffenheim den Geldhahn abdrehen
von DerMerker | #2

Jetzt will er Hoffenheim auch noch Quälen, das hat er doch vorher schon bei Millionen von Anwendern mit seinem Sch..ss SAP System gemacht!

ARMES DEUTSCHLAND

01.03.2011
15:21
Hopp will Hoffenheim den Geldhahn abdrehen
von Emil1972 | #1

Dann landen die meinetwegen bald wieder da wo so ein Dorfclub hingehört: in der Bezirksliga Baden-Nord (keine Ahnung wie sich das dort genau nennt), und dann kommen nur noch 300 Zuschauer pro Spiel in ein Stadion das 30000 Zuschauern Platz bietet.
Lol.

Aus dem Ressort
Kaan Ayhan ist Schalkes Mann für alle Positionen
Grassau.
Kaan Ayhan ist die Allzweckwaffe des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Für den DFB wird er aber nicht mehr interessant. Er hat der Türkei die Zusage für eine Länderspiel-Karriere gegeben, obwohl er im Junioren-Bereich für Deutschland gespielt hat.
U 19-Team nach 2:0 gegen die Ukraine im EM-Halbfinale
Fußball
Die deutschen Fußball-Junioren haben erstmals nach sechs Jahren wieder das Halbfinale der U-19-Europameisterschaft erreicht. Die Mannschaft von Trainer Marcus Sorg bezwang im letzten Vorrundenspiel die Ukraine mit 2:0 (1:0) und sicherte sich damit den ersten Platz in der Gruppe B.
Trotz Leverkusen-Angebot - Hermann bleibt Schalke treu
Co-Trainer
Schalkes Co-Trainer Peter Hermann hatte im Sommer das Angebot, als Assistent von Roger Schmidt zu Bayer Leverkusen zurückzukehren. Doch Hermann lehnte ab. "Es hätte mir Leid getan, Schalke allein zu lassen“, sagte er im Rahmen des Trainingslagers in Grassau.
Fußball in Zeiten des Krieges - Netanya-Talente in Sorge
Antisemitismus
Die jungen Kicker aus dem israelischen Netanya wollen nur spielen im Ruhrgebiet. Doch der Konflikt drängt von allen Seiten auf sie ein. Und die Realität ist ohnehin kompliziert: Fünf von ihnen, die in Dortmund von Neonazis beschimpft wurden, sind Palästinenser.
BVB-Torhüter Hendrik Bonmann sieht RWE-Zukunft optimistisch
RWE - BVB
Hendrik Bonmann, Ex-Keeper von RWE und noch immer in Essen wohnhaft, kommt mit dem BVB zu Besuch an die Hafenstraße. Im Interview äußert sich der 20-Jährige zu den Folgen seiner Hüftoperation und die Erwartungen an seinen alten Klub in der neuen Saison.
Umfrage
Wer war der Beste von Jogis Jungs bei der WM in Brasilien?

Wer war der Beste von Jogis Jungs bei der WM in Brasilien?