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Guardiola und die Stilfrage - Bayern-Coach unter Beobachtung

Auch modisch immer  auf Ballhöhe: Pep Guardiola.
Auch modisch immer auf Ballhöhe: Pep Guardiola.
Foto: Getty Images

Nachdem sich der Wirbel um seine Person etwas gelegt hat, steht zunehmend die Frage im Vordergrund, mit welchem System Pep Guardiola die Bayern in die neue Saison führt. Kein Bundesliga-Trainer steht mehr im Fokus als der modebewusste Spanier - und bei keinem ist die Fallhöhe so hoch. Ein Kommentar.

München.. Der Hype um den neuen Bayern-Trainer hatte zwischenzeitlich Züge angenommen, die darauf schließen ließen, dass Neil Armstrongs Mondlandung ein nicht annähernd so „großer Schritt für die Menschheit“ gewesen war wie Pep Guardiolas Ankunft in München. Erstmalige TV-Liveübertragungen vom Warmlaufen vor dem Training waren der Aura des früheren Barça-Trainers geschuldet, der nicht nur die Blicke von Fußballfans auf sich zieht. Für Leute, die glauben, etwas von Mode zu verstehen, bewegt sich der smarte, stets in edlen Klamotten gekleidete Spanier auch in dieser Hinsicht auf Ballhöhe, manche erkennen in ihm gar schon eine Stil-Ikone wie Karl Lagerfeld.

Kurz vor dem Saisonstart interessiert allerdings zunehmend der Stil, mit dem Guardiola mit seiner neuen Mannschaft an die Heyn­ckes-Erfolge anknüpfen will. Und da gehen die Meinungen der Fußball-Experten deutlich weiter auseinander als die der Modeschöpfer. Weil Guardiola in seinen ersten Wochen keine Tabus, genauer: keine Stammspieler kannte, obwohl er ja eine eingespielte Mannschaft übernommen hatte, argwöhnen selbst Bayern-Fans, hier stelle ein neuer Coach womöglich alles auf den Kopf, was zuvor doch Hand und Fuß hatte.

Pep nutzte die Vorbereitung zum Experimentieren

Aber vielleicht tun diese Anhänger Guardiola ja Unrecht. Machte der Mann doch in der Vorbereitung grundsätzlich nichts anderes als seine Trainerkollegen – er experimentierte. Nur dass etwa Robin Dutt in Bremen selbst ein System mit vier Sturmspitzen oder Thomas Tuchel in Mainz eine Variante mit einer Siebenerkette ausprobieren könnten, ohne dass dies im Blätterwald ein großes Rauschen verursachen würde. Anders als bei den Bayern, wo hinter der Frage, welche Rolle künftig Bastian Schweinsteiger oder Mario Mandzukic spielen werden, nicht weniger als ein drohender Systemumsturz inklusive Spielerrevolte vermutet wird.

Seit Jürgen Klinsmann stand jedenfalls kein neuer Bundesliga-Trainer unter schärferer Beobachtung. Nur dass Pep Guardiolas Fallhöhe angesichts seiner ruhmreichen Vorgeschichte beim FC Barcelona ungleich höher ist. Sein erstes „Triple“ aus Telekom-, Hoeneß- und Audi-Cup taugt allenfalls dazu, im Falles eines Scheiterns bei den großen Zielen als Spott-Preis ausgelobt zu werden ...

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