Wie Gladbach zum Serienmeister der Saison wird

Gladbach ließ sich in dieser Saison von keiner schwarzen Serie beeindrucken.
Gladbach ließ sich in dieser Saison von keiner schwarzen Serie beeindrucken.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Dort, wo es seit 28 Jahren nichts zu holen gab, machte Gladbach die Königsklasse klar. Yann Sommer stellte indes eine Ter-Stegen-Bestmarke ein.

Bremen.. „Es gab Hoffenheim noch nicht, da haben wir dort schon verloren“, lachte Christoph Kramer vor ein paar Tagen in kleiner Runde. Es war vor dem Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen und durch die Blume wurde er gefragt, ob Gladbach überhaupt antreten solle. 26 Jahre lang hatten die Borussen gegen die Werkself nicht im heimischen Stadion gewinnen können. In dieser Saison ist alles anders.

Jedes Wochenende kämen die Journalisten mit diesen Statistiken um die Ecke, „die Borussia muss ja eine unfassbar schlechte Bilanz gegen alle Gegner haben“, stellte Kramer fest. Tatsächlich gab es einige schwarze Serien vor dieser Saison. Die Betonung liegt auf der Vergangenheit. In dieser Saison ist Borussia Mönchengladbach auf der Mission, ewige Negativserien zu beenden. Saisonfinale

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre gewann erstmals bei der TSG Hoffenheim; mit 4:1 untermauerte die Borussia am 27. Spieltag die eigenen Ambitionen für die Champions League. „Ach, die Borussen. Haben seit 117 Jahren nicht mehr in Berlin gewonnen“, lachte Kramer. „Woche für Woche“ müsse er sich immer dieser Schwarzmalerei stellen. Dabei haben die Gladbacher Spieler längst ein ganz anderes Selbstverständnis. „Ich gebe auf die Statistiken nichts“, erklärte Kramer. Und damit fuhr er gut. In Berlin wurde gewonnen, ebenso gegen Leverkusen. Am Samstag schließlich beendete der Klub vom Niederrhein die letzte lange Durststrecke: in Bremen.

Sommer stellt Ter-Stegen-Rekord ein

28 Jahren fuhren die Fohlen-Fans dort hin, zu holen war an der Weser nie etwas. Auf dem Weg in die Köningsklasse nun knackt der Bundesligist auch diese Zahlenspielerei. Mit zwölf Siegen in der zweiten Saisonhälfte egalisierte der Klub nun ihre eigene Rückrunden-Bestmarke aus dem Jahr 1974. Noch mehr Zahlen? Gladbachs Schlussmann Yann Sommer stellte den Rekord von Marc-André ter Stegen ein, der 2011/12 15 Spielen ohne Gegentreffer blieb. Spielt die Borussia am letzten Spieltag gegen den FC Augsburg (Samstag, 15:30 Uhr/live in unserem Ticker) auch zu Null, gehört der Rekord dem Schweizer.

Dass das durchaus im Bereich des Möglichen liegt, verdeutlicht Sommers Landsmann Granit Xhaka: „Wir haben in der Liga die Bayern zu Null geschlagen, Wolfsburg zu Null geschlagen und Leverkusen zu Null geschlagen. Das sind alles Top-Teams der Liga“, so Xhaka, der sogar über Augsburg hinaus denkt. „Wir können deshalb auch in Europa noch einige ärgern“, freut sich Xhaka auf die kommende Champions-League-Saison. Analyse

37 Jahre nach der letzten Teilnahme am Konzert der ganz Großen, damals hieß der Wettbewerb noch Europapokal der Landesmeister, darf sich Borussia Mönchengladbach nun wieder mit den Besten Europas messen. Die Fans können das kaum erwarten. „Auf, auf, auf in die Champions League“, sangen die Anhänger der Borussia noch lange in Bremen. Dort, wo es eigentlich nichts zu holen gab.