Hannover 96, Mainz 05 und Eintracht Frankfurt feiern Siege

Hannovers Torschütze Mame Diouf (r.) im Duell mit Simon Kjaer vom VfL Wolfsburg.
Hannovers Torschütze Mame Diouf (r.) im Duell mit Simon Kjaer vom VfL Wolfsburg.
Foto: Martin Rose/Getty Images
Was wir bereits wissen
Hannover 96 setzte sich im spannenden 22. Niedersachsen-Derby gegen den VfL Wolfsburg glücklich mit 2:1 durch. Eggimann erleidet Knöchelbruch. Der FSV Mainz 05 siegte beim Bundesliga-Schlusslicht Greuther Fürth 3:0. Eintracht Frankfurt bezwang seinen Angstgegner 1899 Hoffenheim 2:1 und verschärfte die Krise bei den Kraichgauern.

Essen.. Ausgerechnet sein alter Arbeitgeber hat Dieter Hecking die erste Niederlage als Trainer des VfL Wolfsburg zugefügt. Hannover 96 setzte sich im aufregenden 22. Niedersachsen-Duell äußerst glücklich mit 2:1 (2:0) gegen die "Wölfe" durch und baute damit seinen Vorsprung auf den Nachbarn auf vier Punkte aus. Während Hecking, der früher als Spieler und Trainer in der niedersächsischen Landeshauptstadt gearbeitet hat, nach dem 19. Spieltag weiter mit dem VfL im unteren Mittelfeld der Tabelle feststeckt, schauen die 96er und Trainer Mirko Slomka wieder Richtung Europapokal-Plätze.

Führung durch Abdellaoue

Hannovers Mohammed Abdellaoue rechtfertigte seine Startelf-Nominierung bereits nach weniger als drei Minuten. Der Norweger setzte sich im skandinavischen Laufduell gegen Wolfsburgs dänischen Innenverteidiger Simon Kjaer durch und traf aus spitzem Winkel zum 1:0 (3.). Diego Benaglio in Wolfsburgs Tor traf keine Schuld. In der 38. Minute erhöhte Mame Diouf mit seinem achten Saisontreffer auf 2:0. Zu diesem Zeitpunkt spielte Hannover bereits nur noch zu zehnt. Der gerade verpflichtete Linksverteidiger Sebastien Pocognoli hatte von Schiedsrichter Günter Perl zu Recht wegen rohen Spiels die Rote Karte bei seinem Debüt gesehen (34.). Direkt nach dem Seitenwechsel verkürzte Wolfsburgs gerade erst eingewechselter Innenverteidiger Alexander Madlung (46.).

Wolfsburg, das über weite Strecken gut kombinierte und eine Vielzahl bester Gelegenheiten ausließ, war mit jeder Menge Motivation nach Hannover gereist. Im Hinspiel hatten die 96er die "Wölfe" mit 4:0 vom Platz gefegt. Zudem hatte Hecking das "Etappenziel" ausgegeben, den Kontrahenten mit einem Sieg in der Tabelle zu überholen.

Diego forderte den Ball

Hannovers früher Führungstreffer war nur ein kurzer Schock für den VfL. In der zehnten Minuten kam Wolfsburg bereits zur Ausgleichschance. Allerdings war es Hannovers Winter-Transfer Johan Djourou, der seinen glänzend reagierenden Torhüter Ron-Robert Zieler mit einem Querschläger prüfte. Der VfL zeigte sich nun bemüht, Regisseur Diego forderte immer wieder den Ball, Neuzugang Ivan Perisic und Verteidiger Marcel Schäfer setzten auf der linken Seite einige Akzente.

Hannover, das mit Pocognoli und dem defensiven Mittelfeldspieler Andre Hoffmann zwei Startelf-Debütanten auf das Feld geschickt hatte, konzentrierte sich nach der Führung vornehmlich auf die Defensive. Beim 4:5 in der Vorwoche bei Schalke 04 hatte Trainer Slomka etliche eklatante Fehler verzeichnet. Und auch gegen Wolfsburg offenbarte die Abwehr immer wieder Probleme. Doch Wolfsburgs Flanken flogen zunächst reihenweise an Bas Dost im Sturmzentrum vorbei, es fehlte die Präzision beim finalen Zuspiel.

Diouf treffsicher

Auch in Überzahl fehlte den "Wölfen" zunächst die Zielstrebigkeit vor dem Tor. Stattdessen leisteten sich die Innenverteidiger Naldo und Kjaer den Lapsus, Diouf aus den Augen zu verlieren. Der Senegalese zeigte sich gewohnt treffsicher.

Nach dem Wechsel machten es die Gäste sofort besser. Wie in der Vorwoche traf Innenverteidiger Madlung, nun drängte die Elf von Hecking auf den Ausgleich. Naldo prüfte Zieler mit einem gefährlichen Freistoß aus 25 Metern (60.) Diego probierte es mit einem Solo (65.). Auch Vierinha hätte mit einer Direktabnahme treffen können (67.). Hannover konnte sich kaum mehr aus der eigenen Hälfte befreien. Bitter im Nachhinein für 96: Bei Innenverteidiger Mario Eggimann wurde ein Knöchelbruch diagnostiziert.(sid)

Greuther Fürth kassiert nächste Pleite

Nächste Niederlage, kaum noch Hoffnung: Im Spiel um die vielleicht schon letzte Chance im Bundesliga-Abstiegskampf hat die SpVgg Greuther Fürth wiederum eine ernüchternde Schlappe kassiert. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens verlor gegen den FSV Mainz 05 nach schwacher zweiter Halbzeit mit 0:3 (0:0) und bleibt abgeschlagen Tabellenletzter. Fürth ist nun seit 17 Spielen ohne Erfolg und weiter ohne einen Heimsieg, Mainz hält dagegen Anschluss an die Spitzengruppe.

Der ungarische Torjäger Adam Szalai sorgte mit seinem Treffer in der 53. Minute für lange Gesichter bei den Franken. Zunächst hatte Torwart Wolfgang Hesl noch gegen Andreas Ivanschitz glänzend pariert, doch Szalai stand für den Abstauber bereit. Nach dem 2:0 von Yunus Malli (65.) waren die Verhältnisse endgültig klar. Szalai (84.) mit seinem elften Saisontor sorgte für den Endstand.

Fürth fehlte Durchschlagskraft

Trotz einer guten Anfangsphase wirkten die Franken in ihren Aktionen doch zu limitiert, um noch von einem Wunder träumen zu können. Selbst der Sprung auf den Relegationsplatz erscheint angesichts der Defizite nicht realistisch. In der Offensive fehlte die Durchschlagskraft.

Daran änderte auch der neue Fürther Hoffnungsträger Nikola Djurdjic nichts, der in der zweiten Halbzeit zu seinem Debüt für den Aufsteiger kam. Der Winter-Neuzugang soll mit seinen Toren noch zum Klassenerhalt beitragen. Dass er die 1,3 Millionen Ablöse wert sein könnte, deutete Djurdjic aber höchstens an.

Fürth, das in der Hinrunde in Mainz den bisherigen einzigen Dreier gelandet hatte, war in diesem eminent wichtigen Spiel durchaus bemüht, sofort Druck auszuüben. In der 2. Minute wurde Zoltan Stieber von Robert Zillner gut bedient, verstolperte den Ball jedoch in aussichtsreicher Position und kam nicht zum Abschluss.

Mainz agierte zunächst eher abwartend und sah sich prompt einer weiteren gefährlichen Situation gegenüber, als Christopher Nöthe (8.) knapp über das Tor köpfte. Nöthe hatte den Vorzug vor dem zuletzt noch erkrankten Djurdjic erhalten, blieb aber blass und zur Pause in der Kabine.

Pribs Fehlen machte sich bermerkbar

In der Folge wurde die Elf von Thomas Tuchel etwas stärker und drängte die Franken tiefer in die eigene Hälfte. Die Angriffe der SpVgg wurden dadurch merklich weniger. Oft waren die Fürther zu langsam im Umschaltspiel und gaben einige Bälle schnell wieder preis. Im Mittelfeld machte sich zudem das Fehlen von Edgar Prib (Syndesmose-Anriss) bemerkbar.

Nach dem Wechsel erhöhte die Tuchel-Elf die Schlagzahl und wurde konsequenter in der Offensive. Sofort schlichen sich bei Fürth grobe Stellungsfehler ein, die bitter bestraft wurden. Das zweite Gegentor, als Torhüter Hesl zu zögerlich war und Malli die hilflose Abwehr der Büskens-Elf im zweiten Nachschuss düpierte, war beispielhaft.

Bei Fürth fiel allenfalls noch Stephan Fürstner positiv auf, mit Abstrichen auch noch Zillner. Aufseiten der Mainzer wussten Szalai und der abgeklärt agierende Julian Baumgartlinger zu gefallen. (sid)

Eintracht Frankfurt verschärft Krise bei 1899 Hoffenheim

Aufsteiger Eintracht Frankfurt hat die Talfahrt des Krisenklubs 1899 Hoffenheim in Richtung 2. Liga weiter beschleunigt. Die Hoffenheimer, die unter der Woche wieder einmal mit hausgemachten Problemen kämpfen mussten, unterlagen am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga 1:2 (0:1) bei den Hessen. Damit warten die Kraichgauer, die nur eines der zurückliegenden 14 Spiele gewannen, seit nunmehr neun Partien auf einen Sieg.

Martin Lanig (35.) und Stefan Aigner (67.) erzielten die Treffer für die Hessen. Kevin Volland traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich (65.). Der neue Hoffenheimer Trainer Marco Kurz muss damit weiter auf den ersten Sieg unter seiner Regie warten.

In den vergangenen Tagen mussten sich beide Klubs mit Themen abseits des sportlichen Geschehens auseinandersetzen. In Frankfurt beherrschte der Pyro-Eklat vom vergangenen Samstag in Leverkusen die Schlagzeilen. Im Kraichgau sorgten der Rauswurf von Innenverteidiger Marvin Compper und die darauf folgende Medienschelte von Manager Andreas Müller für Unruhe. Zudem verpflichteten die Hoffenheimer von Dienstag bis Freitag gleich drei neue Profis.

Trapp verhinderte Hoffenheimer Führung

Die 38.100 Zuschauer sahen in der Anfangsphase eine weitgehend ausgeglichene Partie. Die Gäste, bei denen die Winter-Neuzugänge Luis Advincula und Eugen Polanski von Beginn an aufliefen (Afriyie Acquah und David Abraham saßen zunächst auf der Ersatzbank), hatten durch Kevin Volland die erste große Chance (17.). Eintracht-Torhüter Kevin Trapp verhinderte die Führung der Hoffenheimer, bei denen die verletzten Sebastian Rudy, Sejad Salihovic und Sven Schipplock fehlten.

Auf der Gegenseite vergaben die Frankfurter, die ohne Sebastian Jung (Erkältung) auskommen mussten, zwei Minuten später eine gute Möglichkeit. Karim Matmour traf per Kopf die Latte. In der 24. Minute vergab der Frankfurter Stefan Aigner ebenfalls per Kopf. Die Gastgeber, deren Kapitän Pirmin Schwegler wegen einer Erkältung nur auf der Bank saß, waren in dieser Phase der Führung nahe. Zehn Minuten vor der Pause brachte Lanig die Überlegenheit der Hessen auch auf die Anzeigentafel.

Kurz nach dem Seitenwechsel hätte der eingewechselte Brasilianer Roberto Firmino eigentlich für den Ausgleich sorgen müssen. Nach guter Vorarbeit von Volland scheiterte der Offensivspieler, der für Advincula gekommen war, aus kurzer Distanz an Trapp (49.). Nur sechs Minuten später vergab Polanski - erneut nach Vorarbeit von Volland. Die Gäste hätten den Ausgleich nach dem starken Beginn im zweiten Durchgang verdient gehabt.

Aigner staubte ab

Mitte der zweiten Hälfte war es dann der starke Volland, der nach Vorarbeit von Kapitän Andreas Beck traf. Die Freude der Hoffenheimer war aber bereits zwei Minuten später verflogen. Aigner staubte nach einer Ecke von Bastian Oczipka ab.

Beste Spieler auf Seiten der Frankfurter waren Lanig und Trapp. Bei den Gästen überzeugten Volland und Beck. (sid)