Wie geht es bei Borussia Mönchengladbach weiter?
11.01.2012 | 12:51 Uhr 2012-01-11T12:51:22+0100
Essen. Der angekündigte Verlust von Nationalspieler Marco Reus hat Borussia Mönchengladbach geschockt. Dennoch gibt es gute Gründe für Gelassenheit - zum Beispiel können die Gladbacher viel Geld in die Hand nehmen, um sich zu verstärken.
Wozu die Aufregung? Ohne groß zu übertreiben, könnte man behaupten, dass es für Borussia Mönchengladbach völlig normal ist, den besten Spieler zu verlieren. So ist es seit Netzers Zeiten. Die Liste ist lang und voller großer Namen: Ob Netzer, Matthäus oder Effenberg, die herausragenden Stars packten ihre Tasche und folgten dem Lockruf anderer Klubs.
Und gerade weil das immer so war, erstaunt es jetzt umso mehr, wie gewaltig die Reaktion auf die Ankündigung von Marco Reus ist, die Borussia im Sommer in Richtung Dortmund verlassen zu wollen. Ist es gerechtfertigt, schon die „Trümmer eines Traums“ zu beschreiben, wie es Spiegel-online gerade macht?
Es ist verrückt. Obwohl es zwischenzeitlich kein einziges Spiel gegeben hat, obwohl völlig klar war, dass Gladbach einen Kicker wie Marco Reus nicht noch jahrelang würde halten können, soll heute schlecht sein, was gestern noch gut war. Man muss die Frage ja stellen: Was hat sich aktuell verändert?
Erstens: Fakt ist, dass Reus ab der kommenden Saison bei einem anderen Klub spielen wird. Zweitens: Auch Roman Neustädter wird den Klub im Sommer verlassen. Und sonst? Beide werden, man muss es offenbar betonen, auch in der Rückrunde noch für Gladbach spielen.
Kurzfristig können die Auswirkungen also lediglich psychologischer Natur sein. Guckt man allein auf die Zahlen, dann hat sich an Borussias glänzender Perspektive natürlich nicht das Geringste geändert: Stolze zehn Punkte beträgt der Vorsprung auf die nicht-internationalen Tabellenplätze.
Reus hängt an seinem aktuellen Verein
Und warum sollte man diese Punkte sofort verspielen? Von Marco Reus weiß man, dass er an seinem aktuellen Verein hängt und Nebengeräusche ausblenden kann. Er sagt: „Es liegt mit sehr viel an Gladbach, sonst hätte ich den Vertrag letztes Jahr nicht verlängert.“
Das muss man ihm abnehmen. Tatsächlich deutet nichts darauf hin, dass der Noch-Gladbacher in der Rückrunde den Fuß vom Gas nimmt. Ergo ist es alles andere als ausgeschlossen, dass sich die Borussia am Saisonende für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert. Wenn es optimal läuft, ist sogar der Sprung in die Champions League möglich.
Mit anderen Worten bekommen die Gladbacher erstmals seit vielen Jahren definitiv die Möglichkeit, viel oder sogar sehr viel Geld in die Hand zu nehmen, um sich verstärken zu können. Diese Perspektive dürfte auch für Trainer Lucien Favre reizvoll sein, der Profi genug ist, um zu wissen, dass man die eigene Position im Klub nicht dadurch stärkt, indem man Treuebekenntnisse abgibt.
Ob die Gladbacher in ein paar Monaten international spielen dürfen oder nicht, sie werden auf jeden Fall Argumente haben, um dem Schweizer eine Vertragsverlängerung schmackhaft machen zu können. Es sei denn: Ein Klub der Kategorie Bayern München lockt den Trainer, worauf in diesen Tagen nichts hindeutet.
Eberl hat viel gefährlichere Situationen bewältigt
Sportdirektor Max Eberl hat schon viel gefährlichere Situationen bewältigt , so dass man ihm durchaus zutrauen muss, auch diese neue Aufgabe meistern zu können. Es ist ja nicht nur der Reus-Transfer, der die Kasse füllt. Borussia steht im Viertelfinale des DFB-Pokals, der Zuschauerschnitt liegt bei über 50 000 Besuchern, der gute Tabellenplatz garantiert erhöhte TV-Einnahmen, und sollte es jetzt auch noch mit der Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb klappen, hat Gladbachs Sportdirektor an die 30 Millionen Euro in der Tasche, die er theoretisch ausgeben könnte.
Und man ist offenbar gewillt, dieses Geld mit vollen Händen wieder unter die Leute zu bringen. „Was sich der Verein durch Transfererlöse und durch sportlichen Erfolg erarbeitet hat“, verspricht Eberl, „wird auch in die Mannschaft fließen.“ Ein Aussage, die sich nicht nur auf Neuzugänge bezieht, denn natürlich gibt es plötzlich auch finanziellen Spielraum, um Leistungsträger wie Dante über 2013 hinaus binden zu können.
Als mögliche Neuzugänge werden derzeit Xherdan Shagiri (Marktwert 15 Millionen) oder Granit Xhaka (Marktwert 6 Millionen) vom FC Basel gehandelt, definitiv verpflichtet wurden bereits Tolga Cigerci und Alexander Ring, der sich unlängst mit zwei Toren im Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg glänzend einführte.
Beiden wird zugetraut, einen Platz in der Stammelf erobern zu können. Es ist ein Sprung, den Roman Neustädter in Gladbach erst unter Trainer Favre vollziehen konnte und den er auf Schalke, bei seinem künftigen Arbeitgeber, erst einmal schaffen muss.
Der Abgang von Neustädter dürfte jedenfalls auszugleichen sein. Richtig schmerzhaft ist vor allem der anstehende Wechsel von Reus. „Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir auf den Verlust von Top-Spielern immer die richtige Antwort finden können“, betont Eberl, der es „für absurd“ hält, „irgendeine Totengräberstimmung heraufzubeschwören“.
Zweifel bei einer Niederlage gegen den FC Bayern?
Eminent viel dürfte tatsächlich vom Start in die Rückrunde abhängen. Es ist nicht vergessen: Der Sieg bei die Bayern am ersten Spieltag hat der Borussia Flügel verliehen, und sollten die Gladbacher jetzt dieses Kunststück wiederholen können und nächste Woche gegen die Münchner gewinnen, dann wäre das ein Signal an alle Bedenkenträger, ihre Skepsis zu überdenken. Andererseits: Eine Niederlage könnte Zweifel aufkommen lassen, die es derzeit womöglich nur in gedruckter Form gibt.

16:39
Ich bin da ganz der Meinung von moonsmoke. Jetzt kann Lucien Favre zeigen was er wirklich drauf hat, denn aus dem aktuellen A-Kader hat er keinen Spieler geholt. Ter Stegen mal ausgenommen, der allerdings schon im Verein war. Lucien Favre kann nun, anders als seinerzeit in Hertha, abwandernde Spieler ersetzen. Ich finde das ist auch für ihn eine gute Perspektive. Die Mannschaft ist gefestígt und kann das verkraften. Abwarten muss man den Rückrundenstart, der allerdings nicht den weiteren Verlauf widerspiegeln muss, denn verliert unsere Borussia, heißt das noch lange nicht das sie abstürzen. Bei einem Sieg, was alle Borussen hoffen, heißt das allerdings auch nicht, das wir Meister werden. Egal wie es ausgeht, die Medien werden viel schreiben und versuchen Meinungen zu verbreiten und Stimmung zu machen, wie immer. Das gilt allerdings nicht für diesen Artikel von Herrn vom Stein, der wirklich sachlich verfasst ist, auch wenn man das Gefühl hat, dass ein bißchen Hoffnung mitschwimmt. Nachdem wir in den letzten Jahren soviel mitmachen mussten, kann man jetzt eigentlich nur noch genießen.
23:11
Auch ich bin froh über diesen Artikel; unsere Borussia wird eine Klasse Rückrunde spielen und mit viel Glück reicht es sogar für die Champions League. Ich glaube einfach nicht, dass Lucien Favre, auch wenn er in Berlin entlassen wurde, mit Abwanderungsgedanken spielt. Es ist natürlich selbstverständlich, dass auch er schaut, wie die Mannschaft verstärkt wird. Sollten die Verstärkungen, bei denen er ja auch mitentscheidet, realisiert werden, sehe ich für die Zukunft nicht schwarz. Und noch ein Wort zu Reus: Der Junge ist fair mit allen Beteiligten umgegangen und verdient in jedem Fall auch eine faire Behandlung., Ohne ihn wären wir jetzt zweitklassig.Zur jetzigen Zeit einen Lockruf aus Dortmund zu ignorieren, wäre fast grob fahrlässig gewesen, in seiner Situation,l auch wenn ich seinen Abgang natürlich mit einem weinenden Auge sehe. Aber so ist das Fussballgeschäft. Reus wird uns ins inernationaloe Geschäft schießen, und wer weiss, vielleicht auch in Berlin im DFB Pokalfinale zum Pokalsieg; warum nicht gegen den BVB......
07:26
Endlich mal ein Artikel mit Hand und Fuß. Diese Hochspielerei in den Medien ist ja nicht zum Aushalten. Von wegen: "Kommt jetzt der totale Absturz?"
Ich freue mich einfach auf eine tolle Rückrunde mit einem hochmotivierten Marco Reus und dann werden wir sehen wozu es gelangt hat und was finanziell noch so drinsitzt!
Danke Herr vom Stein
19:28
Auch wenn es am Ende mit der CL doch nicht klappt. Der Transfer schafft finanzielle Spielräume, da die Ablöse auch in etwa dem Marktwert des Spielers entsprach.
Eine Niederlage gegen die Bayern muß man immer auf der Rechnung haben, da braucht man auch kein Drama draus zu machen. Dafür gibt es keine anderen Punkte als gegen Augsburg. Die Bundesliga ist ein Marathon, kein Sprint.
Wenn man nächstes Jahr europäisch spielen sollte, wird man den Kader breiter aufstellen müssen wegen der englischen Wochen. Da ist mit einem großen (und teuren) Star wahrscheinlich nicht wirklich geholfen
18:36
Trotzdem ist der Satz falsch. Es muss "die" Borussia heißen und nicht "der".
17:58
Nun, warten wir doch mal die Saison ab. Eigentlich war Gladbach schon in der 2. Liga. Jetzt ist das eigentlich ein Luxusproblem. Das Geld für Reus sollte man sofort in die Mannschaft investieren. Ich persönlich tippe, MG schafft die Champions League. Und zwar ohne Quali. Immer cool bleiben.
16:10
"Der Sieg bei die Bayern am ersten Spieltag hat der Borussia Flügel verliehen..." - Die WAZ steht zu ihren Wurzeln, so spricht man nun mal in DIE Pott ;)