Herthas Kobiaschwili hat seine Nerven und seinen Ruf verloren

Es war einmal ... ein Fußballprofi mit einem untadeligen Ruf: Lewan Kobiaschwili von Hertha BSC.
Es war einmal ... ein Fußballprofi mit einem untadeligen Ruf: Lewan Kobiaschwili von Hertha BSC.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Spät, zu spät hat der Profi von Hertha BSC zugegeben, Schiedsrichter Stark geschlagen zu haben. Bei den Hertha-Fans ist der 34-Jährige unten durch. Das DFB-Sportgericht hat ihn bis zum Jahresende aus dem Verkehr gezogen. An einer harten Bestrafung führte kein Weg vorbei. Ein Kommentar.

Essen.. Lewan Kobiaschwili hat nun doch gestanden. Der Berliner Fußballprofi hat zugegeben, Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem skandalösen Relegationsspiel in Düsseldorf geschlagen zu haben. Das DFB-Sportgericht brummte dem Georgier dafür eine Sperre von siebeneinhalb Monaten auf – eine Rekordstrafe für den Rekord-Ausländer der Bundesliga, der in den deutlich meisten seiner 366 Spiele in Deutschlands höchster Klasse zuverlässig seine Arbeit verrichtet und auf Schalke jahrelang als netter Kerl gegolten hatte. Ist das Urteil also zu hart?

Der Kontrollausschuss des DFB hatte eine Sperre von einem Jahr gefordert, das Geständnis wirkte sich strafmildernd aus. Anständig und klug wäre es allerdings gewesen, die Tat sofort zuzugeben. Der plötzlich doch reuige Sünder hatte sein krasses Fehlverhalten wochenlang vehement geleugnet. DFB-Sportgericht

Lewan Kobiaschwili hat seine Nerven verloren und seinen Ruf gleich mit. Selbst bei den Hertha-Fans ist der 34-Jährige unten durch. Er muss darauf hoffen, dass die heiße Quelle der Emotionen weniger heftig sprudeln wird, wenn er im nächsten Jahr wieder den Ball bewegt. Das Sportgericht konnte gar nicht anders, es musste ihn für Monate aus dem Verkehr ziehen. Ein milderes Urteil hätte eine verheerende Signalwirkung gehabt: bis in die unteren Spielklassen hinein, in denen Schiedsrichter schon jetzt viel zu häufig respektlos behandelt und auch körperlich attackiert werden.